Beide DSL-WLANrouter hatte ich zuhause getestet.
Die
AVM FRITZ!Box 3270 Wlan Router (ADSL, 300 Mbit/s, Media Server) und die
AVM FRITZ!Box WLAN 3370 Wlan Router (VDSL/ADSL, 450 Mbit/s, Media Server) aus Produktionsmonat August 2012.
Meine Anforderungen: einfaches aber trotzdem individuell konfigurierbares Nutzermenü, DSL-Verbindung bis 16.000 herstellen, sehr gute Wlan-Reichweite vom EG bis Dachboden, stabiler Wlan-Empfang auch bei einstrahlenden Nachbarsendern, USB-Anschluss für externe Festplatte, Mediaserver-Funktion um an den Smart-TV meine Filme und selbstgedrehten Videos zu streamen, iphone/ipad kompatibel. Eine DECT-Telefoniefunktion brauche ich nicht.
Hier mein Ergebnis:
- Beide Fritzboxen haben nahezu das identische Benutzermenü. Sehr einfach und selbsterklärend. Das kann auch ein Laie bedienen. Selbst das Firmwareupdate ist ein Kinderspiel. Empfand ich als Wohltat gegenüber meinen Erlebnissen mit D-Link, Linksys, Belkin und Netgear Routern.
- Beide Fritzboxen stellen ein stabile, abbruchfreie DSL-Verbindung her. Der Connect war signifikant höher als bei meinen Speedport-Routern W503V und W700V.
Die 3270 ist ausgelegt bis DSL 16.000, die 3370 kann bis DSL 100.000. Wer also einen DSL-Anschluss schneller als 16.000 hat oder irgendwann bekommen kann, der sollte gleich die 3370 nehmen.
Ansonsten ist die 3270 bis einschl. DSL 16.000 genauso "schnell" wie die 3370.
IP-TV geht übrigens mit beiden Fritz!Boxen problemlos.
- Die Wlan-Verbindungsstabilität ist bei beiden Fritzboxen identisch und sehr gut. Keine Abbrüche. Ebenfalls die "Störsicherheit" bei Mikrowellenbetrieb und einstrahlenden fremden Wlannetzen. Beide Fritzboxen wechseln dann automatisch zum bestmöglichsten Sendekanal.
- Die Wlanreichweite ist unterschiedlich. Mit der 3270 habe ich im OG im quer hoch durchs Haus vom zum Router weitentferntesten Zimmer eine Empfangsstärke von schwankenden 1-2 Balken in Windows (mehr ist besser) und mit der Freeware wlaninfo eine Stärke von -80 dB (weniger ist besser). Mit der 3370 sind dies stabile 2 Balken in Windows und -75 db mit wlaninfo. Also ist die 3370 in der Wlan-Reichweite besser.
Die kostenlose iphone/ipad app Fritz!appFon erlaubt u.a. die grafische Anzeige der Wlanempfangsstärke sowie auch in MBit/s.
USB-Anschluss:
Sowohl die 3270 als auch die 3370 erkannten alle meine USB-Sticks und externen Festplatten, egal ob mit oder ohne externe Stromversorgung. FAT32 und NTFS werden erkannt. Meine größte HD war 1 TB und ging problemlos.
Mediaserver-Funktion:
Ich habe eine externe Festplatte (ohne eigene Stromversorgung) an den USB-Port angeschlossen. Darauf meine Videos von der Digicam kopiert und Spielfilme aus dem Web. Beide Fritzboxen sind DLNA-kompatibel und haben die Inhalte (auch Full-HD) problemlos und ruckelfrei gestreamt an: Samsung-Smart-TV, Sony-Bravia-Smart-TV, Zappix-HD+ Satellitenreceiver, iphone, ipad3.
Tipp für iphone/ipad: die Apps viPlay und Fileexplorer funktionieren einwandfrei mit beiden fritzboxen und streamen die Videos auf iphone/ipad ab, auch Formate die apple sonst gar nicht "erlaubt" zur Wiedergabe.
ABER: An mehrere Geräte zeitgleich simultan in Full-HD streamen ergab Ruckler bei der 3270 sobald das 3.te Gerät bedient wurde. Mit der 3370 konnten 3 Endgeräte gleichzeitig die Full-HD Videos empfangen.
Nachgemessen: Mit Fat32 formatierte Festplatten arbeiten an beiden Fritzboxen schneller als NTFS-formatierte.
Datentransferrate mit h2testw über LAN/Wlan:
3270: 3,8 MByte/s schreiben, 4,5 MByte/s lesen.
3370: 6,3 MByte/s) schreiben, 7,5 MByte/s lesen.
Und die Netzwerkumgebung im Windows Explorer baut sich wesentlich schneller zur 3370 als zur 3270 auf.
Obwohl USB2.0 ist also die Datentransfergeschwindigkeit beider Fritzboxen untauglich für eine schnelle tägliche Datenbackuplösung an eine externe USB-Festplatte an der Fritzbox. Da braucht es doch die Anschaffung eines extra NAS-Servers mit eingebauter Festplatte und Anschluss an den LANport der Fritzbox.
Fürs gelegentliche kopieren selbst gedrehter Videos oder Ablage von Videofunden aus dem Web ist der Mediaserver der 3370 jedoch voll ausreichend. Zudem könnte man ja die externe Festplatte kurzfristig von der fritzbox abstecken, an einen PC anschliessen, schnell kopieren, dann wieder an die Fritzbox anstecken.
Etwas nervig und für Firmwareupdates zum nachbessern ist die notwendige Indexierung der Inhalte externen Festplatte. Bei Kopiervorgängen mit Windows-Explorer merkt der Index nichts, die bedienten Endgeräte wie Smart-TV lesen den alten Index ein und finden die neue Datei nicht. Die Indexierung muss über die Weboberfläche der Fritzbox neu angestossen werden.
Nachtrag 23.02.2013: Diese Fritzbox funktioniert einwandfrei auch an einem Kabelanschluss mit einem Hitron-Kabelmodem. So habe ich es gemacht: Bei KabelDeutschland im Online Kundencenter einloggen und unter Einstellungen-Internet den BRIDGEmodus aktivieren. Im Kundencenter ausloggen. Danach das Hitron-Kabelmodem vom Strom trennen. Mit Lankabel den LAN1-Port des Kabelmodems mit dem LAN1-Port der Fritzbox verbinden. Kabelmodem wieder einschalten. Die nötigen Einstellungen in der Fritzbox sind in einem Hilfevideo auf der AVM-Herstellerhomepage ausführlich beschrieben (VORHER also dort anschauen).
Fazit:
Wer die Mediaserver-Funktion nicht braucht und nur DSL 16.000 hat, kann die preisgünstigere 3270 wählen. Wer einen schnelleren DSL-Anschluss hat, muss zur 3370 greifen. Gleiches gilt, wenn die Mediaserver-Funktion genutzt werden soll. Wer von einer schnellen Datenbackuplösung übers Hausnetz träumt, braucht einen extra NAS-Server am Lanport der Fritzbox.
Möge meine Rezension für Sie hilfreich sein.