Nachdem ich sehnsüchtig fast einen Monat lang auf den Hörer gewartet hatte und in den letzten Tagen bereits 2 Rezensionen erschienen sind, möchte ich nun meinen Erfahrungsbericht online stellen:
Ausgangssituation:
Für meinen Creative MuVo V100 einen hochwertigen und doch bezahlbaren Ohrhörer zu finden, der nicht gleich zu Mus geht, wenn ich mich mit dem Ohr d'rauf lege oder mit der Hand beim Lesen abstütze. Außerdem einer, der nicht aus dem Ohr fällt oder drückt (z.B. der dem Player beiliegende). Nach eingehender Prüfung entschied ich mich gegen die Modelle Shure E2c Ohrhörer (mir zu teuer) und Sennheiser CX 300, den ich mir im MMarkt angesehen habe. Ein Modell der Japan-Player-Hersteller habe ich bewusst nicht gekauft - man geht zum Schmied und nicht zum Schmiedl (schließlich kenne ich Sennheiser und AKG schon seit Jahrzehnten aus der Analog-Ära ...) Und so kam ich zum neuen Modell AKG K 324 P.
Was ist in der Verpackung:
- Hörer mit symmetrischen Kabeln und vergoldetem 3,5 mm Klinkenstecker (Made in China, leider nicht mehr in Europa/Österreich. Achtung! Entgegen dem Amazon-Text enthält das Kabel KEINE integrierte Lautstärke-Regelung)
- Ein ca. 5x5cm Stoffbeutel zur Aufbewahrung
- Eine Mini Snapbox zum Schutz der Ohrhörer
- Neben den montierten Ohradaptern (Weichsilikon, anthrazit-schwarz) mittlerer Größe noch ein Paar in klein und groß
- Eine Garantiekarte und ein Hinweis auf die mögliche Gehörschädigung bei zu lauter Musik...
Look and Feel:
- Hochwertige Verarbeitung mit superweichen Gehörgangadaptern
- Eher filigran wirkende Kabel, high flex; ebenso fühlt sich der Stecker weich und sympatisch an
- Die Seitenteile der Hörer sind aus verchromtem Kunststoff (es gibt ihn auch in weiß, passend zum iPod).
- In großen Männerhänden wirken die Hörer, die beim Tragen ganz innerhalb der Ohrmuschelebene zu liegen kommen, filigran und winzig.
- Ohne gute Augen ist die Aufschrift "R" bzw. "L" kaum zu erkennen.
Meine bisherigen Erfahrungen:
- Gewaltiger Klang, sowohl bei Rock, Jazz als auch Klassik (was ich eben in den letzten beiden Stunden gehört habe)
- Ausgewogenes Klangbild, nicht basslastig, die Höhen nicht zu scharf. Die in meinen Ohren best klingende EQ-Einstellung auf meinem MuVo ist aber Rock bzw. kein EQ (neutral) und eher kein Bass-Boost (sonst "säuft" alles in "marmeladigem" Gebrumme ab)
- Optimale Passform (in meine Ohren passt die vormontierte mittlere Adaptergröße, auch nach jetzt über 2 Stunden völlig druckfrei.
- Problemloses Einpassen; kein "Gepfriemel" mit "hinter dem Ohr vorbei" usw.
- Praktisch völlige Abschirmung der Umweltgeräusche, jedoch ohne dass ein Gegenüber auch nur im geringsten von der Musik gestört würde!
Mit der Entscheidung sich ein "In-Ear-System" zuzulegen (hatte bisher nur Erfahrungen mit Standard-Ohrhörern und offenen/geschlossenen Kopfhörersystemen), kauft man sich aber auch Nebeneffekte ein:
- Bisher gewohnte 15-25 Lautstärkestufen (von 25) sind (für mich) jetzt viel zu laut. Ich höre zw. 8 und 12. Für Sound-Junkies sollten somit alle mp3-Player locker laut genug sein...
- Männer mit vielen Ohrhaaren müssen den Bewuchs erst mal "abflammen" ;-)
- Joggen (könnte ich mir vorstellen) bzw. häufige Kopfbewegungen, wobei das Kabel im Halsbereich z.B. am Kragen wetzt, sind beim Hören kontraproduktiv: Man hört das als störendes Geräusch (so ähnlich wie früher die Plattenspielernadel, die in der Innenrille fest hing)
- Auch "Körpergeräusche" (z.B. Atmen, Bewegungen, Kratzen) werden viel intensiver wahrgenommen und "überlagern" die Musik .
Zusammenfassung und mein Resümee:
Eine eindeutige Kaufempfehlung für den Tragekomfort und das ausgewogene Klangbild, wenn man sich mit den systembedingten Begleiteffekten eines "In-Ear-Systems" abfinden kann.
Über die Langzeithaltbarkeit kann ich dzt. noch nichts sagen, ebenso wenig für die Tauglichkeit für gewisse andere Musikrichtungen, die ggf. mehr Bass erfordern...