Nach draußen, in den Wald und auf die Landstraßen treibt es die jungen Adeligen am Abend, raus aus den Häusern, in deren Mief und Konventionen sie es nicht mehr aushalten. Von ferne sehen sie die Lichter der verschiedenen Gutshöfe und wissen haargenau, was dort im Augenblick vor sich geht - das Gleiche wie immer.
Der unruhigste von allen ist Dietz von Egloff, der seinen Überdruss fast nur noch in destruktiven Aktionen ausleben kann und von Stimmung zu Stimmung taumelt. Nachbarstochter Fastrade von der Warthe ist zwar mit einem handfesten Helfersyndrom geschlagen, aber die einzige, die noch den Mut und die Energie hat, das Leben, das vor ihr liegt, wirklich anzupacken. Dietz imponiert ihre Stärke, leben kann er damit jedoch nicht. Ist sie nicht seiner Meinung, dann ist er ganz schnell mit dem Vorwurf bei der Hand, sie sei im Grunde genauso unerträglich konventionell wie die ältere Generation.
Das Scheitern ist vorprogrammiert und wird fast schon absichtlich herbeigeführt - nach geradezu lächerlich traditionellem Muster. Zum Leben mögen die alten Konventionen nicht mehr taugen, für einen geregelten Untergang sind sie allemal noch gut genug.
Keyserlings Stimmungs- und Landschaftsschilderungen sind großartig und atmosphärisch unglaublich dicht, in ihrer lähmenden Hoffnungslosigkeit aber auch bedrückend.