Der Titel „...ohne Mühe" soll zögernde Interessenten beschwichtigen. Aber von den hohen Anforderungen beim Ungarisch-Lernen abgesehen ist das Buch locker geschrieben, mit fröhlichen Einfällen und unterhaltsam. Auch regelmäßige aufmunternde Bemerkungen tun dem angestrengten Benützer gut. Sehr angenehm ist der übersichtliche Druck, das handliche Taschenbuchformat, dass das Buch strapazierfähig gebunden ist, und dass jedem Text die Übersetzung gegenüber steht, auch bei kleineren Übungen.
Die verwendeten Vokabeln verlassen selten den Wortschatz der Alltagssprache. Wer das Büchlein durcharbeitet und sich alle Wörter merken könnte, hätte allerdings einen Wortschatz von mindestens 3500 Vokabeln zu verkraften. Doch wie soll man die Vokabeln wiederholen, wenn man z.B. bei Kap. 50 die Wörter zu Kap. 25 nicht mehr so recht beherrscht? Es gibt keinen Wortschatz zu den einzelnen Kapiteln, nur ein alfabetisch geordnetes ungarisch-deutsches Verzeichnis der im Buch verwendeten Wörter. Die Aufstellung hat Lücken, nicht sehr viele, und die Kapitelangaben sind gelegentlich falsch. Eine eigene Wörterkartei mühsam anzulegen und ein Lexikon zu kaufen, scheint unumgänglich.
Die Grammatik ist in den wichtigsten Teilen erklärt, meistens gut verständlich, in dem oben schon genannten, angenehm lockeren Ton, nicht immer systematisch, manchmal umständlich. Manches wird wiederholt dargelegt, was ja auch nicht schaden kann. Man spürt stellenweise die Übersetzung aus der französischen Originalausgabe: Zur Übersetzung von -nak wid empfohlen, mit „zu" zu umschreiben, entsprechend dem französischen „à", ohne Hinweis, dass -nak in der Regel dem deutschen Dativ entspricht (Kap. 16 und 23). Die Übersicht zur Grammatik am Schluss des Buches ist sehr knapp, nur die Tabellen zu den Verben sind erfreulich genau, klar und vollständig.
Es fehlen Hinweise auf diese Zusammenstellung, außerdem ein Inhaltsverzeichnis und Kapitelüberschriften zur Grammatik, sodass man Vergessenes, Unklares oder nicht Verstandenes mühsam zusammensuchen muss.
Die Übungen sind sehr knapp, aber erstaunlich treffend und einprägsam und amüsant.
Gerade bei einer so fremden Sprache wären mehr Hilfen zum Verstehen der Wörter sinnvoll. Z.B. in Kap. 1: új-ság - Neu-heit; egészítse ki kann man nicht einmal nachschlagen, bevor man nicht etwas von der Trennung von Verb und Vorsilbe gehört hat (ab Kap. 25).
Trotz aller, meistens unvermeidlicher Schwierigkeiten wird es einem mit diesem Buch nie langweilig, man amüsiert sich geradezu und ist immer neugierig auf das nächste Kapitel.