Es handelt sich bei diesem Spiel um ein Point-and-click Adventure - laut Anfangsbildschirm von Tecmo und Cing (Hotel Dusk Room 215). Genre: Krimi.
Story
Jonathan "J" Weaver, FBI-Agent, muss mit seiner Partnerin Kate mehrere 19 Jahre alte Fälle neu aufrollen, die Providence-Morde, denn in der Gegenwart mordet jemand nach ihrem Schema. J ist der einzige Überlebende der alten Mordreihe, und er hat eine besondere Fähigkeit: Unter bestimmten Bedingungen kann er einen Ort gleichzeitig in der Gegenwart und in der Vergangenheit sehen.
Spielmechanismen
Der DS wird quer gehalten, wie bei Hotel Dusk, und auch die Gesprächsführung ähnelt in der Art. Der Spieler läuft aber nicht frei durch die Stadt, außer bei der Untersuchung der Tatorte.
1. Gesprächsführung bzw. Zeugenbefragung. Der Spieler klickt sich von Ort zu Ort und somit von Person zu Person und fragt, hin und wieder zeigt er einen Gegenstand. An einigen wenigen Stellen muss er aufpassen, dass er das Richtige fragt oder sagt, aber selten.
2. Untersuchung der Tatorte. Der Spieler untersucht in klassicher Manier einen 3D-Ort, wendet Dinge an, löst Rätsel. Hier kommt Js Fähigkeit ins Spiel: Er muss versuchen, den Tatort von "damals" weitgehend wiederherzustellen, weil er so eine verschwommene Vision des Tathergangs in Bruchstücken auslösen kann.
Graphik
Ungewöhnlich. Die Figuren und ihre Animation sind aus "echten" Photos gemacht, die wenigen Cutszenen haben gefilmte reale Personen - das alles vor einem üblichen computerisierten Hintergrund. Erstaunlicherweise funktioniert das ganz gut, nur die eine oder andere Cutszene hat mich gestört. Die Farbpalette ist düster, passend zur Story. Erwartet nichts Besonderes.
Musik
Passend bis angenehm. Erwartet auch hier nichts Besonderes.
Meinung
Wer lesen hasst, sollte woanders suchen. Wer eine poppige Comic-Umgebung und Humor sucht, ebenfalls. Der Humorgehalt dieses Spiels beträgt 0 Prozent. Die Anzahl der Rätsel hält sich in Grenzen. Krimileser und solche, die Adventures mit einem langsamen Tempo und einer verzwickten Geschichte mögen, könnten auf ihre Kosten kommen. Worauf es bei diesem Spiel ankommt, ist in erster Linie der Plot. Mit Ausnahme von J werden die Figuren gerade genug entwickelt, dass sie eine eigene Persönlichkeit haben und ihre Aufgabe in der Geschichte erfüllen, der Plot hingegen ist verwickelt und enthält viele Wendungen, vor allem in Bezug auf die Identität des Mörders und das Motiv (natürlich). Und genau das ist es, was den Spieler durch dieses Spiel puscht: Parallel zu den zwei Ermittlern Theorien aufstellen und Zusammenhänge erkennen und sie den neuen Ereignissen anpassen. Die Folge: Dieses Spiel wird jeder nur einmal spielen. Wenn der Plot bekannt ist, ziehen einen weder die Figuren (wie z.B. in Ace Attorney), noch die Atmosphäre (wie in Hotel Dusk) zu einem zweiten Spieldurchgang. Obwohl das Spiel nicht auf meiner Favoritenliste landet, finde ich es auf seine düstere Art gelungen. Vielleicht hätten die Entwickler mehr Freiheit einbauen können, mehr Möglichkeiten, auf eine falsche Fährte hereinzufallen. Mehr aus den Dialogen und aus den Kommentaren zu untersuchten Gegenständen herausholen können. Vielleicht haben sie es unterlassen, weil der Plot an sich schon kompliziert ist. Die Auflösung zum Schluss lässt keine nennenswerten Fragen offen. Nur die allerletzte Szene ging mir gegen den Strich, ich hatte etwas Anderes gehofft; das ist aber nur meine eigene Abneigung gegen solch eine Art Ende, also Geschmackssache.
Fazit
Wer günstig an dieses Spiel kommt und das Genre mag, kann einen Blick riskieren, sollte aber ohne vorgefasste Erwartungen an die Sache herangehen (d.h. er sollte dieses Spiel nicht mit Hotel Dusk vergleichen wollen).