Hallo!
Trine ist ein 3D-Fantasy-Spiel, in dem Sie jedoch die drei Spielfiguren nicht in der Ego-Perspektive, sondern von der Seite sehen und diese auch zweidimensional bewegen können, ähnlich wie in einem Jump'n Run. Der Hintergrund jedoch ist komplett dreidimensional und animiert. Was zu anfangs sehr nüchtern klingt und altbacken, hat durchaus seine Vorteile, denn so verlieren Sie nie den Überblick über die Helden. Doch um was geht es denn eigentlich?
Trine spielt in einem Märchenreich, wie es kaum klassischer sein könnte. Verzauberte Wälder, die von riesigen Pilzen gesäumten Wege, überall leuchtet und klitzert es, stehen flimmernde Kerzen auf den Ästen der Bäume, drehen sich im Hintergrund fremdartige, zahnradartige Maschinen, Bäche und kleine Flüsschen, auf denen die herabfallenden Blätter der Bäume schwimmen. Dabei werden die verschiedenen Abschnitte, die es zu erkunden gilt, so gekonnt und farbenfroh in Szene gesetzt, daß man an jeder Stelle stehen bleiben möchte, um Screenshots zu machen. Grafisch ist Trine ein visuelles Meisterwerk!
Untermalt wird die verträumte Stimmung von einem wunderbaren Soundtrack, der einem selbst nach Ende des Spiels noch lange im Ohr verbleibt.
In Trine steuern sie abwechselnd; wenn sie alleine spielen, einen der drei Helden. Im Gruppenspiel am selben Computer können Sie auch zu dritt die Abenteurer durch die Herausforderungen lenken, die aus Hüpfeinlagen und Knobelaufgaben bestehen. Trine besitzt eine Physik-Engine, die es möglich macht, Objekte physikalisch korrekt zu verschieben, zu stapeln oder zu werfen. So können auch schwierige Passagen überwunden werden. Der pummelig symphatische Ritter ist fürs Grobe zuständig und ein Experte im Umgang mit dem Schwert. Die Diebin kann Hindernisse mit einem Enterhaken überwinden und mit ihrem Bogen erloschene Fackel anzünden für mehr Licht. Der Magier kann Kisten und Brücken herbeizaubern. Somit gibt es immer mindestens eine Möglichkeit, den nächsten Abschnitt zu erreichen.
Trine beinhaltet sogar klassiche Rollenspiel-Tugenden. So finden Sie während Ihrer Reise immer wieder versteckte Truhen, die Amulette, Ringe und Rüstungsteile beinhalten, mit denen die Helden eingekleidet werden können. Außerdem kann man ihre Talente verbessern durch die Punkte, die man im Laufe des Abenteuers ansammelt.
Ich selbst bin eigentlich ein begeisterter Herr-der-Ringe-Online-Spieler, aber Trine hat es geschafft, mich so in seinem Bann zu ziehen, daß ich diese Rezension nun hier schreibe. Trine stammt vom finnischem Entwickler Frozenbyte und wurde 2009 auf der E3-Fachmesse ausgezeichnet, zurecht! Was die Finnen hier abgeliefert haben, kann man nur als fantastisch bezeichnen, liebevoll und engagiert. Große Studios können sich gleich mehrere Scheiben vom Ideenreichtum der Finnen abschneiden, Sie werden nicht enttäuscht sein.
Wenn ich Ihnen nun Appetit auf mehr gemacht habe, so gibt es von Trine auch eine Demo-Version. Ich bin mir sicher, Sie verstehen mich dann besser. Für Trine kann ich mit gutem Gewissen 5 Sterne geben und ziehe meinen (Zauber)-Hut... Bravo!
Herzlichst,
Cosmo Kramer!