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Abdias: Wien 1842/43
 
 
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Abdias: Wien 1842/43 [Taschenbuch]

Adalbert Stifter , Joseph Kiermeier-Debre
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 112 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. August 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423026618
  • ISBN-13: 978-3423026611
  • Größe und/oder Gewicht: 16,4 x 11,4 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 740.692 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Stifters berühmte Hiob-Novelle in der originalgetreuen Fassung des Erstdrucks von 1843 als 61. Band der »Bibliothek der Erstausgaben«

»Abdias«, Stifters achte Erzählung, entstand 1841 bis Anfang 1842 und wurde erstmals 1843 im »österreichischen Novellen-Almanach« in Wien gedruckt. Es ist die Geschichte des afrikanischen Wüstenjuden Abdias, der erfolgreich den Gütern der Welt nachjagt, bis ihn das unberechenbare Geschick zum erbarmungswürdigen Hiob macht. Als er mit seiner einzigen blindgeborenen Tochter Ditha in einem abgelegenen europäischen Tal Zuflucht sucht, wird ihm auch diese noch genommen: Das vom Gewitter faszinierte Mädchen wird durch einen Blitz sehend, um dann als Sehende von einem Blitz getötet zu werden.

Die auf einen Gipfel- und Wendepunkt angelegte Novelle wird durch eine längere Reflexion über das Verhältnis von Schuld und Schicksal eingeleitet, wobei der Erzähler auf die Erkennbarkeit der Naturgesetze und die Güte Gottes vertraut, soviel »heiliges Rätsel« auch in manchem leidvollen Menschengeschick noch bleibt.

Klappentext

»Es gibt Menschen, auf welche eine solche Reihe Ungemach aus heiterm Himmel fällt, daß sie endlich da stehen und das hagelnde Gewitter über sich ergehen lassen: so wie es auch andere gibt, die das Glück mit solchem ausgesuchten Eigensinne heimsucht, daß es scheint, als kehrten sich in einem gegebenen Falle die Naturgesetze um, damit es nur zu ihrem Heile ausschlage. Auf diesem Wege sind die Alten zu dem Begriffe des Fatums gekommen, wir zu dem milderen des Schicksals.« -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiert .

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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Warum treffen diese Schicksalsschläge genau diesen Menschen? Wie auf Hiob bricht das Unheil mit biblischer Gewalt über Abdias herein. Der Frage nach dem Schicksal geht Stifter hier nach. Der Frage und dem Genre der biblischen orientalischen Erzählung verpflichtet wählt Stifter einen legendenhaften Erzählstil. Die Erzählung Abdias könnte in 1001-Nacht stehen. Stifter verflicht mehrere Mythen, so den des ewig wandernden Juden; den mit Tiermilch ernährten Gründer Roms (Ditha wird mit Eselsmilch genährt); den Einzug Jesus auf einem Esel in Jerusalem, Abdias kommt mit Esel und Kleinkind nach Europa. In gewisser Weise ist die Lernphase Dithas nachdem sie wieder sehen kann eine Vorstudie zu Stifters grossem Bildungsroman Der Nachsommer.
Von einer Abneigung oder gar Feindseligkeit gegenüber den Juden ist von Seiten des Autors in Stifters Abdias nichts zu finden. Im Gegenteil: drei jüdische Generationen um Abdias bilden das Zentrum der Erzählung; in Böhmen findet er eine Heimat. Dem Leser wird der schwer gebeutelte Abdias sympathisch.
Dass der Ewige Jude Kaufmann und Reisender ist, wurde ihm aufgezwungen und steht schon bei Shakespeare. Dass er ausgegrenzt wird, liegt in Stifters Erzählung an der Gesellschaft (nicht in Vorurteilen des Erzählers). Abdias ist auch heute und gerade 2005 im Stifterjahr lesenswert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die Blinden werden sehend 9. August 2009
Von Diethelm Thom VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Broschiert
In dieser längeren Erzählung gibt Stifter ein Bild vom menschlichen Leben, das ins Universale und Zeitlose ausgeweitet ist. Sein Held, der Jude Abdias, lebt "tief in den Wüsten innerhalb des Atlasses" (S.7) in und auf den Trümmern einer alten Römerstadt, seine Jugend und Mannesjahre sind gekennzeichnet von der Jagd nach Besitz, Ruhm und Macht. Seine Erfolge steigen ihm zu Kopf, er wird größenwahnsinnig und überlegt sich, was würde, "wenn er Sultan würde, wenn er die ganze Erde eroberte und unterwürfe" (17). Aber schon naht das Unglück, die Nachbarn hassen ihn wegen seines Reichtums, Pocken entstellen sein Gesicht, so dass sich seine schöne Frau Deborah von ihm abwendet und schließlich rächt sich ein vormals gedemütigter Kriegsherr an Abdias und seiner Stadt, Deborah stirbt, die Nachbarn zwingen ihn zu Enschädigungszahlungen, nur ein Baby, die Tochter Ditha, ist ihm geblieben.
Von nun an ist Abdias wie betäubt. War die Schilderung bis hierhin gedrängt, dramatisch und hatte eher theatralischen als realistischen Charakter, so wird sie nun gedehnt - Beschreibungen von seinen bloßen Tätigkeiten ums Haus herum, Naturschilderungen treten in den Vordergrund. Er flieht schließlich, nachdem er wieder etwas zu Geld gekommen ist, nach Europa in die Gegend, in der der Erzähler lebt, wo er sich mit Ditha und wenigen Dienern in einer Einöde niederlässt, sich in seinem neuen Haus gewissermaßen gegen die Außenwelt verschanzt und sein Land bestellt. Es stellt sich heraus, dass die Kleine blind ist. Der Vater ist nun rührend und liebevoll um sie bemüht. Ein Wunder geschieht, als das schöne Mädchen bereits herangewachsen ist, indem sie nach einem Blitzeinschlag wieder sehend geworden ist. Abdias lernt nun im übertragenen Sinne mit dem Mädchen ebenfalls wieder sehen. Aber auch dieses Glück währt nicht lange...

Einleitend reflektiert der Erzähler darüber, was das menschliche Leben bestimmt: Schicksal oder nachvollziehbare Verkettung von Ursache und Wirkung. Die Einsicht in die schuldhafte Hybris Abdias' stellt sich schnell genug her. Schwieriger wird es den ausgedehnten Teil zu verstehen, in dem die Beschreibung der Mühen des Vaters mit dem blinden Mädchen und ihres Lebens in der Natur dominiert. Offensichtlich will Stifter hier zeigen, wie ein liebevoll fürsorgliches Leben, das sich für die Schönheit der Natur öffnet, und die Arbeit in der Natur selbst einen Sinn erzeugen. Abdias wird zwar immer wieder von Geiz und Rachegefühlen übermannt, führt aber sein Leben ruhig zu Ende: "In hohem Alter hatte er die schwarze Farbe verloren und war wieder gebleicht worden, wie er in seiner Jugend gewesen war. Viele Menschen haben ihn auf der Bank seines Hauses sitzen gesehen." (85). - Die Parallelen zu Stifters Leben selbst drängen sich auf: Wie Abdias wurde Stifter von Pocken entstellt und verlor sich zu dieser Zeit in einer ausweglosen Liebe zu einer Fanny Greipl - so wie Abdias zu Deborah. Vielleicht ist die Darstellung der rührenden väterlichen Liebe zu dem schönen, heranwachsenden, erst blinden, dann sehenden Mädchen eine Sublimierung von Stifters unglücklicher Liebe zu Fanny. - Immer merkt man sein Ringen um die Aussage, das ist manchmal eine holprige und gedehnte Lesekost mit schroffen Übergängen, aber auch immer voll innerer Spannung und interessant.
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3 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kein Meisterwerk 17. April 2001
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Wer nicht gerade ein großer Liebhaber Stifters ist, dem sei vom Kauf dieses Buches abgeraten. Auch wenn die Sprache wie gewohnt sehr elegant und die Beschreibung von Orten und Personen sehr eingiebig ist, so lahmt diese Erzählung an der Handlung, die zu jedem Zeitpunkt vorhersehbar ist. Zudem wimmelt es nur so von antisemtischen Klischees, so dass keine wirkliche Lesefreude aufkommen mag. Die Thematik des Buches ist schon in unzähligen anderen Werken auf sehr viel bessere Weise behandelt worden.
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