Diese Lautsprecher sind baugleich mit den Clatronics LB 796 http://www.amazon.de/Clatronic-796-Lautsprecherboxen-Lautsprecherkabel-schwarz/dp/B001L5W8N0/ref=cm_cr-mr-title.
Zudem gibt es auch noch identische Boxen von Hyundai, die auch schonmal statt der Clatronics geliefert wurden.
Um gleich dem Unmut der Hifi-Enthusiasten zu begegnen:
die 5 Sterne beziehen sich nicht allein auf den Klang, sondern auf den Gegenwert für's Geld!
Sicherlich sind Nubert, KEF, T+A usw. qualitativ ein ganzes Stück entfernt, dennoch ist dieser Lautsprecher für den Einstieg in den Hifi-Bereich bestens geeignet, sogar ideal.
Warum?
Als Weihnachtsgeschenk für einen Jugendlichen, der bisher den Ton aus den gängigen aktiven Computer-Boxen gewohnt ist ("Quäken"), werden sich hiermit klanglich völlig neue Welten eröffnen, ohne dabei zuviel zu investieren. Gerne kann er später selbst entscheiden, ob die Lautsprecher durch einen Subwoofer ergänzt, als Front- oder Rearspeaker in einem 5.1-System ihren Dienst tun sollen oder (sobald es die eigene finanzielle Lage zulässt) sogar gänzlich ausgetauscht werden.
Bisher habe ich persönlich keinen Lautsprecher gehört, der zu diesem Kurs so viel Gegenwert bietet.
Wo andere namhafte Hersteller das Doppelte bereits als Stückpreis verlangen, gibt sich Clatronic hier gerade mal mit der Hälfte für das Paar zufrieden.
Unterschiede zur Einstiegsklasse von Heco, Canton oder Magnat?
Zunächst fällt beim Auspacken auf: die Lautsprecher kommen zusammen in einem großen Karton, durch viel Styropor voneinander sicher getrennt und zusätzlich in Folie gehüllt. Das passt!
Kurz über die Oberflächen gefühlt: sauber verarbeitet.
Das Schutzgitter entfernt: tadellos eingelassene Treiber. Keine Kanten, keine Grate, einfach gut.
Wenn man die Boxen aus dem Karton zieht, wundert das geringe Gewicht.
Dies macht den erfahreneren Musikliebhaber zunächst stutzig, so lernte man doch mal: viel Gewicht bedeutet in der Regel massive Bauweise, geringe Eigenresonanz, wertige Materialen, große Magneten und Spulen. Ein geringes Gewicht deutet also zunächst einmal auf wenig Holz und kleine Magneten hinter den Treibern, was letztlich zu Lasten des Klangs gehen sollte.
Der Anschluss an einen Grundig Fine Arts Stereo Amp ist mittels der beiliegenden (zugegebenermaßen sehr dünnen) Kabel schnell bewerkstelligt, als Zuspieler fungiert der Philips DVD-Player, doch was ist das?
Bei geringer Lautstärke zeichnen die Boxen ein feines Klangbild mit klaren Höhen, unaufdringlichen Mitten und sauberen Bässen.
Doch ich staune nicht schlecht, als ich die Lautstärke erhöhe: der Klang scheint linear erhalten zu bleiben, keine Frequenz wirkt aufdringlich oder überzeichnet, weder Hochton- noch Tieftonbereich spielt sich in den Vordergrund.
Sowohl Streichbässe als auch den Utz-Utz-Bass gibt die Box unangestrengt wieder.
Guten Gewissens kann ich so einem Hifi-Junior den Einstieg in die Klangwelten ermöglichen, ohne dabei ein gewisses Budget zu überschreiten.
Die heutzutage fast vergessenen Equalizer kann ich dennoch nur jedem ans Herz legen, der seine Lautsprecher auf den individuellen Hörcharakter feinabstimmen möchte. Hier gibt es ebenfalls erschwingliche Produkte, die den Klang mit einem zusätzlichen Aha-Effekt deutlich aufwerten können.
Dient als Zuspieler der Computer, so kann sicherlich auch das digitale Regeln der Frequenzen nützlich sein (Equalizer/Presets).
Zurück zur Frage, wo die Unterschiede zur Einstiegsklasse von Heco, Magnat und Canton zu finden sind...
Die Zeit wird zeigen, wie haltbar die Lautsprecher sind, gute Lautsprecher die pfleglich behandet werden können Jahrzehnte klaglos überstehen.
Gerne verabschieden sich bei Billig-Elektroartikeln minderwertige Kondensatoren und Spulen, sehr dünne Kupferdrähte halten den Belastungen auf Dauer nicht stand oder zu dünnes Material an den Sicken wird porös und bröselt weg.
Hier muss der Lautsprecher erst noch zeigen, was er tatsächlich dauerhaft kann.
Aber selbst in diesem Bereich lassen die genannten Hersteller inzwischen nach. Ob das an der Herstellung in Fernost, mageren Qualitätskontrollen oder dem Preiskampf im allgemeinen liegt, sei mal dahingestellt. Allerdings ist zu beobachten, dass sich in Foren immer mehr Kunden über die Kurzlebigkeit ihrer teuren Produkte beschweren.
Klanglich unterscheiden sich Hecos genauso von Canton oder Magnat wie die Clatronics, jeder Lautsprecher hat seine individuelle Klangfarbe und Linearität. Ich würde mir nicht anmaßen wollen, mit verbundenen Augen die Clatronics aus der Gruppe der Mitbewerber heraushören zu können und wenn doch, wäre es eine nicht leicht lösbare Aufgabe, was die Investition in diese Lautsprecher mehr als rechtfertigt.
Fazit: mehr Ton für's Geld geht nicht!
PS:
die Wattzahlen sind wie immer mit Argwohn zu genießen. Hier wird marketingtechnisch der sehr kurze Maximalpegel angegeben, den die Lautsprecher noch verkraften. Beim sogenannten Peak-Wert geht es aber in der Regel um Millisekunden, die Nennbelastbarkeit ist ein Vielfaches darunter anzusiedeln (60-80 Watt scheinen realistisch zu sein).
PPS:
Alternativen sind nur im Regallautsprecher-Bereich zu finden, preislich könnten hier Magnat Monitor Supreme 100 oder 220 in Frage kommen.
In der Regel ist viel Volumen zwar klangförderlicher, die Markenhersteller verstehen es inzwischen aber durchaus, kleinvolumigen Lautsprechern wahre Wunder zu entlocken (Stichwort Langhubsicken).
Noch eins zum Schluss:
wer ambitioniert Musik hört, sollte den Rat beherzigen und auch bei einem schmaleren Geldbeutel den persönlichen Klangeindruck eines Lautsprechers testen und vor allem mit anderen Testkandidaten der gleichen Preiskategorie vergleichen.