"Sogar als wir zur Hölle fuhren, dachten wir, alles würde gut. Wesley glaubte es. Gunn glaubt es noch immer. Ich glaubte es, ganz tief im Inneren. Das war falsch!"
ZUR HANDLUNG DES SAMMELBANDES:
Die Ereignisse haben sich - selbst in Anbetracht der Tatsache, das Los Angeles in eine Höllendimension versetzt wurde - für Angel & Co. dramatisch zugespitzt. Während der Kampf zwischen dem zum Vampir gewordenen Gunn und seinen einstigen Teamgefährten entbrannt ist, versucht Angel zu verstehen, warum die ihm in einer Vision erscheinenden Cordelia ihn darum bittet, sich töten zu lassen. Denn Sinn hinter ihren Worten begreift er erst, als es beinahe zu spät ist: Gunn ist es gelungen, Illyrias menschlichen Körper tödlich zu verwunden. Das hat zur Folge, dass sie, eine der Alten vom Anbeginn der Zeit, ihre wahre Gestalt annimmt: Und die ähnelt so gar nicht dem jener hübschen, brünetten Menschenfrau, den sie übernommen hat, sondern eher einem riesigen, tentakelschwingenden Dämonenwesen, dass sich im Spielplatz Höllen-L.A. so richtig wohl fühlt. Sowohl für Wesley als auch für Angel gilt es, schwere Entscheidungen zu treffen ...
MEINE MEINUNG:
Mit "Showdown in der Hölle" ist der dritte Sammelband der Angel-Comicserie passend betitelt. Würde die Geschichte um den Vampir mit Seele noch immer fürs Fernsehen produziert, wäre "Showdown in der Hölle" ein zweiteiliges Season Finale, dass eine düstere Staffel abschließt. Schade nur, dass dieses Finale bereits so früh kommt. Vielleicht hat sich Script-Autor Brian Lynch gedacht, man soll dann aufhören, wenn es am schönsten ist. Als Leser ist man dennoch überrascht, wie der Sammelband endet. Vom apokalyptischen Handlungsschauplatz, zu dem L. A. geworden ist, verabschieden sich die Serienverantwortlichen aber immerhin noch mit einem gewaltigen Funkenregen: Bereits auf den ersten Seiten zeigt eine liebgewordene Serienfigur ihr wahres Gesicht, nur um kurz darauf einen Heldentod zu sterben; Chaos und Verderben herrscht allüberall und es kommt zu einem blutigen Kampf, in dessen Verlauf es zwar noch weitere Opfer zu betrauern gibt, durch die Angel aber schlussendlich erkennt, wie er denn Bann von Wolfram & Hart, der Los Angeles in die Hölle geschickt hat, aufheben kann. Es kracht gewaltig und das Special Effect-Feuerwerk, das Lynch und die Zeichner Stephen Mooney und Franco Urru abfeuern, hätte einem TV-Serienproduzenten sicher schlaflose Nächte bereitet.
Soweit so gut. Leider jedoch ist die rettende Idee, mit der Angel schließlich sich und die Stadt der Engel befreit, etwas unbefriedigend. Es erlaubt dem Autor, Tabula Rasa zu machen und die Serie noch einmal zu reseten. Das ist traurig, weil gerade die düstere Atmosphäre des zur Hölle gefahrenen Los Angeles und Angeles Status Quo als Mensch viel vom Reiz der neuen Comicserie ausgemacht hat und sicher noch viel Potential geboten hätte. Stattdessen befindet sich der Leser im letzten Drittel des Bandes in einem Los Angeles, das doch stark jenem ähnelt, das man auch aus den fünf Staffeln der Serie kennt. Es gelingt Brian Lynch zwar, ein paar neue Parameter zu schaffen, die die Serie zumindest im nächsten Band frisch halten dürften, ob der neue Schauplatz im Vergleich zum alten jedoch schlussendlich überzeugen kann, bleibt abzuwarten.
Immerhin bietet dadurch der dritte Angel-Sammelband den Abschluss einer erzählerisch dichten, wenn auch kurzen Storyline und ist schon aus diesem Grund für Leser des ersten und zweiten Bandes der Comicreihe unverzichtbar.