Die "Abandon" ist für mich die schwächste Purple-Platte mit Steve Morse an der Gitarre. Es sind einfach zu viele mittelmäßige, fast schon langweilige Songs enthalten. Die Lockerheit der "Purpendicular" ist fast vollständig verloren gegangen. Die Gruppe wirkt irgendwie bemüht. Man wollte wohl unbedingt einen weiteren Klassiker rausbringen, um an alte Großtaten anzuschließen. Purple sind aber immer am besten, wenn der Druck, hier selbstauferlegt, nicht so hoch ist.
`Any fule kno that` ist ein guter Opener, aber nichts übermäßig gutes. Die Höhepunkte sind für mich `Seventh heaven`, `Watching the sky` (beide sehr düster und hart) und `Fingers to the bone` (Jon Lord phantastisch am Keyboard). Das war es dann aber schon fast. Dann kommen jede Menge Durchschnitts-Songs. Erst `Bludsucker` als letzter Song ist wieder Klasse. Den kennt natürlich jeder schon von "In Rock". Besser ist er hier selbstverständlich nicht. Ich würde mich ganz knapp für die alte Fassung entscheiden, wenn ich mich denn entscheiden müßte.
Sorry, diesmal ist den Herren um Ian Gillan nur ein Durchschnittsalbum gelungen, kann mal passieren. 3 Sterne für "Abandon".