Ich habe Sacred 2 bisher nur angespielt und 4 von 6 Heldentypen probiert, aber dabei sind mir die folgenden Punkte deutlich aufgefallen:
Die Grafik ist außerordentlich toll gelungen, führt aber leider zu manch seltsamen Bugs (z.B. im Boden steckende und nach ihrem Ableben für eine Weile wild umher zuckende Gegner).
Wie schon in Sacred 1 kommentieren die auftretenden Gegner den Kampf gegen sie mit teils witzigen, manchmal auch nur befremdlichen Sprüchen.
Die 6 Heldenklassen sind durchaus unterschiedlich und werden, ebenfalls wie schon im Vorgänger, mit eigener kleiner Hintergrundgeschichte eingeführt - dies hob Sacred schon damals von Diablo II, mit dem es oft verglichen wurde, positiv ab.
Leider leider wirkt die Steuerung doch arg unbeholfen, zu oft rennt der Charakter in Ecken, aus denen er erst nach einer Weile wieder herausstolpert, und ebenfalls zu oft wird ein Geschoss im 90°-Winkel zum Gegner abgefeuert und trifft diesen dennoch...
Zoomt man in die Vogelperspektive, ist natürlich nicht mehr sehr viel von den liebevoll gestalteten Details zu erkennen, dafür hat man immerhin etwas Überblick. Bewegt man die Kamera nahe an den Helden heran, überrascht einen zwar der Detailreichtum, aber man hat das Problem, durch die Sicht von schräg oberhalb hinter dem Helden nicht besonders weit nach vorne sehen zu können. Dadurch geht der schönen Landschaft viel an Weite verloren, ein Panoramablick scheint ebenfalls unmöglich, und nahende Feinde werden erst so spät gesehen (nur manchmal tauchen sie als rote Dreiecke auf der Minimap auf), dass eine Fernkampfklasse wie Dryadin oder Hochelfe nicht wirklich guten Gebrauch von Bogen, Blasrohr oder Fernzaubern machen kann. Das führt dann dazu, dass man entweder mit diesen komplizierter zu spielenden Helden Probleme hat und häufiger sogar am Anfang schon in einige Bedrängnis gerät, oder aber die weniger spannenden nahkampforientierten Klassen vorzieht, die mit einfachstem Hack'nSlay zurecht kommen.
Ein weiteres Manko ist die Unverschämtheit des Spieleherstellers, der tatsächlich verlangt, ein Offline-Spiel online zu registrieren. Ohne diese Registrierung kann man etwa einen halben Tag lang spielen, dann erzählt einem das Spiel etwas davon, die Probezeit sei verstrichen und man habe das Spiel nun endlich zu registrieren. Wenn dies aus irgend einem Grund nicht klappt, weil sich der Computer nicht mit der Registrierungsseite verbinden mag, muss man den umständlichen Weg über eine sogenannte "manuelle Registrierung" gehen und separat vom Spiel ins Internet einloggen, die Sacred-Seite besuchen und dort einen zusätzlichen Code eingeben, um einen Freischaltcode zu erhalten, den man dann im Spiel wieder eingeben muss. Wäre es hier nicht ausreichend gewesen, für die Erstellung eines Multiplayer-Accounts den Code zu verlangen, und die Offline-Spieler wie früher üblich einfach offline spielen zu lassen, ohne ihnen diesen Unfug anzutun? So ist es einfach nur sehr umständlich und etwas frustrierend. Die Zeiten, in denen man nach dem Kauf ein PC-Spiel, das kein Online-Spiel ist, einfach ohne größere Umstände am heimischen Rechner spielen konnte, scheinen leider vorbei zu sein.
Fazit: 5 Sterne für sehr schöne Grafik, witzige Sprüche, exotische Spiellandschaft und ein paar einigermaßen neuartige Heldenklassen, aber 2 Sterne Abzug wegen miserabler Steuerung (v.a. diese stört nachhaltig!) und der Sache mit der Online-Registrierung.