Trotz des interessanten (derzeit absolut im deutschen Familientrend liegenden) Themas und der gut durchdachten Spielmechanik waren wir bereits nach den ersten wenigen Partien einigermaßen enttäuscht von Zooloretto.
Die grafische Aufmachung ist nett, alle Elemente sind gut verarbeitet, aber auch leicht zu verlieren. Die Spielmechanik gibt Anstoß zu interessanten Entscheidungen und der wohldosierte Glückfaktor hält auch mitspielende Kinder oder Ungeübte im Spiel.
Was uns aber überhaupt nicht gefallen hat: Das Spiel fordert keinerlei Interaktion zwischen den Spielern. Theoretisch könnte eine Partie in völliger Stille ausgetragen werden, ohne auch nur ein Wort zu sprechen. Zwar hat man Möglichkeiten, seine Mitspieler zu behindern oder sogar indirekt zu unterstützen, allerdings läuft dies in der Praxis -wie das ganze Spiel- in einem sehr starren Korsett ab.
Ich kann verstehen, warum Zooloretto Spiel des Jahres geworden ist: Eine gute Mischung aus Strategie und Glück, ein familienfreundliches Thema und nette Materialien. Meiner Meinung nach scheitert Zooloretto aber an dieser Gratwanderung:Um bei den großen Strategie- und Taktikspielen mithalten zu können ist es nicht elegant genug, sind die Regeln zu unbeholfen und die Handlungsmöglichkeiten zu eingeschränkt. Um als Familienspiel zu punkten, bräuchte es definitiv mehr "Action".
Der erste Eindruck des Spiels könnte also ein "Gesellschaftsspiel" im besten Sinne erwarten lassen; mit vielen Verhandlungen, taktischen Finessen und spannenden Kopf an Kopf Rennen um den best gefüllten "Hobby-Zoo". Zumindest wir mussten aber enttäuscht feststellen, dass Zooloretto eine eher kopflastige, stille und trotz der wirklich nett durchdachten Mechanik irgendwie langweilige Angelegenheit ist.