Meine gute alte Liebert-USV hat leider das Zeitliche gesegnet, sagte mit einem durchdringenden Dauerpiepsen zum Abschied leise Servus und genießt jetzt ihre Rente in meiner zweiten Elektroschublade von oben. So weit, so schlecht. Denn mit einem 3.000 Euro teuren PC-System lasse ich natürlich keines der involvierten Kabel nackt am Strom kosten, zumal bei uns gegenwärtig dank zahlreicher nerviger Baustellen der sonst so zuverlässige Saft schon mal sauer wird.
Also ging für mich die Suche nach einer neuen USV los. Dabei landete ich bei der APC Back UPS ES 700. Die offensichtlichen Vorteile: Insgesamt warten acht Standard-Schuko-Plugs auf ihre Inbetriebnahme, selbst Geräte ohne Kaltgeräte-Leitung freuen sich also über das Backup der APC. Die vier Verbindungen rechts des geräteseitigen Kabelzulaufs bringen einen Überspannungsschutz plus Notstromfunktion mit, die übrigen vier Verbindungen links des Kabelzulaufs beschränken sich "nur" auf den nützlichen Überspannungsschutz. Zu letztgenanntem gesellt sich ein ebenso abgeschirmter Netzwerkkabel-Port. So gibt es für einen Blitzeinschlag auch über die Internetleitung keine Hintertür ins PC-Chassis. Genug Platz also für Rechner, Bildschirm, Modem und die angeschlossene Dolby-Anlage - alles Komponenten, die man auch bei einem Stromausfall zum einwandfreien Weiterfunktionieren des PCs gut gebrauchen kann, während man selbst zum Sicherungskasten spurtet. Praktische Sache: Da ich mein WLAN-Modem an der USV angeschlossen habe, bleibt bei einem Blackout meine Internetverbindung bestehen, auch wenn ich z.B. mit meinem sowieso nicht auf Dauerstrom angewiesenen Laptop arbeite.
Nun zu den weniger offensichtlichen, aber nicht minder wichtigen Talenten dieses rundum kompetenten Schreibtischbeschwerers: Nachdem die APC Back UPS ES 700 beim Kunden ankommt, muss der zunächst den Minuspol der abgeklemmten Batterie selbst verbinden. Das funktioniert recht problemlos, indem man das Gerät auf den Kopf stellt, den hochwertig verarbeiteten Deckel des Bleigelakkus entfernt, die APC erneut umdreht und so die Batterie aus ihrem Versteck gleiten lässt. Ein angeschlossenes Kabel später sollte man die USV zwischen 16 und 18 Stunden lang aufladen lassen, damit sie sich für den eventuellen Ernstfall ein paar Muskeln aus Volt und Watt antrainieren kann. Auf Wunsch ermöglicht eine schlanke Software bei einem Stromausfall das eigenständige Herunterfahren des PCs durch die USV via USB-Befehl. Ein Feature, das mich wenig interessiert und deswegen bei mir auch nicht installiert wurde.
Sehr wichtig dabei: Das Gerät stinkt nicht. Das mag sich nun seltsam anhören, wer aber öfters verschiedene USV-Systeme in Händen hält, wird ein Lied davon singen können, dass gerade die Schuko-Steckgeräte bei langem Betrieb gerne einen herrlichen Geruch irgendwo zwischen gar gebratenem Plastik, Teer in der Mittagssonne und einem dezenten Bouquet von Autoreifen nach einem Burnout entwickeln können. Kein Thema bei der APC.
Sämtliche Tests meinerseits hat das Gerät nach der Ladephase hervorragend bestanden. Die USV aktiviert sich auf Knopfdruck innerhalb einer Sekunde, verursacht dabei eine kurze Arbeitsspitze von bis zu 86 Watt. Kurz darauf pendelt sich die APC auf einen Eigenverbrauch zwischen 6 und 8 Watt ein, was bei einem angeschlossenen PC-System praktisch nicht ins Gewicht fällt. Somit liegt der jährliche Eigenverbrauch des Geräts bei etwa 60 Kilowattstunden - das bedeutet einen Stromverbrauch von etwa 1 Euro pro Monat. Kurzum: Sollte die APC Back UPS ES 700 sie innerhalb von fünf Jahren auch nur ein einziges Mal vor einer durch eine Stromschwankung verreckte Festplatte bewahren, hat sich das Gerät auch schon armortisiert - vom gesparten Stress eines Datenverlusts ganz zu schweigen. Meinen simulierten Stromausfall meisterte das System mit Bravour und einem lautstarken, aber nicht aufdringlichen Warnsignal. Der Hersteller gibt 36 Monate Garantie, was noch nicht einmal 3 Euro pro Monat entspricht. Zu diesem Preis zieht die APC Back UPS ES 700 der Konkurrenz in der Tat ganz schön den Stecker raus.
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-Nachtrag vom 28.07.2011-
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Am Samstag gab der Akku meiner USV den Geist auf: Das Gerät meldete sich mit dem Fehlercode 'Batterie hat das Ende ihrer Lebenszeit erreicht/Batterie ist defekt' lautstark zu Wort. Am Sonntag kontaktierte ich den Hersteller APC via Email, Montagmorgen bekam ich bereits Antwort: Da das Gerät noch unter die dreijährige Herstellergarantie fällt, würde mein Akku kostenlos ausgetauscht werden. Noch am selben Tag wurde die Ersatzbatterie von APC versandt, Mittwoch früh hatte ich sie frei Haus auf dem Tisch. Der Umbau war kinderleicht, dauerte ganze drei Minuten. Nach 16stündiger Ladezeit läuft meine USV jetzt wieder wie am ersten Tag. Klasse Service!