Vorweg, ich habe jahrelange Erfahrung mit der Siemens Surpresso und habe die AEG entsprechend mit ihr verglichen. Mein erster Eindruck war super. Tolles Design, mir gefällt vor allem die Reling um den Tassenwärmer, der das Fallen der Tassen verhindert. Super leichtgängie Tür, hinter der Wassertank und Tresterbehälter zu finden sind und im Vergleich zur Surpresso S60 eine fantastisch große Füllöffnung für die Kaffeebohnen. Auch rafiniert: der Messlöffel wird oberhalb der Maschine unter einem Deckel verstaut und ist somit immer griffbereit. Die Bedienungsanleitung ist sehr einfach und gut verständlich geschrieben und das übersichtliche Display macht die Anleitung fast überflüssig, da es äußerst simpel und intuitiv verständlich ist. Ebenfalls einen Pluspunkt vergebe ich für die Idee der mitgelieferten Thermoskanne in schönem Design.
Noch einen dicken Pluspunkt gibt es von mir für das wirklich leise Mahlwerk. Wer je andere Vollautomaten kennen gelernt hat, weiß, wovon ich spreche. Die Kritik, diese Maschine sei laut, kann ich absolut nicht nachvollziehen. Außerdem ist der Kaffee äußerst schmackhaft und schön heiß und der Trester so trocken, dass der Behälter einfach ausgekippt werden kann, ohne dass die Hälfte der Kaffeereste darin kleben bleiben.
Klingt bis hierhin alles sehr gut, aber nun kommt das handling. Die Thermoskanne hat schon beim ersten Ausspülen nicht gehalten, was ich mir versprochen hatte. Ein normales Schütten ist gänzlich unmöglich. Anfangs noch in der Annahme, den Bogen eben noch nicht raus zu haben, habe ich mehrfach versucht, Wasser/Kaffee von der Kanne in Tassen zu kippen. Ergebnis: 40 % des Inhaltes gehen daneben. Außerdem schmeckt der Kaffee aus der Kanne schon nach kürzester Zeit derart scheußlich, dass sich die Kanne wirklich nicht lohnt. Dann brühe ich lieber auch bei mehreren Gästen jede Tasse einzeln.
Der Wassertank: gut gedacht, dadurch dass er hinter der Tür "versteckt" ist, kann die ganze Geräteoberseite anderweitig genutzt werden. Aber für mich ist der Tank überhaupt nicht zu handhaben. Das Herausziehen ist für mich schwierig, da ich schmale Hände habe und die nur zu ahnenden Griffmulden einfach nicht ausreichen. Da ich außerdem eine Muskelschwäche habe, kann ich den Tank, wenn der voll ist, kaum halten. Ein Bügelgriff wie bei so vielen anderen Maschinen wäre hier eine denkbar einfache Möglichkeit, diesen Mangel abzustellen. Nun könnte ich ja den Tank vorziehen und von oben füllen, aber: die Tankabdeckung hat eine äußerst kleine Öffnung und wenn ich diese abnehmen will, muss ich den Tank so weit vorziehen, dass er nicht mehr sicher in der Führung sitzt und um- und auskippt.
Dann gibt es da noch den Tassenwärmer. Da die Maschine eine Sicherheitsabschaltung hat, die werkseitig auf 1 Std. festgelegt ist und nicht vom Kunden verändert werden kann (viele andere Maschinen lassen sich einstellen), ist die Wärmeplatte nur dann sinnvoll, wenn ich die Maschine eine halbe Std. vor Kaffeebezug einschalte und den Kaffee auch ja rechtzeitig beziehe. Aber wie oben geschrieben, ist der Kaffee ja recht heiß und ein Vorwärmen also nicht unbedingt nötig.
Und der Milchschäumer? Das wichtigste Teil für Cappuccinofans? Naja, die Milch ist einigermaßen heiß und ein paar Schaumperlen sind auch da. Aber mit 15 bar Druck erreichen andere Maschinen einen wesentlich festeren Schaum.
Alles in Allem: ich habe die Maschine nach 1 Woche wieder zurückgesandt und mich wieder für eine mir schon lieb gewordenen Siemens entschieden, allerdings diesmal die EQ.7-Serie. Und auch wenn ich jetzt sehr viel mehr für einen Vollautomaten ausgegeben habe, als ursprünglich geplant; mit meinem neuen Gerät bin ich 100% zufrieden.