Da wir momentan umbauen und es deshalb zu schade wäre, eine hochpreisige Espressomaschine aufzustellen, haben wir dieses Modell zur vorrübergehenden Nutzung gekauft.
Anfangs war ich von der Maschine etwas enttäuscht - wie auch in einem anderen Bericht erwähnt war anfangs der Wasserdruck sehr niedrig und der Kaffeeauslauf war auf beiden Seiten nicht gleichmäßig und der Espresso schmeckte auch bitter und wässrig. Interessanterweise hat sich das aber nach den ersten 10-20 Bezügen verbessert. Mittlerweile lässt sich aus diesem Gerät ein Espresso mit richtig dicker hellbraun marmorierter Crema erzeugen, der kein bißchen wässrig schmeckt und auch den Zuckertest besteht (allerdings sind auf der Crema oft ein paar kleine Bläschen und sie wirkt härter als es bei Espressi meiner VBM Domobar der Fall ist). Die Ergebnisse sind besser, wenn man 2 Espressi mit dem kleinen Sieb nacheinander zieht, anstatt bei Verwendung des großen Siebes. Da die Maschine nicht in der Lage ist, die Temperatur konstant zu halten (auch das können nur die hochpreisigen Geräte) empfehle ich außerdem, vor dem Espressobezug etwas Wasser hindurchlaufen zu lassen. Ein Manko ist, dass das Sieb manchmal beim Abklopfen des Espressos herausfällt - ich verwende deshalb wenig stilecht einen Löffel, um den Espresso aus dem Sieb wieder herauszubekommen.
Für einen guten Espresso mit dem Gerät empfehle ich folgende Vorgehensweise: Einmal den mitgelieferten Dosierer mit frischem Espresso füllen, das Pulver in das kleine Sieb geben, darauf achten, dass es im Sieb gleichmäßig verteilt ist, und dann kräftig tampern. Anschließend das Sieb so einspannen, dass es im rechten Winkel zur Mschinenfront steht, und den Bezug starten. Es dauert so ca. 10-15 Sek., bis die ersten Tropfen aus dem Gerät herauskommen, kurz darauf fließt der Kaffee gleichmäßiger. Da das Gerät eigentlich für den Druck, den es aufbaut, zu leicht ist, wackelt es beim Brühen leicht. Wenn's nicht schäppern soll, muss also das Gerät oder die Tasse(n) etwas festhalten.
Wer die Maschine dauerhaft nutzen möchte, sollte sich evt. noch ein separates Mahlwerk anschaffen, da Espresso ja sehr schnell den intensiven Duft verliert und Espresso mit nicht-frischem Pulver merklich schlechter schmeckt.
Den Milchaufschäumer habe ich noch nicht getestet (nur zum Druck ablassen, was man auch regelmäßig tun sollte), er wirkt allerdings nicht besonders vielversprechend.
Gegenüber einem Vollautomaten oder Nespressosystemen, die meist deutlich teurer sind (entweder sind die Kapseln oder das Gerät viel teurer), kann ich dieses Gerät empfehlen. Echten Espressoliebhabern würde ich allerdings eher zu einem teuren Siebträgergerät aus Chrom (mit e-61 Brühgruppe) raten.