Das Buch hat seine Stärken, wie zum Beispiel die Geschichten über den Jungen und seinen Vater, die zu Beginn hin und wieder auftauchen, obwohl sie zunächst nichts mit der Geschichte zu tun haben, dem Leser aber zu denken geben und der Geschichte etwas fast Surreales verleihen, sowie der empfundene wirkliche Beginn der Haupthandlung (ab ca. Seite 290...), die mit Spannung sowie spirituellen Komponenten überrascht.
"Abandoned" war nach "Das Böse in uns" mein zweites Cody McFadyen Buch, und ich war etwas gelangweilt, als sich die Beschreibungen der Charaktere und ihrer Geschichten ausführlich wiederholten, was ich aber noch verzeihlich fand - auch neuen Lesern soll das nicht vorenthalten werden.
Der größte Teil des Buches bestand jedoch aus kitschigen Liebes- und Familiengeschichten (heimliche Hochzeit, Flitterwochen auf Hawaii, Familienleben und -probleme, Schwangerschaft, Besuch des Gynäkologen etc.), und ich hatte das Gefühl, eine Seifenoper in den Händen zu halten.
Die Dialoge trugen nicht dazu bei, den größtenteils klischeehaft wirkenden Team-Mitgliedern mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen, und zu viel Gerede um FBI-Politik verzögerte weiterhin unnötigerweise das Voranschreiten der Handlung.
Die Auflösung schien am Ende eher weit hergeholt, der Weg dahin beiläufig und für den Leser nicht in allen Punkten eindeutig nachvollziehbar.
Smoky Barrett = qualmendes Scharfschützen-Gewehr... lassen Sie es sich eine Warnung sein...