Kein Mensch außerhalb von Rumänien würde sich heute noch für Vlad den Pfähler interessieren, hätte es nicht den irischen Schriftsteller Bram Stoker gegeben, der ihn in seinem 1897 erschienenen Dracula-Roman ein aus historischer Sicht fragwürdiges Denkmal setzte.
In unserer Zeit wäre er damit sicher reich und berühmt geworden wäre. Doch Stoker starb arm und erlebte den weltweiten Triumph seiner Vampir-Saga nicht mehr. Offenbar konnte auch Maja Nielsen der Vampir-Versuchung nicht widerstehen und widmete ihr dieses Buch aus ihrer Reihe.
Vermutlich wird ihr Versuch, die wahre Geschichte des Grafen Dracula zu erzählen, auf wenig Gegenliebe bei den eingefleischten Vampir-Fans stoßen, schließlich fühlen sie sich durch die Blutsaugerei doch gerade in ihrer Phantasie beflügelt und wollen vielleicht nicht unbedingt auf dem Boden der historischen Wahrheit landen.
Wer sich aber dennoch für die wirklichen Zusammenhänge interessiert, findet in diesem Jugendbuch eigentlich alle Informationen, die er dafür braucht. Das Werk erzählt zunächst das Leben von Vlad III. ("Draculea", was soviel wie "Sohn des Drachen" bedeutet). Als Woiwode (Fürst) herrschte er mehrere Jahre im 15. Jahrhundert mit brutaler Gewalt über die Wallachei, durch die man ziehen muss, will man von Siebenbürgen zum Schwarzen Meer. Vlad III. liebte es, seine Feinde zu Hunderten auf spitze Pfähle zu setzen, um ihnen damit einen möglichst qualvollen Tod zu bereiten.
In Rumänien wird dieser Herrscher jedoch als strenger, aber gerechter Fürst bis heute noch von vielen Leuten verehrt. Dass ihm der letzte rumänische Diktator 1976 eine Briefmarke widmet, wird in diesem Buch zwar erwähnt, aber nicht in den Zusammenhang dieser Seelenverwandtschaft gesetzt.
Als der Ire Stoker am Ende des 19. Jahrhunderts etwas von der damaligen Gruselmode in der Banalliteratur profitieren wollte, wurde er von Freunden auf die Geschichte Draculeas aufmerksam gemacht. Die Entstehungsgeschichte seines Romans wird im zweiten Teil dieses Buches geschildert. Danach erzählt die Autorin alles Wissenswerte zum Vampirkult und seinen Ausprägungen bis in die heutige Zeit.
Das Buch ist sehr gut bebildert. Viele einzelne Informationsfenster lockern den Text zusätzlich auf, behindern allerdings auch den Lesefluss.
Fazit.
Ein sehr gutes und informatives Jugendbuch über den sogenannten Grafen Dracula, dessen historisches Vorbild und den Vampirkult seit dem Erscheinen von Stokers Roman.