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ADAC Reisemagazin, Schweiz
 
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ADAC Reisemagazin, Schweiz [Broschiert]

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

"Gesichter eines Landes", so heißt das Auftaktkapitel im ADAC Reisemagazin Schweiz. Das 196 Seiten umfassende Heft möchte die kleine, große Schweiz in all ihren Fassetten darstellen -- und es gelingt ihm gut. Die schön aufgemachten 20 Artikel und Berichte reichen von der traditionellen Wander-Schweiz mit ihrer herrlichen Alpenlandschaft, wie viele sie mögen und zu kennen glauben, bis zur "hippen" Schweiz mit einer blühenden Kunst- und Musikszene und einer jungen, urbanen, oft auch subkulturellen oder schrillen Szene.

Für jeden Schweiz-Interessierten ist etwas dabei: Gourmets finden mit Sicherheit Geschmack an "Die zarteste Versuchung", einem Rundblick in die Küchen junger Schweizer Köche. Eisenbahnliebhaber kommen auf ihre Kosten mit "Evergreen im Märklinland", ein Artikel über den legendären Glacier Express. Bergliebhaber wird die Wander- und Kletterlust packen bei der Lektüre von Wander-Infos rund um den wunderschönen Vierwaldstätter See sowie über eine Besteigung des atemberaubenden Matterhorns und der allgemeinen Schweizer Routen-Tipps. Sportlich Aktive können sich begeistern an einem Erfahrungsbericht über eine Inline-Skater-Tour durch das Rhône-Tal und natürlich auch an der Vorstellung von zehn unterschiedlichen Skigebieten -- von mondän bis familiär. Last, but not least fehlt auch die italienische Schweiz nicht: Eine "kleine Geschichte über das Glück" bietet das Tessin-Special mit wunderschönen Bildern.

Wer es lieber großstädtisch mag: Mit Hintergrundberichten über das reiche Zürich und den teuren Genfer See und mit einer Fülle an Informationen und Ausgeh-Tipps bekommt man besonders Lust auf die nördliche Metropole an der Limmat oder auf das südwestliche, teure Pflaster am schönen Genfer See. Abgerundet wird das Magazin mit kleineren Tipps über Camping, Feste und kulturelle Termine, Online-Adressen und natürlich einer Karte der vielfältigen und keineswegs eintönigen Schweiz. --Gabi Bauer

Kurzbeschreibung

Heidi und Hightech, Berge, Schoggi und Volksentscheid - die Schweiz ist modern geworden und hat dabei nichts von ihrer Schönheit verloren. Die ADAC-Reporter sind mit Blick auf den Vierwaldstätter See gewandert und auf Inline-Skates der Rhône gefolgt. Sie haben den Glacier Express bestiegen, junge Köche gesucht und gefunden. Und sie sind vor nichts zurückgeschreckt, auch nicht vor dem Matterhorn, dem Mythos der Schweizer. Daneben kommen auch noch die Schweizer selbst zu Wort und erzählen, was für sie Freiheit bedeutet. Für die junge Star-Autorin Zoe Jenny hingegen ist die Schweiz ein persönliches Geschichtenland, das größer wird je länger sie lebt. Hier im ADAC reisemagazin Schweiz schreibt sie über ihre Heimat und ihr Lebensgefühl.

Der Verlag über das Buch

Reisen mit Lust und Laune. Das ADAC reisemagazin erscheint alle zwei Monate. In jeder Ausgabe wird ein Land oder auch eine Region mit aufregenden und ungewöhnlichen Reisezielen vorgestellt. Für das ADAC reisemagazin arbeiten die besten Reporter und Fotografen der Welt. Durchschnittlich sind mehr als 20 Journalisten für ein Heft unterwegs - allesamt Spezialisten und Kenner der Region.

Jede Geschichte, jede der etwa 300 Adressen wird exklusiv vor Ort recherchiert. Mit 12 bis 14 Reportagen, vielen kurzen Geschichten und ausführlichen Infoteilen sind die ADAC reisemagazine nicht nur spannende Lektüre für alle, die vom Reisen träumen möchten, sondern auch Ratgeber und Anleitung für einen gelungenen Urlaub. In jeder Ausgabe finden Sie auch zahlreiche Karten und viele nützliche Hinweise zu Restaurants, Hotels, Sport- und Freizeitvergnügen.

Auszug aus ADAC Reisemagazin, Schweiz von . Copyright © 2001. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Auszug aus der Reportage "Andererseits" von Randolph Braumann
Einerseits ist Zürich eine sehr strenge, sehr ordnungsliebende Stadt. In der
Beatengasse, Nähe Hauptbahnhof, handelte ich mir eine Ordnungsstrafe von 60
Franken ein "für das Parkieren auf zwei Parkfeldern". Sie müssen sich das so
vorstellen: Ich hatte eine große Lücke zwischen zwei Autos entdeckt,
beachtete jedoch nicht die Tatsache, dass ich mit den Vorderrädern auf
Parkfeld 8 stand, mit den Hinterrädern auf Parkfeld 9. Das heißt, eigentlich
beachtete ich das schon, denn ich warf Münzen in beide Parkingmeter. Ich
respektiere nämlich die Zürcher "Ordnungsbussenliste" (wird tatsächlich so
geschrieben; die Schweizer kennen kein ß). Meine Zweifachzahlung nützte mir
allerdings nix. Denn die "Signalisationsverordnung" sagt: "Wo Parkfelder
gekennzeichnet sind, dürfen Fahrzeuge nur innerhalb dieser Felder parkiert
werden."
Am Tage meines Einzugs in eine Wohnung an der Alten Feldeggstrasse fragte
mich der Hausmeister, wieso ich mich nicht rechtzeitig bei der Polizei
umgemeldet hätte. Meinen Briefkasten hatte er schon kontrolliert und
geleert. Ich hatte sehr stark den Eindruck, dass er mich für ein Mitglied
der Antiimperialistischen Zellen hielt. Solche Erlebnisse prägen.
Andererseits ist Zürich eine wahre Multikultistadt, in der an die 15
Sprachgruppen friedlich miteinander leben. Zu den Schweizer Idiomen kommen
zum Beispiel Englisch, Serbisch, Kroatisch, Portugiesisch, Spanisch, Iwrith,
Jiddisch, Arabisch, Russisch, Ungarisch (die Zürcher sagen "Hungárisch"),
Tamilisch, Wolof, Wienerisch. Hier kann man im Einkaufsgewusel an der
Bahnhofstrasse ein Alphorn aufbauen oder als Drag Queen herumlaufen, ohne
komisch angesehen zu werden. "Drag Queens sind menschliche Wesen in
Frauenkleidern, vielmehr: in Kleidern, die sie sich unter Frauenkleidern
vorstellen" (sagt der Schriftsteller Philipp Tingler, auf den ich später
sicher noch mal zurückkomme).
Einerseits ist Zürich eine Stadt der gepflegten Körperverhüllung. Die Leute
sind überwiegend sehr gut gekleidet: Banker im dunklen Dreiteiler von Hannes
B., Werbeleute im schwarzen Bügelfreien von Zähringer + Kleist, obercoole
Direktorinnen mit Transparenten von der lokalen Designerin Rosanna Gates und
auf hochhackigen Schuhen von Booster.
Andererseits gehört es im Sommer einfach zum Leben, sich auszuziehen und in
die "Badi" zu gehen: ins Strandbad Tiefenbrunnen (Volksmund: Tuntenbrunnen),
ins Strandbad Mythenquai, in die Frauenbadi in der Nähe der Quaibrücke oder
in die Utoquaibadi.
Die Badeanstalten sind (zum Teil hölzerne und schwimmende) Paläste, die noch
aus jenen fast schon vergessenen Jahrhunderten stammen, als Damen und Herren
sich getrennt der Körperkultur widmeten. Und heute?
Auch heute haben in der Frauenbadi nur Frauen Zutritt - tagsüber. Mittwochs
und samstags können Männer und Frauen zumindest die Abende gemeinsam
genießen, mit einem Drink in der Hand und den Füßen im Wasser. In der
Barfussbar. Schuhe werden am Eingang deponiert, wie vor einer Moschee.
In der Utoquaibadi liegen die Herren, die unter sich sein wollen, auf der
linken Terrasse, die Damen auf der rechten. Auf der mittleren Terrasse
dürfen Damen und Herren liegen. Nun ist es aber so, dass die Herren-Terrasse
vor etwa zwei Generationen zur Homo-Terrasse geworden ist, auf der permanent
ein Wettbewerb um die klitzekleinste Badehose tobt. So etwas - nun, sagen
wir mal bürgerlich, Unzüchtiges - gibt's einfach nicht in Hamburg, Berlin
oder München. Was ist die plumpe Nacktheit im Münchner Englischen Garten
schon gegen diese Show, bei der die äußerst knappen Badehosen "gewissermaßen
den Blick bis auf die Prostata freigeben" (das sage nicht ich, das sagt
Philipp Tingler).
Ach, war das eine schöne Zeit, als ich einen Sommer lang im Bellerive au Lac
wohnte, Zimmer 503, also hoch genug, um einen alles umfassenden Blick auf
die Utoquaibadi zu haben. Damals glaubte ich tatsächlich, eine große
Mehrheit der menschlichen Körper sei schlank und ästhetisch. Ein schöner
Sommertraum, geträumt in Zürich ...
Einerseits. Andererseits.
Es wird Zeit, darauf hinzuweisen, dass es einen Verantwortlichen gibt für
dieses Einerseits/Andererseits. Der Mann heißt Huldrych Zwingli. Sein
Denkmal steht am Limmatquai vor dem Helmhaus. Aber es ist mehr von ihm
geblieben als nur ein Denkmal. Zwingli war - neben Luther und Calvin - einer
der großen Reformatoren. Als Chorherr am Grossmünster veröffentlichte er ab
1522 Schriften, die zu den eindrucksvollsten sozial-ethischen Zeugnissen der
Reformationszeit gehören, zum Beispiel "Von göttlicher und menschlicher
Gerechtigkeit".
Nach Zwinglis Auffassung sind die konkreten politischen, wirtschaftlichen
und sozialen Zustände am Maßstab der Heiligen Schrift, der "Göttlichen
Gerechtigkeit", zu prüfen.
Aber: Auch bei offenkundigem Missbrauch sollen Änderungen nur schrittweise
und vorsichtig, im Rahmen der Rechtsordnung, vorgenommen werden, da
bestehende Verpflichtungen, Übereinkommen und Verträge, deren Garantie die
Obrigkeit übernommen hat, gehalten werden müssen. Der Zehnte gehört zum
Bereich der menschlichen Gerechtigkeit. Das Eintreiben dieser Abgabe liegt
in der Verantwortung der weltlichen Obrigkeit, da es eine geistliche
Gerichtsbarkeit (nämlich die des katholischen Bischofs) nicht mehr gibt.
Zwingli starb, 47-jährig, 1531 im so genannten Kappeler Krieg gegen die
katholischen Innerschweizer. Doch die Ideen des ernsten, disziplinierten
Reformators haben Zürich nun schon ein halbes Jahrtausend lang geprägt. Die
Zürcher, jedenfalls die alteingesessenen Familien, sind Zwinglianer,
Spartaner. Da wird nicht laut geredet und nicht geprotzt.
Nehmen wir als Beispiel das, was zuerst auffällt, wenn man als Tourist in
eine Stadt hineinfährt: die Architektur. Zürich ist eine der reichsten
Städte der Welt. Der Schriftsteller Urs Widmer nennt es einen "Bischofssitz
in der Religion des Geldes" (der Papst dieser Religionsgemeinschaft
residiert in New York). Warum aber gibt es hier keine Paläste des Geldes,
keine prahlerischen Bankentürme wie etwa in Frankfurt? Schlendern Sie doch
mal über die Bahnhofstrasse: ein Geldinstitut neben dem anderen, aber alle
vierstöckig, unauffällig. "Wenn wir Gäste aus dem Ausland in Zürich
herumführen müssen, wissen wir nicht, was wir ihnen zeigen sollen", sagen
Mathias Niggli und Daniel Müller, zwei junge Architekten, die gern höher
hinausmöchten.
Zwar können sie ihren Gästen erzählen, dass der Paradeplatz unterkellert ist
und dass diese Keller voll sind mit Geld und Gold - aber sie müssen
augenzwinkernd hinzufügen, dass das vielleicht nur ein Gerücht ist. Oder
auch die Wahrheit, denn irgendwo muss der sagenhafte Reichtum doch real
existieren, wenn er sich schon nicht oberirdisch präsentiert.
In unnachahmlicher Klarheit kommentiert die "Neue Zürcher Zeitung": "Lieber
keine Kostenüberschreitung als ein bauliches Ereignis. Das ist die
zürcherische Haltung bei öffentlichen privaten Bauten ... Bauen ist hier
nicht primär Architektur und Kunst, sondern ein demokratischer Prozess. Er
bewirkt, dass an der Limmat selbst die Häuser klug und fleissig sind." ...
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