Vorwort:
Seit vielen Monaten suche ich einen zu mir passenden, mobilen Kopfhörer im bezahlbaren Bereich. Ich lade Sie herzlich ein auch meine bisherigen Rezensionen zum Thema zu lesen.
In der von mir bevorzugten Preisklasse fanden sich zunächst diverse InEars und ich habe mit den SHE-9900 von Philips für mich passende Modelle gefunden.
Doch die starke isolierende Wirkung und das ständige einsetzen und heraus nehmen, wenn man kurz etwas von der Umwelt mitbekommen möchte, stellt ein nicht zu unterschätzendes Problem dar.
Also suche ich nun noch einen mobilen, faltbaren Bügelkophörer mit angenehmem Klang und guter Verarbeitung.
Produktrezension:
Die AKG K518 werden als DJ Kopfhörer vermarktet, sind demnach sehr Schallisolierend und können auch mit einem Ohr seitlich bedient werden. Bereits nach dem Auspacken kann diesen beiden Punkten vollkommene Richtigkeit attestiert werden. Mit einem Ohr vorhören ist durch den Schwenkmechanismus denkbar einfach und die isolierende Wirkung ist sehr gut. Die Verarbeitung ist ordentlich und die Haptik gefällt. In weiß gefallen mir die K518 am besten und wirken nicht zu poppig, aber auch nicht zu langweilig.
Wenig überzeugend ist die beidseitige Kabelführung der sehr dünnen, nicht austauschbaren Kabel. Ich bin kein DJ, kann mir aber vorstellen, dass man sich beim Vorhören schnell verheddert, oder mit dem Kabel leicht hängen bleibt - und schon wird Ersatz problematisch.
Es gibt noch einen Transportbeutel dazu. Besser als nichts.
Setzt man den K518 auf, drückt eine Zange auf die Ohren und den Schläfenbereich. Die Bügel sind dermaßen stramm, dass der K518 bereits nach kurzer Zeit abgenommen werden muss.
Natürlich habe ich hier bereits die warnenden Rezensioen gesehen, aber ich habe einen kleinen Kopf (Trage Helm und Mütze in Größe XS/S). Daher ist es mir noch unverständlicher, wie man einen so übertrieben strammen Bügel verarbeiten kann. Für Menschen mit normalem oder großem Kopf kaum tragbar.
Mein persönlicher Klangeindruck:
Mumpfig :) Das ist das treffendste und gleichzeitig blumigste Wort, welches mir als Vergleich einfällt. Im Gegensatz zum vorher gehörten K450, welcher an ein Kofferradio erinnert, ist der K518 ein dunkel abgestimmter Kopfhörer mit Hang zum Bassbereich - ahnlich einem Koss Porta Pro, aber viel, viel dumpfer.
Mumpfig halt ;) Wie Musik hinter einer geschlossenen Zimmertür, wenn sich besonders die Tiefen Freuqenzen durchsetzen können, Mitten und Höhen dagegen geschluckt werden. Dem lobenden Credo der meisten Rezensenten kann ich mich daher nicht anschließen. Der K518 ist nicht schlecht, aber für echten Musikgenuss untauglich. Die Bezeichung "DJ" trägt er mit Recht und dürfte die richtige Wahl sein, um in der Disco Beats bei hoher Lautstärke vor zu hören.
Als mobiler Begleiter an iPod und iPhone kann er dagegen nicht recht überzeugen, da sein Klangbild zu dunkel ist, als das Freude mit ihm aufkommen könnte.
Fazit:
Ein auf längere Zeit kaum (er)tragbarer Kopfhörer, der dunkel abgestimmt ist. Zweiseitige Kabelführung, das nicht ausgetauscht werden kann, obwohl für den harten DJ-Einsatz gedacht.
Für den Zweck des mobilen Begleiters am Musikplayer leider ungeeignet. Als DJ-Monitor für unterwegs sicherlich prima, aber vorsichtig bitte im Umgang damit.
3 Sterne für eine durchschnittliche Vorstellung. Den K518 kann man kaufen, aber Alternativen, die nicht so stramm sitzen und mehr Klarheit und Luftigkeit bieten, gibt es. Daher rate ich dazu sich lieber anderweitig umzuschauen, es sei denn, die Anforderungen passen wirklich überein.
Nachwort:
Kopfhörer Rezensionen sind immer sehr schwierig, denn hören wird sehr subjektiv wahr genommen. Was Hans Mustermann gut findet, muss Otto Normal nicht zusagen. Um meine Bewertung nachvollziehen zu können, sollten Sie kurz über meinen Hör- und Musikgeschmack informiert sein. Ziel meiner Rezension soll es ja sein Ihnen mitzuteilen, ob diese Kopfhörer auch Ihren Geschmack treffen können und ob sie ihren Preis im Vergleich zur Konkurrenz wert sind.
Ich höre sehr gerne Jean Michel Jarre, also elektronische Musik, die überwiegend aus analogen Synthesizern kommt, außerdem "Dead Can Dance", welche viele außergewöhnliche Musikinstrumente sowie Lautmalerei verwenden. Des weiteren Neo-Prog Rock, wie z.B. IQ. Auch Supertramp, Amy Mc Donald, Muse und Lilly Allen haben auf meinem Player einen festen Platz. Am liebsten genieße ich Musik in einer ruhigen Umgebung, wie z.B. einem Zimmer, auf der Couch, im Bett, oder bei meinen Spaziergängen durch Wälder und entlang von Seen.
Ich mag dynamischen Sound, ein klares Klangbild, die saubere Trennung von Instrumenten und eine genaue Ortung.
Der optimale Kopfhörer sollte tiefe Töne angenehm satt wiedergeben, die Bässe das Frequenzband nicht dominieren. Die Mitten neutral dargestellt werden, nicht in den Hinter- oder Vordergrund treten. Höhen deutlich und sauber herausgestellt werden. S-Laute dürfen nicht zum zischen neigen und ein Becken soll sich auch so anhören und nicht wie ein Stück Blech, dass in eine Ecke geworfen wird. Das Ganze bitte auch bei niedrigen Lautstärken, ich muss mir mein Gehör nicht mit Gewalt ruinieren. ;) Das wäre das Optimum, welches natürlich nicht im Einsteigersegment zu finden ist, aber von diesem Bild ausgehend überdenke ich meine Erläuterung über den empfundenen Klang.
Gut gefallen mir Beispielsweise die AKG K301xtra als auch Steelseries SIBERIA v2. Beim Sounding bin ich immer gerne für Philips und Sony zu haben, empfinde es nur oft als übertrieben Basslastig.