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AUFBRECHEN!: Warum wir eine Exzellenzgesellschaft werden müssen [Gebundene Ausgabe]

Gunter Dueck
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

26. Januar 2010
Die Dienstleistungsgesellschaft stirbt, weil neue Technologien die Hälfte aller Jobs überflüssig machen. Die Überlebensperspektive für die Zukunft liegt in einer Hochbildungskultur - es ist unsere einzige Chance, sagt Wirtschaftsvordenker Gunter Dueck. Die Diagnose: Den westlichen Gesellschaften drohen Elite und Slum: auf der einen Seite wenige hoch bezahlte Jobs in der Steuerung von Prozessen, auf der anderen Seite viele Menschen, die einen neuen Job suchen, aber keinen finden, weil sie nicht entsprechend (aus-)gebildet sind. Die Chance: Auf die Agrar-, Industrie- und Dienstleistungskultur folgt die Wissenskultur: Brain-Jobs in IT-, Umwelt-, Medizin-, Gen-, Nano- und Biotechnologie. Sie sind da. Es sind nur zu wenige. Was wir tun müssen: Exzellenzgesellschaft meint Jobs für das Gehirn. Das muss trainiert werden. Von jedem. Keine Ausreden mehr: Jeder muss studieren! Was der Staat tun muss: Die alte Klientelpolitik gehört in Rente. Unser Weg in die Exzellenzgesellschaft führt vom Subventions- zum Investitionsstaat, der die notwendige Infrastruktur von Wissen und Bildung bereitstellt. Superschnelle Datenhighways statt Fernstraßen.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
  • Verlag: Eichborn Verlag; Auflage: 1 (26. Januar 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821865148
  • ISBN-13: 978-3821865140
  • Größe und/oder Gewicht: 22,6 x 15,8 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 25.224 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Fast möchte man nach dieser überzeugendenStreitschrift glauben, dass die neue Welt tatsächlich schöner wird." (Sybille Hasenclever, NDR Info, 22. Februar 2010)

"Sein Buch beschreibt anschaulich und mit vielen Beispielen aus der Praxis belegt, wie sich der Niedergang der Dienstleistungsgesellschaft vollzieht. Das überhaupt ist eine Stärke dieses Buches: Es bleibt nicht abstrakt, sonder bewegt sich immer entlang konkreter Fälle, mitten aus dem Leben gegriffen. Noch kaum irgendwo sonst wurden die aktuellen Veränderungen im tertiären Sektor so plastisch geschildert und in ihrem größeren Kontext erklärt als hier." (Matthias Schwenk, carta.info, 26. Februar 2010)

"Gunter Dueck stellt einige spannende und innovative Ansätze vor, wie Bildung zukünftig besser und billiger angeboten werden kann...Wie immer polarisiert der Autor auch mit seinem neuesten Wurf. Äußerst lesenswert!" (Business Bestseller, 5. Februar 2010)

"Selten hat einer die vielzitierte Wissensgesellschaft, auf die wir zusteuern, gründlicher durchdekliniert als der Mathematiker und Ökonom Dueck. [...] Er plädiert vehement für eine ganz neue Bildungskultur, die nicht um die bloße Wissensvermittlung zentriert ist, sondern in der die Haltung zur Bildung, die Lust am Lernen kultiviert wird. Dieser Weg in die Exzellenzgesellschaft führt aber nicht über einen Subventions-, sondern über den Investitionsstaat, der die notwendige Infrastruktur von Wissen und Bildung bereitstellt. Dann, so der Autor, können aufstrebende Länder wie China oder Indien getrost ihre Autos, Maschinen oder Straßen selbst bauen, aber ein Land wie Deutschland kann komplett von der Entwicklung und Produktion der Spezialwerkzeuge und High-End-Produkte leben?. Dueck macht richtig Lust auf Zukunft." (Dagmar Deckstein, Süddeutsche Zeitung, 13./14.2.2010)

"Indem er nicht müde wird, den Wert von Bildung und Kreativität hervorzuheben, nimmt Günther Dueck auch dem konservativen Leser die Angst vor der technisierten Zukunft. Denn der Technologe verliert sich nicht in blinder Begeisterung für das Neue, sondern zeigt, wie wir uns die Chancen der Moderne zunutze machen können." (Sybille Hasenclever, NDR Info, 22.2.2010)

Über den Autor

Gunter Dueck, Jahrgang 1951, lebt bei Heidelberg. Er studierte Mathematik und Betriebswirtschaft und war nach Promotion und Habilitation fünf Jahre Professor für Mathematik an der Universität Bielefeld.

1987 wechselte er an das Wissenschaftliche Zentrum der IBM in Heidelberg, wo er maßgeblich am Aufbau des Data-Warehouse-Service-Geschäftes der IBM Deutschland beteiligt war.



Gunter Dueck ist einer der IBM Distinguished Engineers, IEEE Fellow, Mitglied der IBM Academy of Technology und korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Er arbeitet an der Strategie und der technologischen Ausrichtung der IBM mit und kümmert sich um Cultural Change. 2009 wurde zum Business Leader 'Dynamic Infrastructure' ernannt. In dieser Rolle beteiligt er sich am Aufbau eines neuen strategischen Wachstumsfeldes der IBM Corporation, das auf die wachsende Industrialisierung der IT-Infrastrukturen bis hin zum so genannten Cloud Computing zielt.

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Kundenrezensionen

4.8 von 5 Sternen
4.8 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
77 von 92 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von flu
Format:Gebundene Ausgabe
Man muss sich schon ins Zeug legen, um Gunter Dueck nur zwei lumpige Sterne zu geben, denn er ist ein kluger Kopf und Vordenken. Was er sagt, ist wohlüberlegt und basiert auf einem reichhaltigen Erfahrungsschatz. Seine Theorien greifen Bewiesenes aus den verschiedensten wissenschaftlichen Disziplinen auf und vereinen sich zu einer umfassenden und anschaulichen Zukunftsvision, für die ihm die fünf Sterne-Bewertungen nur so zufliegen. Auch ich bin ein großer Fan seiner Bücher - bisher. Leider hat seine Theorie mit-der-Exzellenzgesellschaft-schließen-wir-die-Einkommensschere einen Haken: Sie funktioniert nicht und lässt sich mit Zahlen widerlegen.

In Deutschland werde zu wenig für die Bildung getan. Frage: Hat schon mal irgendwer in Deutschland dafür plädiert, dass bei der Bildung gespart werden muss? Im Gegenteil überbieten sich die Parteien mit Bekenntnissen zur Bildungsförderung. Faktisch werden jedoch seit Jahren die Anzahl der Schulen und die Lehrstühle, die Anzahl der Schul- und Studienjahre gekürzt sowie Studiengebühren und Büchergelder eingeführt. Außer dem Minister, der dies leidenschaftlich im Namen der Qualitätssteigerung verkaufen muss, sind sich alle betroffenen Eltern, Schüler, Studenten und Fachleute in erstaunlicher Übereinstimmung einig, dass das Gegenteil der Fall ist und die Qualität sinkt. Also was wird sich ändern, wenn auch noch Gunter Dueck in dieses Horn stößt und die innovativen Forderungen "Abitur für alle" und "jeder muss studieren" verbreitet? Die Frage, die man stellen muss, lautet vielmehr: Welcher Zwang treibt unser Führungspersonal in der Bildungspolitik zu solch unpopulären Entscheidungen? Der Nachhilfesektor boomt, weil es den Eltern jeden Preis wert ist, ihre Kinder zu fördern. Die Hauptschule stirbt aus. In manchen Landkreisen beträgt die Abiturquote bereits über 90%, Tendenz steigend. Deutschland ist konkurrenzfähig wie kaum ein anderes Land. Allen Pisa-Offenbarungseiden zum Trotz ist einer der wichtigsten Standortvorteile Deutschlands das hohe Niveau seiner Fachkräfte, die spielend mit allen Technologiewechseln mithalten. Fakt ist, dass wir schon lange auf dem Weg in eine Art Exzellenzgesellschaft sind.

Aber wirkt diese Entwicklungstendenz der von Gunter Dueck beschriebenen Aufspaltung der Gesellschaft tatsächlich entgegen? Die Absolventenzahlen in den MINT-Fächern sind seit Jahren rückläufig. Erwartet die verbliebenen erfolgreichen Absolventen nach dem Studium eine Horde verzweifelter Human Ressource Recruiting Manager, die ihnen die hoch und höher dotierten Jobangebote nur so um die Ohren haut? Nein, die Absolventen müssen sich mit Praktikanten- und Zeitverträgen abspeisen lassen, da die Human Ressources es sich leisten können, ihr Geld mit dem Drücken der Einstellungsgehälter und dem Erhöhen der Arbeitszeit der Stammbelegschaft zu verdienen. Trotz sinkender MINT-Zahlen sind aktuell in den Medien keine Rufe nach Computer-Indern hörbar. Dies ist weniger dem Erfolg kluger Rüttgers Wahlkampfslogans als vielmehr der Tatsache geschuldet, dass der Exportmotor Deutschlands derart brummt, dass den anderen Euro-Europäern Hören und Sehen vergeht, weil sie ihre Konkurrenzfähigkeit verlieren. Nicht Absolventen-Mangel füllt die Schlagzeilen, sondern Klagen der Europäer über eine zu schlechte Bezahlung der deutschen MINT-Belegschaften. Zu schlechte Bezahlung in Zeiten des Mangels hochqualifizierter Arbeitskräfte??? Und wenn jetzt alle studieren und die Absolventenzahlen steigen, dann steigen auch die Löhne? Das einzige, was steigen wird, sind die Schulden der Staaten, die immer mehr Güter aus dem immer effizienter produzierenden Deutschland importieren, wie Griechenland, Portugal, Irland oder Spanien.

Oder das Pferd mal anders aufgezäumt: Die Arbeitslosigkeit der unter 25 jährigen liegt in Deutschland bei sehr konkurrenzfähigen 10%. Im Dueck-gelobten Land Schweden sind es satte 26% und selbst Pisa-Dauersieger Finnland leistet sich 23% Jugendarbeitslosigkeit. Stellt sich die Frage, ob der Zusammenhang zwischen Bildung und Beschäftigung wirklich so linear ist, wie Gunter Dueck argumentiert. Warum kommen die durch Exzellenz geschöpften Werte nicht bei Ihren geistigen Schöpfern an, wie das in einer Marktwirtschaft zu erwarten wäre? Gunter Duecks scheinbar plausible Theorien funktionieren schon heute nicht! Auch ein mehr davon wird keine Wende bewirken. Aber warum?

In Deutschland sind der Staat, die Unternehmen und die privaten Haushalte verschuldet. Der Staat und die Unternehmen zahlen ihre Zinsen nicht selbst, sondern legen sie über Steuern bzw. die Preise auf die privaten Haushalte um. Man könnte spaßeshalber mal berechnen, wie viele versteckte weil umgelegte Zinsen in den Verbraucherpreisen stecken. Helmut Creutz hat das getan und kommt je nach Berechnungsmethode zu einer Zahl von bis zu satten 46% (vgl. Helmut Creutz: "Die 29 Irrtümer rund ums Geld"). Das muss man sich mal wirklich ganz langsam auf der Zunge zergehen lassen. Neben dem renditegeilen Manager und dem geizgeilen Kunden steht die Verschuldung als große Schwester, die alle Marktteilnehmer zum Sparen und zur Effizienzsteigerung zwingt, denn die Zinsen für die Kredite müssen letztendlich aus den geschöpften Werten bezahlt werden. Angesichts dieses prächtigen Stückes, das fast die Hälfte vom Kuchen ausmacht, fühlt man sich als verschämter Aldi Kunde schon gar nicht mehr so schlecht, oder? Gunter Duecks Verbraucher- und X-Menschen- Schelte relativiert sich zur Nebensächlichkeit, denn es sind wesentlich die Zinszahlungen, die Managern und Politikern das Sparen aufzwingen und ihnen ihre Entscheidungsspielräume nehmen. In Zahlen ausgedrückt: 1965 wurden über 20% der Steuereinnahmen in Deutschland investiert, heute sind es gerade mal etwas mehr als 5%. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil der Schuldzinsen der öffentlichen Haushalte von unter 5% auf fast 20%. Ja, unsere Volksvertreter machen Fehler und fördern das Falsche oder tätigen Fehlinvestitionen, das kann man kritisieren. Aber in erster Linie drehen ihnen die Zinsen den Kapitalhahn zu.

Jetzt muss natürlich geklärt werden, wer die ganzen Zinsen bekommt. Die gute Nachricht: Wir alle! Die Schlechte: Die Verteilung ist leider nicht sehr demokratisch. Berechnet man die Differenz zwischen den Zinsen, die die Haushalte als Sparer bekommen und denjenigen, die die Haushalte (direkt oder auf Preise umgelegt) zahlen, ergibt sich ein aussagekräftiges Bild: 80% der Haushalte sind Nettozahler, bei 10% halten sich Zinsausgaben und -einnahmen in etwa die Waage und 10% sind Nettoempfänger. Um diese Schere zu schließen, muss man die Nettozahler zumindest auf das Niveau der Zinsneutralen heben. Und hier liegt das Problem: Um zu den zinsneutralen Haushalten zu gehören, muss ein Haushalt mindestens zu den Top 20% der Einkommensbezieher gehören. Blöderweise liegt diese Schwelle irgendwo im Bereich dessen, was zwischen dem unteren und dem mittleren Management verdient wird. Die Exzellenzgesellschaft müsste also die Einkommen auf breiter Ebene auf das Niveau von Führungskräften heben. Und hier liegt der Haken von Duecks Theorie. Der Achsenpunkt der sich öffnenden Schere liegt nicht zwischen Gymnasium und Hauptschule, sondern im oberen Fünftel der Gesellschaft. Diese lange Schneide der Schere wird die Exzellenzgesellschaft niemals zurück in die Ausgangsstellung bewegen können (1950 betrug die Zinsquote ca. 6%).

Gunter Dueck untermauert seine Prophezeiung einer positiven Zukunft mit der Kondratjew-Theorie. Soeben sei der Anfangs-Innovations-Hype im Crash zusammengebrochen und jetzt stehe die lang andauernde Wachstumsphase des Internet-Kondratjew unmittelbar bevor. Leider wird es dieser im "Abschied vom Homo-Oeconomicus" eingeführten These ebenso ergehen, wie dem ebenfalls dort gesungenen hohen Lied auf Toyotas Vorsprung durch Kaizen. Schon in ein paar Jahren wird sich niemand mehr an die Melodie erinnern. Die Banken-Hypothekenkrise war nicht DIE Krise, sie war lediglich die bisher umfassendste. Ob Japan-Krise, Tequilakrise, Krise der Tigerstaaten, oder Platzen der Dotcom-Blase, mit schöner Regelmäßigkeit platzt etwa alle fünf Jahre irgendwo auf der Welt eine Spekulationsblase. Die Tendenz der Amplitude ist dabei steigend. Gegenhypothese: Die Kondratjew-Zyklen sind Geschichte, die Weltwirtschaft ist heute in erster Näherung ein schwach gedämpftes schwingungsfähiges System. Die Anregung der Schwingung kommt aus dem weltweit zu den Topeinkommensbeziehern umverteilten Geld, den dieses wird nicht konsumiert sondern "investiert" sprich überwiegend zu Spekulationszwecken verwendet. Die nächste Blase platzt spätestens 2015, wetten dass?!. (Das ist übrigens keine Verschwörungstheorie eines missgünstigen Rezensenten, vgl. hierzu Stefan Kühl "Exit: Wie Risikokapital die Regeln der Wirtschaft verändert")

Ja Dueck, hätte im Prinzip Recht! Bildung muss gefördert werden auf Teufel komm raus! Wir müssen mit dem Bedenkentragen aufhören und in Zukunftstechnologien investieren was das Zeug hält! Aber retten wird das unsere Gesellschaft nicht. Wir haben kein Bildungsproblem, wir haben bestenfalls eine Bildungs-Befindlichkeitsstörung. Was wir haben, ist ein Beteiligungsproblem. Die Deutschen sind so gebildet und leistungsbereit wie niemals zuvor, allen Pisa- und sozialen-Hängematten-Diskussionen zum Trotz. Lesen Sie weiter... ›
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34 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Wolfgang Keller TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
wenn Sie dieses Buch gelesen haben, werden Sie alle "Jammerliteratur" wie Die Abwracker: Wie Zocker und Politiker unsere Zukunft verspielen, das Schwarzbuch Deutsche Bahn, Der Crash kommt und alle diese unzählichen Titel zur Seite legen und sich sagen: Hier hat mal jemand verstanden, welche Prozesse derzeit verursacht von Globalisierung, Internet und Computerisierung wirklich ablaufen. Mit Lean Brain Management: Erfolg und Effizienzsteigerung durch Null-Hirn hatte Gunter Dueck schon eine schöne Grundlage gelegt. Jetzt baut er viele Puzzlesteine aus früheren Büchern konsequent zusammen. Der Mathematiker sagt den Nur-BWLern mal wieder, was wirklich passiert.

Die Story in Kürze: Nach der Industrialisierung hat man geglaubt, die Dienstleistungsgesellschaft sei ein Ausweg, um Jobs zu schaffen. Leider ein Fehlschluss, weil wir erleben, wie die einfachen Dienstleistungen schneller automatisiert und wegrationalisiert werden, als die Konversion von statten geht. Wer schon mal was von "Aldisierung" und dem Aussterben der Mitte etc. gehört hat, bei dem werden alle Glocken läuten. Wenn man dann nicht am untersten Ende der Fresskette landen möchte, hilft nur, so viel Bildung zu haben, dass man die Dienstleistungen erbringen kann, die noch nicht automatisierbar sind (und auch so schnell nicht sein werden). Daraus leitet Dueck ab, dass einem rohstoffarmen Land wie Deutschland nur eines bleiben wird: Bildung, Bildung, Bildung! Und macht auch konkrete Vorschläge für Inhalte, Selbstverantwortung, Bürgerbeteiligung. Dueck macht auch schön klar, dass die organisierte Bildungsbulimie von industrialisierten Bachelor und Master-Studiengängen nicht die Lösung sein kann (die Studenten merken es ja auch gerade). Wer also bisher nur ein dumpfes Gefühl hatte, dass es das nicht sein kann, findet hier u.a. auf ein paar Seiten die logisch exakte Argumentation warum es zu nichts führt.

Endlich mal ein Buch, dass es nicht nur bei der Aufzählung von negativen Phänomenen belässt, sondern auch analysiert, warum diese Phänomene auftreten und Wege aufzeigt, wie wir aus der sich abzeichnenden Abwärtsspirale rauskommen. Jammern stoppen - eigener Unternehmer werden - Bildung inhalieren - die Verantwortung kann einem niemand abnehmen.

Dann hoffen wir mal, dass auch möglichst viele Politiker das Buch lesen - dass sich möglichst viele Mitbürger weiterbilden - dass wir nicht in dem kollektiven "Fat Smoker Syndrom" verharren, das der Autor im Schlussteil beschreibt, sondern uns vom Sofa erheben und AUFBRECHEN. Super Buch!!!
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Angstfrei in die Zukunft 23. Mai 2011
Von Treulieb
Format:Gebundene Ausgabe
"Etwa die Hälfte aller Deutschen wird sich in den nächsten 10 oder 20 Jahren einen neuen Job suchen müssen" (Gunter Dueck in "Aufbrechen" )

Eine solche Entwicklung ist nichts Neues, sagt Dueck. Das ging den Webern vor 200 Jahren so, den Bauern vor 50 Jahren und es wird morgen den Bankern und Versicherungsvertretern so gehen. Dienstleistungen werden automatisiert und dadurch höchstwahrscheinlich sogar besser.

Banken, Fluggesellschaften, Deutsche Bahn - die klassischen Dienstleistungsunternehmen sind seit Jahren dabei, den Kunden-Service zu reduzieren. Wir machen jetzt schon so ziemlich alles selbst. Anfangs ärgern wir uns noch und stellen uns in der Hoffnung auf persönliche Bedienung in die Warteschlange, die es nur noch mit einem Service-Aufschlag gibt, irgendwann probieren wir es doch am Automaten und sehen, es ist einfach und geht viel schneller. Merkwürdigerweise wird aber die Dienstleistung nur unwesentlich billiger dadurch. Bei der Bank bekommen wir nur noch Beratung, wenn wir ein "Premium-Kunde" sind, also mindestens 50.000 Euro auf dem Konto haben, dennoch zahlen fast alle Kunden weiter überhöhte Kontoführungsgebühren.

Einfache Dienstleistungen werden wir bald zuhause per Internet oder am Automaten vor Ort erledigen. Es werden nur noch wenige, dafür aber hochqualifizierte Angestellte gebraucht. Der Rest muss sich einen neuen Job suchen.

Das ist die Zukunft, da nützt kein Jammern und Klagen.

"An den Stammtischen tobt seit Langem die Diskussion, ob die Globalisierung uns nützt oder die anderen bevorteilt. Die Arbeitskräfte finden, es schade ihnen selbst. Die Unternehmer glauben, dass die neue Technologie per Saldo allen nützt. Die Wahrheit ist wohl ganz simpel die, dass eine wirklich breit zu nutzende neue Technologie erst überhaupt allen schadet, weil sie viel zu viel Altes abschafft und dadurch einen Wirtschaftsknick auslöst. Denn zunächst einmal kosten die Veränderung und der "Neubau" der Welt viel Geld und erfordern eine große Umstellung. Erst einige Jahre später nutzt die Technologie allen, die es sich in der neuen Welt gut einrichten konnten. Aber dieses "Sich einrichten" in der globalisierten Welt bleibt uns nicht erspart. (...)
Ich plädiere dafür, das Weinen zu lassen. Ich rate davon ab, das Sterben mit Subventionen länger als nötig zu verzögern." (Gunter Dueck)

Es reicht nicht die Richtung zu ändern, sagt Dueck, man muss den Weg auch gehen. Aber wie? Zuversichtlich, mutig und ohne Angst - und wer es genauer wissen will, sollte das Buch unbedingt lesen.

Mehr zum Buch auch in meinem Bücherblog umamibuecher.wordpress.com
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Vor 2 Monaten von Eifelphilosoph veröffentlicht
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Da ich Herrn Dueck auf einer Konferenz als Keynote Speaker erleben durfte habe ich mir das Buch sofort gekauft. Lesen Sie weiter...
Vor 18 Monaten von ps veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Krasse Ansichten - Überwiegend RICHTIGE
Er hat schon Mut und er hat tolle Ideen.
Ich glaube er kann auch schon verdammt weit sehen!
Es scheint als wolle Gunter Dueck auch sehr gerne provozieren. Lesen Sie weiter...
Vor 19 Monaten von hwolfste veröffentlicht
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Vor 20 Monaten von uweth veröffentlicht
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Vor 21 Monaten von Nicki veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Tolles Buch. Unbedingt lesen.
Aufbrechen ist ein schö­ner, dop­pel­deu­ti­ger Begriff. Wir in Deutschland müs­sen auf­bre­chen. Und zwar in eine andere Richtung. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 21. Oktober 2010 von Roland Kopp-Wichmann
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Veröffentlicht am 26. April 2010 von Pechstein
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Veröffentlicht am 18. April 2010 von Dr. Lutz Eichler
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