Der Kalender "Abenteuer Erde 2012" von Michael Martin zeigt dreizehn Aufnahmen aus allen Kontinenten dieses Planeten. Die knapp sechzig mal siebzig Zentimeter großen Poster zeigen Eiswüsten an der Ostküste Grönlands, Felsen im Tassili du Hoggar in der Südsahara, Dünen in der Rub al Khali, der größten Sandwüste der Welt, die von Saudi Arabien bis in den Jemen, Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate reicht. Sie zeigen die Laguna Verde auf dem Altiplano in Bolivien, einen Taleinschnitt im westlichen Pamir in Tadschikistan, eine Nebellandschaft an der Südküste Islands, einen Salzsee in Chile, Sandsteinwellen in einem Flusstal in Arizona, abgestorbene Bäume im Dead Vlei in der Namib-Wüste, eine Felsformation in der algerischen Zentralsahara, eine Reliefwüste in Tibet mit dem Blick auf den Himalaya-Hauptkamm und den Sternenhimmel über der Namib. Hinzu kommt das Deckblatt des Kalenders, das eine sich in einem See perfekt spiegelnde Düne zeigt.
Das schmale Kalendarium am unteren Rand zeigt eine einzeilige Zahlenleiste mit hervorgehobenen Sonntagen und links in größeren Lettern die Monatszahl. Unter dem jeweiligen Foto kann man in winziger Schrift lesen, was abgebildet ist, mehr Angaben finden sich auf Seite vierzehn des Kalenders. Hier sind die zwölf Monatsblätter in kleinem Format abgebildet und ein erklärender Text angefügt.
"Abenteuer Erde 2012" ist ein winziger Ausschnitt der Wüsten unseres Planeten. Der Abenteurer, Vortragsreisende und Wüstenfan Michael Martin hat in diesen dreizehn Bildern so etwas wie die Quintessenz seines dreißigjährigen Erkundens aller (so der Plan) Wüsten dieser Erde ausgesucht. Bekannt von vielen Fernsehsendungen über seine Wüstentouren, als eloquenter Vortragsreisender in eigener Sache und als Mahner für die fortschreitende Umweltzerstörung, die gerade in den menschenleeren Wüstenregionen bereits erste Spuren irreversibler Schäden aufweisen.
Davon aber ist auf diesen wahrhaft riesigen Fotografien nicht zu sehen. In brillanten Farben, exzellenter Druckqualität und beeindruckendem Format kann man nur staunen über die Fähigkeit von Martin, die einmalige Atmosphäre dieser Orte einfangen zu können und sie in technischer Perfektion auf Negativ (oder den Mikrochip) zu bannen.
Man meint die Seele dieser Landschaften spüren zu können, versinkt beim Betrachten in einem zeitlosen Moment in diesen Bildern und möchte selbst an einige dieser Orte reisen, um mit allen Sinnen zu spüren, was Michael Martin allein dem Auge des Betrachters präsentiert.
Zu einem günstigen Preis kann man sich mit "Abenteuer Erde" einen Kalender ins Haus holen, der Ruhe und Gelassenheit zu spenden vermag, der Träume weckt und den Betrachter vor Fernweh und Sehnsucht nach diesen stillen, einsamen Orten tief seufzen lässt.
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Stefan Erlemann