Vor einigen Wochen habe ich diesen Minifernseher gekauft und (um es vorweg zu nehmen) ich habe ihn immer noch.
Zunächst die positiven Dinge:
Er sieht schick aus, macht ein gutes Bild und für den Preis ist der Funktionsumfang wirklich überraschend groß. Fernsehen, digitaler Bilderrahmen, Videos, Radio... die ganze Palette und das nicht nur "on Air", sondern zudem noch über SD-Karten oder USB-Sticks. Zudem gibt es eine Fernbedienung, damit man nicht durch die Marmelade quer über den Küchentisch langen muss.
Die Empfangsqualitäten kann ich selbst nicht wirklich beschreiben, da ich zum einen keinen Vergleich habe, zum anderen meinen Küchentisch eh in der äußersten DVB-T-Randzone aufgestellt habe.
Aber liebe Leutchens von AEG... Welcher Schludrian hat dann da wohl die Software programmiert? Wenn ich euren Bockmist mal freundlich umschreiben soll, kommt da allenfalls eine absolut unergonomische Katastrophe bei heraus.
Fangen wir von vorne an: Wir kaufen einen Fernseher und schalten ihn ein. Was erwarten wir? Denkste! Um Fernsehen zu gucken, müssen wir nach dem Einschalten nochmal auf DVBT drücken. Vorher sehen wir nur das Menü.
Eine automatische Formaterkennung und Umschaltung von 4:3 auf 16:9 gibt es nicht (oder sie funktioniert bei mir nicht). War vielleicht bei dem Preis nicht mehr drin. Aber um eine Fernsehsendung dann umzuschalten muss ich ZEHN (!) mal auf die Fernbedienung klicken, um dann in der 4. Ebene des Menüs das Format umzustellen!? Wenn man allerdings nicht auf die Idee kommt, diese Einstellung unter "Systemeinstellungen" zu suchen, wird man wohl noch länger suchen müssen. Das kann es doch wirklich nicht sein, Jungs!
Zugegeben, das ist der heftigste Patzer, den ich bislang gefunden habe. Der Rest des Menüs ist aber ähnlich aufwändig und definitiv nicht ergonomisch.
Die minimalste Lautstärke ist mir ebenfalls deutlich zu laut. Stufe 0 ist stumm und Stufe 1 ist für einen normalen Turnhallenbetrieb durchaus ok. In meiner Küche hingegen zu laut. Es gibt hier 2 Abhilfen: Entweder ich nehme meine Hörgeräte heraus (ich trage tatsächlich welche und nehme sie AEG-sei-Dank auch tatsächlich beim Frühstück heraus). Oder man nimmt ein paar zusätzliche Lautsprecherboxen von einem alten PC und dreht die Dinger dann leiser. Beide Lösungen sind nicht die optimalsten, aber es geht.
Kommen wir nun zur Abteilung Produktdesign.
Das Gerät ist schwarz und glänzt. Leider ist schwarz und glänzend aber nicht immer gleichzusetzen mit optimalem Produktdesign. Was man auf den hier abgebildeten Bildern nicht sieht, ist nämlich eher unhandlich.
Flach ist zwar das Display, das Gerät hat aber dank des nach hinten schmaler werdenden Standfußes eine Tiefe von 9 cm. Eine Platzierung direkt an der Wand ist also ein vergleichweise komplexes Unterfangen. Der dicksten aller Stecker ist der zur Antenne. Und wo schließt man im schlimmsten aller Fälle den dicksten aller Stecker an? Genau: am hintersten aller Enden. Nicht etwa abgewinkelt, sondern gerade drauf. So bekommt das Gerät auch eine Tiefe von fast 12 cm. Nur weil die Jungs von AEG das Ding jetzt "Tischfernseher" getauft haben, heißt das aber doch nicht, dass man mit dem Platz rumaasen muss. Also nee!
Was auf dem Bild ebenfalls nicht sichtbar ist: Der Stromstöpsel. Wir haben von vorne also ein flaches Display, schwarz und glänzend. Was kann man nun tun, um die edle Optik zu stören? Richtig: Man platziert einfach den Stromanschluss an der Seite und lässt den Stecker soweit herausragen, dass man ihn immer sieht. Egal von wo.
Apropos Strom... Wo ging das Ding nochmal an? Mit der Fernbedienung? Fehlanzeige. Es gibt nicht einmal einen Bereitschaftsstatus oder ähnliches. Der An-Aus-Knopf sitzt seitlich am Gerät. Er ist zwar leicht zugänglich, aber eine Stand-By-Funktion wäre tatsächlich wünschenswert gewesen.
Bevor ich nun doch noch auf den Dreh kommen könnte, das Teil zurückzuschicken, sei am Rande erwähnt, dass die Fernbedienung nicht der entspricht, die auf dem Foto abgebildet ist. Hier hat man (wie könnte es anders sein) das unergonomischste Ding in Vollendung zusammengezimmert, dass ich je gesehen habe. Wirklich jede 3-Euro-Billig-Fernbedienung vom Mediamarkt hat ein System in der Anordnung. Bei AEG auch: 4 Reihen nebeneinander, 10 untereinander. Den Nummernblock oder gar die Lautstärke etwas abzusetzen, war wohl nicht mehr machbar. Nun denn, hier schließt sich der Kreis wieder: Es reicht ja die eine Lautstärke, somit muss man dadran auch nichts mehr ändern ;-)
Mein Fazit: Ich bin zu faul, mir ein anderes Gerät zu suchen und die primären Funktionen eines Fernsehers hat AEG erfüllt. Alles, was versprochen wurde, funktioniert auch. Aber nur funktionierend, schwarz und glänzend reicht bei mir leider nicht für mehr als 3 Sterne.