Liebe Nutzer der APC PF8VNT3-GR.
Ich habe mir mal die Mühe gemacht, und bin mit meiner Untersuchung zum "Warentest" etwas tiefer ins Gerät eingedrungen.
Das Ergebnis ist ziemlich nüchtern!
Netzspannungsseitig ist APC tatsächlich in der Lage, einen wirksamen Überspannungschutz bieten zu können. Einziger gefährlicher Mängelpunkt: Die um 180° schwenkbare Kabelzuführung sollte nicht zu oft bewegt werden, da im inneren die Adern einfach nur so auf die Platine weiter laufen. Im schlimmsten Fall gibt es einen Kabelbruch oder einen evtl. Brand, da durch eine ständige Bewegung die Seelen nach und nach brechen können und der Leiterquerschnitt auf ein Maß reduziert wird, dass es schon bei wenigen Ampere zum schmoken anfängt. Sicherlich ist auch der Netzschalter nicht für den täglichen Dauergebrauch ausgelegt, wie es schon so oft bemängelt wurde.
Die Telefon-RJ11-Buchsen sind lediglich mit Varistoren und zwei Sicherungen beschalten, die auf keinen Fall die nötige Bandbreite für ein ADSL-Signal erreichen. DSL-Light mit max 384kBit/s gehen vielleicht noch durch. Damit ist bestenfalls die analoge Telefonleitung nach dem Splitter zu schützen.
Eine Supportanfrage bezüglich der Beschreibung zur DSL-Tauglichkeit sowie in meinem Fall mit Nutzung einer Fritzbox wurde vom Hersteller folgendermaßen beantwortet:
"Den Überspannungschutz empfehle ich Ihnen erst ab dem Ausgang aus der Fritzbox zu verwenden. Das hat vor allem damit zu tun, das die Fritzbox das Signal mit Ihrem Provider verliert, wenn die Schutzweiche für das DSL-Signal davor eingesetzt wird."
Dafür ziehe ich zwei Punkte ab!
Die Beschreibung "- Datenleitungsschutz RJ11, bidirektionaler/s Modem/Fax/DSL-Splitter mit USV-Schutz " ist somit irreführend!
Zudem war der Hersteller auf Anfrage nicht in der Lage, mir die schematische Beschaltung der RJ-Buchsen zu liefern, um qualifiziertem Fachpersonal die Möglichkeit zu geben, entsprechende Adapter herauszusuchen, um eine Telefonanlage anzuschließen, deren Stecker nicht RJ11 sind (ZBsp. Fritzbox).
Die Beschaltung der LAN-RJ45-Buchsen haben mich insofern enttäuscht, das lediglich 1N4007-Dioden zum Schutz der Datenleitung verwendet werden und eine TVS-Diode die Diodenmatrix verbindet. Eine Überspannungsableitung zu PE ist nicht angeschlossen. Ich hätte hier etwas mehr Professionalität erwartet, wie zBsp. Varicap oder TVS-Kaskaden zwischen den TX/RX-Leitungen (1,2 und 3,6) sowie einen Gasableiter zu PE.
Das kostet abermals zwei Punkte der Bewertung.
Zum Überspannungsschutz der Koaxialbuchsen kann ich an dieser Stelle keine detailierten Angaben machen, da ich z.Zt. an mein Hochspannungsprüfgerät nicht herankomme. Die Buchsen stecken in einem verlöteten Metallbecher und ich hoffe, der hat einen Gasableiter mit drin. Jedenfalls ist dieser Metallbecher direkt mit der PE-Leitung verbunden. Hier kann es unter Umständen zu Brummschleifen kommen, da eine galvanische Entkopplung zum Koaxial-Schirm fehlt. Suppressordiode,Varistor oder Gasableiter könnten dies von vornherein verhindern.
Fazit meiner Untersuchung:
Für diesen Preis ist wirklich nicht mehr zu erwarten. Wer wirklich sicher seine Telefonanlage, Datentechnik etc. gegen Blitzschlag und Überspannung sichern möchte, der sollte auf Produkte namhafter Blitz-und Überspannungsfirmen zBsp. D...&Söhne zurückgreifen. Kostet zwar Geld, spart aber sicher Nerven nach dem Tag X.