Ein junger Mann möchte nur eines: Der engen fanatischen Welt der Südstaaten entkommen. Wie ein Hobo haut er ab und versucht durch Distanz die Erinnerung an die traumatische Ereignisse in der Familie und Kirche auszublenden, für immer zu löschen. Auf diesem Weg trifft er seine grosse Liebe, doch diese ist von kurzer Dauer, wird sie durch Gewalt ausgelöscht. Die Rückblenden wie Fragmente, das Leben ohne Erinnerung, die Puzzle, die sich nicht zusammenfügen und das Leben das weitergeht sind eine rastlose Zeit die wie ein Sog einem in den Film hineinzieht und nicht mehr loslässt. Es geht nicht nur um Homophobie sondern auch um Glaubwürdigkeit an einem Menschen, der nicht mehr weiss was und wie er ist.
Inwieweit der Film den Vorgaben des tatsächlich Geschehenen entspricht bleibt offen. Wenn aber nur ein kleiner Teil der Grausamkeiten wahr ist, ist die Welt ein erschüttender Hafen der Verzweiflung. So erinnert mich die Tötung des eigenen Freundes der grossen Liebe an die Gefangenschaften in Kriegen, wo solche Dinge auch vorkommen. Der Sadismus der Menschen ist grenzenlos und kann nur eingedämmt werden in dem Mann radikal gegen solche obskuren Ansichten /Menschen vorgeht.
Der Film ist kein Geplätscher sondern ein reissender Wasserfall der ständig neue kleine und grosse Wege über den Bruch sucht und Fragen aufreist.
Ein sehr sehenswerter Film, der nicht alle Fragen beantwortet und noch viel mehr Fragen aufwirft. Gut gefallen hat mir, dass es ein zweisprachiger Film ist, da solche Filme wohl nur in CAD und der Schweiz gedreht werden und dem Film eine extra Nuance verleihen.