Trotz der üblicherweise vernichtenden Kritik in diversen Foren an AEG-Nähmaschinen im Allgemeinen hatte ich mich für dieses Gerät entschieden, in der Hoffnung, die NM680 sei vielleicht ein besseres Modell... Irrtum!
Auf den ersten Blick war alles okay, wenn man davon absieht, dass statt des LED-Nählichts (siehe Produktbeschreibung) nur eine funzelige Glühlampe verbaut ist.
Das Einlegen des Unterfadens ist schon erstaunlich fummelig. Eigentlich sollte es ja ein Vorteil des Vertikalgreifers sein, den Faden bequem von oben einlegen zu können. Hier ist leider alles so eng, dass es komplizierter ist als bei allen anderen Nähmaschinen, die mir bisher begegnet sind.
Auch das Aufspulen des Unterfadens lief schon nicht sooo toll, weil der Faden während des Spulens gerne aus der Führung hüpft.
Nächster Schritt: Wechseln der Nadel... Hallo???! Die Nadelklemmschraube war ab Werk dermaßen festgeknallt, dass ich sie nur mit Werkzeug lösen konnte (obwohl ich nicht gerade schwache Finger habe). Konsequenterweise war die Nadelhalterung durch das zu feste Einschrauben auch etwas vermackelt, so dass sich einige Nadeln nicht fixieren ließen (was nicht an den Nadeln lag). Zudem war auch hier wieder alles ziemlich eng, so dass der Nadelwechsel viel länger dauert, als normal.
Zu diesem Zeitpunkt war meine Begeisterung schon etwas gedämpft, aber noch war ich entschlossen, die Maschine zu behalten. Immerhin: Gerade Nähte und Zickzack sahen auf gutmütigen Stoffen ganz passabel aus. Bei der einen Ziernaht, die ich ausprobiert habe, brauchte man aber schon reichlich Fantasie, um das Motiv zu erkennen. Besonders gereizt hat mich das runde 'Miniknopfloch', weil es sich bestimmt gut für Schnürzüge oder ähnliches geeignet hätte ... wenn es denn funktioniert hätte: Der Transport war leider so unpräzise, dass der Stoff sich verdrehte und verkneulte und schließlich nur eine halbkreisförmige Naht zu bestaunen war.
Die elektronische "Nadel hoch/tief"-Regelung hatte mich besonders an dieser Maschine interessiert, aber auch das ging nach hinten los: Während die (zugegebenermaßen doppelt so teure) Maschine meiner Freundin bei zu festem Material aufgibt und die Nadel in 'oben'-Position fährt, versucht die AEG partout dem Befehl ihres Meisters zu folgen und die Nadel in den Stoff zu drücken und steht dann ca. 5 Sekunden mit brummendem Motor da, obwohl man längst nicht mehr auf den Fußanlasser tritt, bevor sie schließlich aufgibt und die Nadel halb im Stoff stehen lässt. Noch ungünstiger ist es, wenn sie es dann doch noch schafft, die Nadel durch den Stoff zu drücken: Dann kann es vorkommen, dass sie vor lauter Freude noch schnell 1~2 Stiche weiternäht. Das kommt ziemlich unerwartet und ist schon fast gefährlich.
Die Durchstichkraft ist sehr schwach: An zwei Lagen Gurtband ist die AEG oft schon gescheitert (die einfachere (und günstigere) Janome JR 1012, die ich mir jetzt gekauft habe, näht drei Lagen, ohne mit der Wimper zu zucken.)
Insgesamt war ich jedenfalls ziemlich enttäuscht und die NM 680 wird zurückgeschickt.