Der Mensch im Mittelpunkt der architektonischen
Planung sollte zu jeder Zeit ein aktuelles Thema in
der Architektur darstellen. In diesem Sinne haben
Architektinnen wie Lucy Hillebrand zahlreiche Ideen
entwickelt, um mittels Architektur einen wesentlichen
Beitrag zur Verbesserung der zwischenmenschlichen
Beziehungen zu leisten. Diese Vision, dass
Architektur einen sinnvollen Lebensraum zu definieren
habe, in dienender Funktion gegenüber der Benutzung ,
bestimmte Hillebrands architektonisches Schaffen.
Ihre Arbeitsweise war von der Einsicht geprägt, dass
Form und Raum einen entscheidenden Einfluss auf das
Zusammenleben von Menschen haben. Gefallsüchtige
Dekoration oder spektakuläre Blickfänge lehnte sie
ab. Vielmehr war sie auf der Suche, das große
Einfache zu entdecken. Lesbarkeit der Gebäude, Mut
zur Lücke, zur Einfachheit und zur Askese anstelle
fotogener Fassaden sind einige Charakteristika, mit
denen sie selbst ihre Arbeitsweise und ihre Ziele
gerne beschrieb. Den Räumen näherte sie sich durch
sorgfältige Analyse von Bewegung und Raum und hielt
ihre Überlegungen in Raumschrift Skizzen fest.
Edeltraud Haseslteiner, Dipl.-Ing. Dr.techn: Studium der Architektur an der TU Wien, 2005 promoviert, seit 2000 freiberufliche Wissenschafterin mit interdisziplinären Forschungsschwerpunkten (Architekturtheorie und Architekturgeschichte, Stadtentwicklung und Stadtplanung, Soziologie, Gender, Nachhaltige Architektur)