Auf der Suche nach einem passenden Geschenk für meine 11-jährige Nichte stolperte ich über "AJABU - Das Vermächtnis der Ahnen". Ich hatte davon vorher nie gehört, auch der Publisher Goodfable sagte mir zunächst mal gar nichts (bis ich dann durch Zufall mitbekam, dass die früher dieses "Don Cato" gemacht haben - das hat mein Neffe gespielt, der heute zu alt ist für so was, der dieses Spiel damals aber richtig schön fand). Von der Nichte weiß ich aber sehr wohl, dass sie gerne Abenteurgeschichten mag, Märchen liebt, selber immer eine "Heldin" sein will und im Grunde so ein "Mini-Haudegen" ist, wenn man so was über ein Mädchen sagen darf. Da "AJABU" als Lehrprogramm verkauft wird, war ich mir sicher, dass ich damit auch die Mutter auf meine Seite bekäme. Meine Schwester ist, im Gegensatz zu mir, eine ausgemachte Computerspielgegnerin. Aber es ist ja nun mal so, dass Computerspiele heute zu unserer Welt dazu gehören. Und dann ist es doch wohl besser, ein Spiel, bei dem auch noch was lernen kann, zu spielen statt nur irgendwas auf dem Handy zu daddeln.
So, ich schenk' also der Nichte das Spiel, nachdem meine Schwester es zähnekirschend erlaubt hat und die Nichte zieht erstmal einen Flunsch. "Lehrprogramm? Was soll'n das sein? Für die Schule?" Aber dann hat sie sich in die Geschichte irgendwie "reingespielt" und wollte gar nicht mehr raus! Sie fand Phoebe ganz toll, Sam war auch gut und am liebsten mochte sie Kinyago. Sie war begeistert davon, dass die Kinder in dem Spiel sich soviel getraut haben und nie Angst hatten.
Und "Lehrprogramm" war kein Thema mehr, weil die Geschichte so spannend gewesen sei. Was mich aber am meisten gefreut hat, war, dass meine Schwester, die sich überzeugen wollte, dass ich keinen Schund geschenkt habe, tatscächlich eine ganze Weile mitgespielt hat am Computer.
Deshalb vergebe ich für dieses Spiel 4 Sterne und einen fünften dafür, dass das endlich mal ein Spiel ist, das Kindern UND Eltern gefällt.