Kurzbeschreibung
Mit Application Service Providing (ASP) erhalten Unternehmen die Möglichkeit, komplette Software-Anwendungen, die von einem externen Dienstleister zentral betrieben und verwaltet werden, über das Internet zu nutzen und nutzungsabhängig zu bezahlen. Software wird gemietet, wie man etwa auch Büroräume mietet oder Firmenwagen least. ASP bietet somit gerade für kleine und mittelständische Unternehmen ein hervorragendes Einsparpotential, höhere Flexibilität und Mobilität. Dennoch gibt es bei vielen Anwendern Vorbehalte. In diesem Fachbuch werden erstmals alle Aspekte rund um ASP ausführlich beleuchtet. Neben technischen und betriebswirtschaftlichen Grundlagen werden Ge-schäftsmodelle vorgestellt und Einsatzbereiche beschrieben. Vor allem aber wird den rechtlichen Rahmenbedingungen breiter Raum gegeben: Vertragsgestaltung und Service Level Agreement lauten hier die wichtigsten Stichworte.
Über den Autor
Werner Grohmann gehörte zu den Initiatoren des im März 2000 gegründeten ASP-Konsortiums und war bis Mitte 2001 Geschäftsführer des Verbands. Heute ist er Geschäftsführer der Münchener Unternehmensberatung H.K.P. CONSULTING GMBH. Den Rechtsteil mit Ausführungen zum Thema Vertragsgestaltung und Service Level Agreement des Buches betreiten die Rechtsantwälte Andreas Zwipf, Klaus Rosenhagen, Michael Schönfelder, Jürgen Schneider und Jens Themann.
Auszug aus ASP - Application Service Providing. von Werner Grohmann. Copyright © 2002. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Parallel zu den Problemen der sogenannten "1st Generation" ASPs beschäftigen sich immer mehr Software-Anbieter mit dem neuen Geschäftsmodell, da sie sich davon eine Erweiterung ihres Kundenpotentials versprechen. Gerade im Bereich der Spezial- und Branchenlösungen gibt es immer häufiger die Möglichkeit, die Softwarelösung zu mieten als Alternative zum konventionellen Lizenzmodell. Welche Vorteile sich daraus für die Anbieter, welche Vorteile sich viel wichtiger daraus aber für Sie als Anwender ergeben, darauf werde ich in einem der folgenden Kapitel noch eingehen.
Diese Erweiterung der Lösungsvielfalt ist aber auch dringend notwendig und sicher eine der Hauptvoraussetzungen für den Erfolg von Application Service Providing. Man kann der Software-Industrie ja viel vorwerfen, aber nicht, dass ihr es nicht gelungen wäre, dem Markt in den letzten 25 Jahren eine fast unüberschaubare Vielfalt von Lösungen anzubieten. Im Gegensatz dazu fällt es heute in vielen Bereichen und Branchen noch schwer, überhaupt eine Lösung zu nennen, die im Mietmodell betrieben wird. Dass sich darauf Anwender nicht einlassen, sondern erst einmal abwarten, bis die Anzahl der Lösungen größer wird, ist absolut verständlich.
Die Vielfalt der im ASP-Modell verfügbaren Software-Lösungen spielt aber auch in einem anderen Zusammenhang eine wichtige Rolle. Haben Sie sich jemals schon Gedanken darüber gemacht, wie eigentlich genau die CD-ROM funktioniert, auf der Sie ihre Software-Programme geliefert bekommen? Sicher, es gibt zahlreiche Experten, die sich darüber Gedanken gemacht haben und immer noch machen, wie das Trägermedium CD-ROM leistungsfähiger, flexibler und sicherer gemacht werden kann. Dem Anwender selbst ist das aber doch ehrlich gesagt egal. Wenn er die CD-ROM einlegt, geht er davon aus, dass eine Setup-Routine startet, die ihn durch den Installationsprozess führt und der danach reibungslos mit der Software-Anwendung arbeiten kann. Bei den meisten Programmen funktioniert das ja auch mehr oder weniger problemlos.
Genau die selbe Situation muss im ASP-Modell erreicht werden. Auch die ASP-Infrastruktur ist letztendlich nur das "Medium", über die der Anwender eine Software-Applikation nutzen möchte. Auch er möchte nichts anderes tun, als sich beim ASP einzuloggen, und dann davon ausgehen, dass eine leistungsfähige, flexible und sichere Routine gestartet wird, die ihm den problemlosen Einsatz der Software ermöglicht.
Als Herausforderung für die Anbieter oder als Voraussetzung für den Erfolg des ASP-Modells formuliert bedeutet dies, dass die technischen Voraussetzungen geschaffen werden müssen, die einen reibungslosen Einsatz der angebotenen Anwendung garantieren. Welche Vorkehrungen dafür notwendig sind, werden wir gleich im nächsten Kapitel durchleuchten. Darüber hinaus bringt es dem Markt überhaupt nichts, wenn über Begriffe und Definitionen gestritten wird, dieser Streit schadet vielmehr. Im Vordergrund muss die Lösung stehen, erst wenn Application Service Providing als das gesehen wird, war es tatsächlich ist, nämlich ein neues "Delivery model", dann wird es sich auch am Markt durchsetzen.
Letztendlich sind aber auch die sogenannten "global players" gefordert, dem ASP-Modell zum Durchbruch zu verhelfen. Sie verfügen über die wirtschaftliche Stärke, das Renommee beim Kunden und die Marketing- und Vertriebskanäle, um selbst in diesen etwas unruhigen Zeiten ASP am Markt zu positionieren. Die Aussage, den derzeit am Markt aktiven ASPs als Partner zur Seite zu stehen, reicht meiner Meinung nach nicht aus. Denn ich glaube, Sie werden mir recht geben, dass Sie als Anwender viel schneller bereit sein werden, ein ASP-Angebot zu nutzen, wenn dieses Angebot von einem der "Großen" stammt. Dies bedeutet dann auch überhaupt keine Gefahr für die "Kleinen", da ein entsprechend entwickelter ASP-Markt genug Platz für alle bietet.
Denn eine weitere Konsolidierung am Markt wird und muss sicher stattfinden. Ich habe vor kurzem gelesen, dass es im Jahr 1900 in den USA allein fast tausend Hersteller von Automobilen gab. Hundert Jahre später gibt es davon gerade einmal zwei ein halb (wenn Sie die Firma DaimlerChrysler als "Halbamerikaner" bezeichnen). Die selbe Entwicklung sehe ich auch für den ASP-Markt voraus. Viele Anbieter werden merken, dass sie mit ihrem Angebot keinen Erfolg am Markt haben, dass sie aber Teilbereiche hervorragend abdecken können. Und so wird sich dann ähnlich wie im Automobilmarkt eine Art "Zulieferermarkt" entwickeln.
Und wenn dann noch das Vertrauen in neue Technologien zurückkehrt und die Aktienmärkte wieder anziehen, dann sollte einem erfolgreichen ASP-Markt nichts im Wege stehen.
Dabei dürfen Sie aber nicht vergessen: Es gibt bereits heute Unternehmen, die im ASP-Umfeld erfolgreich tätig sind, und eine immer größer werdende Zahl von Anwendern, die Software im Mietmodell nutzen (wenn man von den Millionen Nutzern von Suchmaschinen absieht, die das bereits seit langem tun - aber das hatten wir ja schon). Ich werde im letzten Kapitel noch eine umfassendere Prognose über die weitere Entwicklung des ASP-Modells und des deutschen ASP-Marktes abgeben.
Sie sehen, es macht also Sinn, weiter zu lesen.
(Auszug aus Kapitel II.6)
Diese Erweiterung der Lösungsvielfalt ist aber auch dringend notwendig und sicher eine der Hauptvoraussetzungen für den Erfolg von Application Service Providing. Man kann der Software-Industrie ja viel vorwerfen, aber nicht, dass ihr es nicht gelungen wäre, dem Markt in den letzten 25 Jahren eine fast unüberschaubare Vielfalt von Lösungen anzubieten. Im Gegensatz dazu fällt es heute in vielen Bereichen und Branchen noch schwer, überhaupt eine Lösung zu nennen, die im Mietmodell betrieben wird. Dass sich darauf Anwender nicht einlassen, sondern erst einmal abwarten, bis die Anzahl der Lösungen größer wird, ist absolut verständlich.
Die Vielfalt der im ASP-Modell verfügbaren Software-Lösungen spielt aber auch in einem anderen Zusammenhang eine wichtige Rolle. Haben Sie sich jemals schon Gedanken darüber gemacht, wie eigentlich genau die CD-ROM funktioniert, auf der Sie ihre Software-Programme geliefert bekommen? Sicher, es gibt zahlreiche Experten, die sich darüber Gedanken gemacht haben und immer noch machen, wie das Trägermedium CD-ROM leistungsfähiger, flexibler und sicherer gemacht werden kann. Dem Anwender selbst ist das aber doch ehrlich gesagt egal. Wenn er die CD-ROM einlegt, geht er davon aus, dass eine Setup-Routine startet, die ihn durch den Installationsprozess führt und der danach reibungslos mit der Software-Anwendung arbeiten kann. Bei den meisten Programmen funktioniert das ja auch mehr oder weniger problemlos.
Genau die selbe Situation muss im ASP-Modell erreicht werden. Auch die ASP-Infrastruktur ist letztendlich nur das "Medium", über die der Anwender eine Software-Applikation nutzen möchte. Auch er möchte nichts anderes tun, als sich beim ASP einzuloggen, und dann davon ausgehen, dass eine leistungsfähige, flexible und sichere Routine gestartet wird, die ihm den problemlosen Einsatz der Software ermöglicht.
Als Herausforderung für die Anbieter oder als Voraussetzung für den Erfolg des ASP-Modells formuliert bedeutet dies, dass die technischen Voraussetzungen geschaffen werden müssen, die einen reibungslosen Einsatz der angebotenen Anwendung garantieren. Welche Vorkehrungen dafür notwendig sind, werden wir gleich im nächsten Kapitel durchleuchten. Darüber hinaus bringt es dem Markt überhaupt nichts, wenn über Begriffe und Definitionen gestritten wird, dieser Streit schadet vielmehr. Im Vordergrund muss die Lösung stehen, erst wenn Application Service Providing als das gesehen wird, war es tatsächlich ist, nämlich ein neues "Delivery model", dann wird es sich auch am Markt durchsetzen.
Letztendlich sind aber auch die sogenannten "global players" gefordert, dem ASP-Modell zum Durchbruch zu verhelfen. Sie verfügen über die wirtschaftliche Stärke, das Renommee beim Kunden und die Marketing- und Vertriebskanäle, um selbst in diesen etwas unruhigen Zeiten ASP am Markt zu positionieren. Die Aussage, den derzeit am Markt aktiven ASPs als Partner zur Seite zu stehen, reicht meiner Meinung nach nicht aus. Denn ich glaube, Sie werden mir recht geben, dass Sie als Anwender viel schneller bereit sein werden, ein ASP-Angebot zu nutzen, wenn dieses Angebot von einem der "Großen" stammt. Dies bedeutet dann auch überhaupt keine Gefahr für die "Kleinen", da ein entsprechend entwickelter ASP-Markt genug Platz für alle bietet.
Denn eine weitere Konsolidierung am Markt wird und muss sicher stattfinden. Ich habe vor kurzem gelesen, dass es im Jahr 1900 in den USA allein fast tausend Hersteller von Automobilen gab. Hundert Jahre später gibt es davon gerade einmal zwei ein halb (wenn Sie die Firma DaimlerChrysler als "Halbamerikaner" bezeichnen). Die selbe Entwicklung sehe ich auch für den ASP-Markt voraus. Viele Anbieter werden merken, dass sie mit ihrem Angebot keinen Erfolg am Markt haben, dass sie aber Teilbereiche hervorragend abdecken können. Und so wird sich dann ähnlich wie im Automobilmarkt eine Art "Zulieferermarkt" entwickeln.
Und wenn dann noch das Vertrauen in neue Technologien zurückkehrt und die Aktienmärkte wieder anziehen, dann sollte einem erfolgreichen ASP-Markt nichts im Wege stehen.
Dabei dürfen Sie aber nicht vergessen: Es gibt bereits heute Unternehmen, die im ASP-Umfeld erfolgreich tätig sind, und eine immer größer werdende Zahl von Anwendern, die Software im Mietmodell nutzen (wenn man von den Millionen Nutzern von Suchmaschinen absieht, die das bereits seit langem tun - aber das hatten wir ja schon). Ich werde im letzten Kapitel noch eine umfassendere Prognose über die weitere Entwicklung des ASP-Modells und des deutschen ASP-Marktes abgeben.
Sie sehen, es macht also Sinn, weiter zu lesen.
(Auszug aus Kapitel II.6)