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3.0 von 5 Sternen
Don't go in the House, 28. November 2007
Rezension bezieht sich auf: The Abandoned - Die Verlassenen (DVD)
Ein Film, an dem sich die Geschmäcker deutlich scheiden... was vielleicht zum Teil daran liegt, daß für eine Hälfte der Betrachter bei einem solchen Film die Story und für die andere Hälfte die Atmosphäre entscheidend ist. Ich persönlich liebe Filme, die eine wirklich dichte, zum Teil sogar gruselige Atmosphäre erzeugen können und verzeihe ihnen dafür auch Schwächen in der Story - denn sie nehmen mich einfach gefangen in ihrer Welt und lassen mich an düsterer Anspannung teilhaben, wenn sie gut gemacht sind. Und das kann "The Abandoned" wohl niemand absprechen: was hier an Setdesign, Beleuchtung, Kameraarbeit und Schnitt geleistet wurde, hat ein hohes Niveau; das zentrale Gefühl von Ausweglosigkeit wird greifbar und die klaustrophobische Atmosphäre des einsamen, dunklen Hauses in der tiefsten russischen Provinz überträgt sich zumindest zeitweise enorm auf den Zuschauer. Das allein reicht aber natürlich leider nicht aus, um aus dem Film ein überragendes Erlebnis zu machen. Dazu ist die Story um eine Mutter im mittleren Alter, die sich nach Russland aufmacht, um Spuren ihrer Familie ausfindig zu machen, eindeutig zu altbacken gestrickt - allen gewollt modernen Narrationstricks in der zweiten Hälfte des Films zum Trotz. Und dazu ist die weibliche Hauptfigur auch einfach zu uncharismatisch bis unsympathisch, jedenfalls niemand, mit dem man besonders mitfiebern kann. Zudem sie auch nicht unbedingt gewillt zu sein scheint, zu begreifen, was um sie herum passiert, nachdem sie schließlich in ihrem verfallenen Geburtshaus eingetroffen ist. Gut, WAS dann passiert, ist nicht immer logisch und schon gar nicht immer clever erzählt, aber nicht nur atmosphärisch hochklassig, sondern auch mit ein paar gelungenen Schockmomenten inszeniert. Irgendwann beginnt sich "The Abandoned" dann jedoch leider etwas im Kreis zu drehen, bis es endlich zur Auflösung kommt, und die fand ich dann auch nur bedingt befriedigend. Dennoch hat mich der Film über weite Strecken gefangengenommen; wer Düsteres, Mystisches und altmodisch Gruseliges mag, dürfte nicht enttäuscht werden. 6,5 von 10 Punkten von mir.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Niveauvolle Gruselkost, 17. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: The Abandoned - Die Verlassenen (DVD)
Der spanische Regisseur Nacho Cerda war bisher eigentlich eher für seine teils beeindruckenden Kurzfilme wie zum Beispiel "Aftermath" bekannt, doch was hier unter seiner regie entstanden ist, kann man wohl ohne Übertreibung als hervorragend bezeichnen. Gerade in der heutigen Zeit, in der Horrorfilme hauptsächlich durch ihren Härtegrad beeindrucken sollen, ist es eine mehr als willkommene Abwechslung, wenn man einmal einen erfrischenden Gruselfilm zu sehen bekommt, der diese Bezeichnung auch wirklich verdient. Und genau das bekommt man mit "The Abandoned" zu sehen, einen sehr intensiven Grusel-Schocker, der eine Geschichte erzählt, die einem zu Beginn eventuell etwas verwirrend vorkommt, aber mit zunehmender Laufzeit immer mehr Klarheit einbringt, so das am Ende des Films keinerlei Fragen zurückbleiben. Doch es ist längst nicht nur die gut durchdachte Story, die hier einen bleibenden Eindruck beim Zuschauer hinterlässt, es ist das Gesamtpaket, das für einen extrem intensiven und schaurigen Filmgenuss sorgt. Cerda hat es hier nahezu perfekt verstanden, mit den einfachsten Mitteln den maximalen Horror entstehen zu lassen, was allein schon mit der perfekten Auswahl der Schauplätze beginnt. Denn fast das gesamte Geschehen spielt sich in dem baufälligen Elternhaus von Marie ab, das nur durch die Optik dafür sorgt, das sich beim Betrachter eine Gänsehaut einstellt, die sich über den gesamten Körper verteilt. Die sich hier entfaltende Atmosphäre ist so gruselig und intensiv, das sie einen ganz unweigerlich in ihren Bann zieht. Es entsteht der Eindruck, das man sich selbst in diesem unheimlich wirkenden Gemäuer befindet und so fast zwangsläufig selbst zu einem Teil der Geschichte wird. Fast ist es so, als wenn man mit dem Geschehen verschmelzen würde und jede einzelne Einstellung am eigenen Körper miterlebt. Es ist ganz einfach nicht möglich, sich der Faszination, die von diesem Film ausgeht zu entziehen, vielmehr saugt man die hervorragende Atmosphäre und jedes noch so kleine Detail wie ein Schwamm in sich auf und fiebert der Lösung der mysteriösen Geschichte entgegen. Zwar kann man nach gut der Hälfte des Films erahnen, auf was das Ganze hinausläuft, doch wer jetzt denkt, das die Spannung darunter leiden würde, der sieht sich schnell eines Besseren belehrt. In anderen Filmen dieser Art wäre jetzt höchstwarscheinlich die Luft raus und der Spannungsbogen würde gnadenlos in sich zusammenfallen, aber hier geschieht eher das Gegenteil, denn Cerda ist es gelungen, die Spannungsschraube trotzdem noch weiter festzuziehen. So erlahmt die Aufmerksamkeit des Zuschauers in keinster Weise, die Faszination bleibt bestehen und man verliert zu keiner Zeit das Gefühl, ein Teil des Geschehens zu sein. Hinzu kommt die Tatsache, das immer wieder eingefügte Schockmomente, die wohldosiert über den gesamten Film verteilt sind, immer wieder für zusätzliche Spannungsmomente sorgen und einem phasenweise die Haare zu Berge stehen lassen. Ein weiteres großes Plus sind die hervorragenden Darsteller, die durch ihr authentisches und ausdrucksstarkes Schauspiel dafür Sorge tragen, das man hier mit einem wirklich excellenten Filmerlebnis konfrontiert wird, das man als Liebhaber von qualitativ hochwertigen Gruselfilmen nicht so schnell vergisst, insbesondere Anastasia Hille in der Rolle der Marie tut sich hier ganz besonders hervor. Es gibt keinerlei Theatralik, alles hinterlässt einen mehr als nur überzeugenden und glaubwürdigen Eindruck. Selten habe ich in den letzten Jahren einen Gruselfilm gesehen, der es so hervorragend versteht, einen in seinen bann zu ziehen und dabei ein so hohes Maß an Intensität entwickelt, das man ihn körperlich miterlebt. Das merkt man vor allem nach dem Ende, wenn einem so richtig bewust wird, wie geschlaucht und mitgenommen man sich eigentlich fühlt, denn während der Ansicht dieses faszinierenden Szenarios wird einem das gar nicht einmal richtig bewust, da man zu sehr in das Geschehen involviert ist. Fazit: "The Abandoned - Die Verlassenen" ist ein Paradebeispiel dafür, das man selbst mit verhältnismäßig bescheidenen Mitteln einen Gruselfilm produzieren kann, der von der ersten bis zur letzten Minute absolut fasziniert und schaurig-unheimliche Unterhaltung bietet. Fans dieser Filme dürften begeistert sein und voll auf ihre Kosten kommen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Es gibt Schlimmeres als verlassen zu sein!, 3. Februar 2011
Der Inhalt des Films: Marie Jones ist eine Frau in den Vierzigern, sie wurde geboren in Russland und ist nach dem frühen Tod der Mutter in England aufgewachsen. Eines Tages erreicht sie die Nachricht eines russischen Anwalts, der sie bittet, in einer Erbschaftsangelegenheit bei ihm vorstellig zu werden. Alleine, denn sie lebt einsam und ist außer einer erwachsenen Tocher recht bindungslos, macht sie sich die Suche nach dem Ort ihrer frühesten Kindheit, wo sie das Haus ihrer Mutter geerbt haben soll. Das Anwesen wirkt unmittelbar unheimlich, es liegt sehr abgelegen, ist umgeben von Wäldern, nur über einen Fluss erreichbar und das Haus atmet dichte Düsternis, ist völlig verwahrlost, als ob darin seit Jahrzehnten niemand mehr gelebt hat. Dennoch ist es atmosphärisch "voll" und Marie begegnet hier mehreren Wesen... auch sich selbst - wobei sowohl die grausige Vergangenheit als auch eine nicht weniger bedrohliche Zukunft vor ihren Augen Gestalt annehmen. (Wie) kann sie den Schrecken der Vergangenheit und der personifizierten Zukunft entfliehen und damit ihr Schicksal ändern? Die Schauspieler: Hier beschränke ich mich auf die beiden Hauptdarsteller, die einen grandiosen Job machen. Die Schauspielerin Anastasia Hille war mir bis dato zwar nicht völlig unbekannt, aber sie ist mir in keiner ihrer bisherigen Rollen so nahe gekommen wie in diesem Film. Sie verkörpert den zerrissenen, heimatlosen Charakter der Marie auf eine ganz besonders eindringliche Weise: Wir erkennen in jeder ihrer Aktionen, dass wir es mit einer Frau zu tun haben, die lernen musste, Stärke zu zeigen und dabei immer dünnhäutiger geworden ist. Um ihre dünne Haut zu schützen, hat sie sich ein dickes Fell zugelegt, das ihr aber immer wieder von den Schultern rutscht. Jedes ihrer Gefühle spiegelt sich ungewollt in ihrem Gesicht, das vom vielen Schweigen etwas starr geworden, aber immer noch voller Leben ist. Sie ist unglaublich mutig und tapfer - aber sie scheint selbst zu ahnen, dass ihre Anstrengungen vielleicht umsonst sein werden. Karel Roden, der im Film Maries Bruder spielt, war mir sogar noch weniger bekannt als Mrs. Hille. Aber auch für ihn gilt: Tolle schauspielerische Leistung, insbesondere schafft er es, seiner Figur zugleich sympathische Züge als auch eine irritierende Zwielichtigkeit und Bedrohlichkeit zu verleihen. Auch ihn hat das Leben gezeichnet und "hart" werden lassen, dabei schimmert seine Weichheit immer wieder durch. Er ist ein Mann weniger Worte, traumatisiert durch Erfahrungen, die sich im Elternhaus manifestieren und dort wiederbelebt werden. Der Schauplatz / Kulisse: Die Kulissen und auch die Weise, wie die Kamera diese einfängt, verdienen meiner Meinung nach besondere lobende Erwähnung. Mit unglaublichem Sinn fürs Detail wird gezeigt, wie düster und gruselig ein altes Bauernhaus sein kann. Alleine der Ort, dieses Haus übt eine suggestive Faszination aus, der man sich als Zuschauer nicht entziehen kann. Der Film entstand 2006 in Spanien, England und Bulgarien, Regie führte ein gewisser Nacho Cerdà, von dem ich persönlich noch nie was gehört hatte. An Extras bietet die DVD: Making of, Bildergalerie, Originaltrailer, Trailershow: Hier hab ich nur kurz reingeschaut, der Film war in seiner Wirkung so erschlagend, dass ich weniger das Bedürfnis hatte, noch mal hinter die Kulissen zu blicken. Fazit: Dieser Film ist meiner Meinung nach fabelhaft, aber sicher nichts für jedermann, sicher kein Stimmungsaufheller oder ein Film, der "angenehmen Grusel" verbreitet. Nichtsdestotrotz ist er überaus sehenswert, es gibt stellenweise echt schlimme Szenen, die waren mir fast zu heftig und wirklich erschreckend. Das tut seinem Tiefgang aber keinen Abbruch. Wer meint, so etwas mögen und verarbeiten zu können, dem sei dieser Film empfohlen.
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