Ralf Huwendiek schrieb Kolumnen für Tageszeitungen und produzierte für den Bayerischen Rundfunk einmal im Monat eine – inzwischen legendäre – Radiosendung. Bei seinen zahlreichen und stets ausverkauften Lesungen, bei denen er sich oft mit befreundeten Musikern ergänzend abwechselte, erarbeitete er sich den Ruf, zugleich ein zielsicherer Satiriker, ein unwiderstehlich charmanter Humorist und ein sensibler Dichter zu sein.
Wenn Huwendiek von seinen alltäglichen Abenteuern erzählt, wird man daher nie auf Bekanntes stoßen, sondern immer überrascht werden. Völlig gewöhnliche Situationen geraten durch Huwendieks Perspektive mal exotisch, mal märchenhaft oder skuril – so oder so ist jeder der kurzen Texte urkomisch. Manche von Huwendieks Erlebnissen – oder die seiner bunten Freundes-Schar - klingen wahr („Zählen“), andere sind mit blühender Phantasie erdacht („High-Tech“) – die meisten Stories bewegen sich jedoch genau in jenem schmalen Bereich, wo real in surreal übergeht. In seinen Geschichten beweist Ralf Huwendiek seine Gabe, Alles und Jeden so anzusehen, als ob er zum ersten mal davor stünde, als ob er unbeleckt von Stumpfsinn und Konventionen wie ein Neugeborenes die Welt zum ersten mal erblickte.
Ralf Huwendiek starb überraschend und viel zu früh am 11. Februar 2004 in seiner Wohnung in Nürnberg, wo er viele Jahre lang gelebt und gearbeitet hat. Der Titel des Buches „Abenteuer des Alltags“ gibt präzise Huwendieks Sicht des Lebens wider. Für ihn ist der Alltag ein Abenteuer, und zwar das lustigste, größte und schönste aller denkbaren Abenteuer.