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ADAC Reisemagazin, Marokko
 
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ADAC Reisemagazin, Marokko [Broschiert]

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Marokko überrascht. Pulsierende Metropolen und traditionelle Wüstendörfer prägen eine Nation zwischen Tradition und Moderne. Das ADAC reisemagazin Marokko beschreibt die modernen Frauen von Casablanca und ihren Weg in die Emanzipation. Es streift auf der Suche nach dem Erbe der großen Hippie-Schriftsteller durch die Altstadt von Tanger und beobachtet in Essaouira weltgewandte Künstler, die so ganz anders sind als ihre Kollegen in Paris oder New York. Im Gegensatz dazu stehen die Reportagen über das traditionelle, tief in der Geschichte Nordafrikas verwurzelte Marokko. Dazu zählen die Rundreise zu den Königsstädten Marrakech, Rabat, Fès und Meknès, der Besuch bei den Berbern im Hohen Atlas sowie die Tour durch die Sahara auf dem Rücken von Kamelen. Eine Foto-Story über die verschwenderische Architektur Nordafrikas ermöglicht ungewöhnliche Einblicke ins märchenhafte Innere Marokkos.

Mehr als 300 Adressen der besten landestypischen Restaurants, der schönsten Hotels und der interessantesten Sehenswürdigkeiten wurden von den ADAC-Reportern vor Ort recherchiert und überprüft. Überraschende Porträts von Menschen in ungewöhnlichen und ganz alltäglichen Berufen, zahlreiche Kurzgeschichten sowie hilfreiche Tipps zur Vorbereitung eines Urlaubs in Marokko runden das 196 Seiten starke Magazin ab.

Der Verlag über das Buch

Reisen mit Lust und Laune. Das ADAC reisemagazin erscheint alle zwei Monate. In jeder Ausgabe wird ein Land oder auch eine Region mit aufregenden und ungewöhnlichen Reisezielen vorgestellt. Für das ADAC reisemagazin arbeiten die besten Reporter und Fotografen der Welt. Durchschnittlich sind mehr als 20 Journalisten für ein Heft unterwegs - allesamt Spezialisten und Kenner der Region.

Jede Geschichte, jede der etwa 300 Adressen wird exklusiv vor Ort recherchiert. Mit 12 bis 14 Reportagen, vielen kurzen Geschichten und ausführlichen Infoteilen sind die ADAC reisemagazine nicht nur spannende Lektüre für alle, die vom Reisen träumen möchten, sondern auch Ratgeber und Anleitung für einen gelungenen Urlaub. In jeder Ausgabe finden Sie auch zahlreiche Karten und viele nützliche Hinweise zu Restaurants, Hotels, Sport- und Freizeitvergnügen.

Auszug aus ADAC Reisemagazin, Marokko von . Copyright © 2001. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Auszug aus der Reportage "Wüstentour" von Bernhard Schmidt:

Jeder Tag hat seine akkurat gestaffelten Höhepunkte. Erstens: Man wird wach und stellt erfreut fest, dass man noch lebt. Zweitens: ein kräftiger Schluck aus der Wasserflasche. Drittens: die Apfelsine zur Mittagspause. Viertens: Man kriecht abends in den Schlafsack und stellt erfreut fest, dass man noch lebt.
Daneben gibt es regelmäßige Tiefpunkte. Erstens: das Aufsuchen der Toilette - es gibt keine. Zweitens: der Blick in den Taschenspiegel auf die eigene Frisur.
Aber dafür gibt es ja den Chech, oder korrekt: den Agelmus. Wäre ich eine Frau, müsste ich Tagelmust sagen. Jedenfalls erklärte mir so Hussein, unser Führer, die geschlechtlichen Feinheiten der Berbersprache, und ich hoffe, er hat mir keinen Bären aufgebunden oder einen Fennek, den Wüstenfuchs.
Wir kriegten Agelmus und Tagelmust gleich bei der Ankunft in Zagora überreicht, einschließlich einer Live-Vorführung, wie man ihn bedient. Jetzt verhüllt er nach vielen Tagen Sich-nicht-Waschen die hoffnungslos tentakelartige Frisur, und auch ansonsten macht er sich nützlich. Dieses nordafrikanische Vielzweckgerät ist drei bis sechs Meter lang, etwa 80 Zentimeter breit und aus luftiger Baumwolle gewebt. Unsere Berber verwenden es als Wasserfilter, als Utensil, um die Nasen der Kamele zu reinigen, zum Trocknen der Hände, als Atem- und Augenschutz und natürlich gegen die Sonne, mehrfach um den Kopf gewunden.
Da ich dem nordafrikanischen System misstraute, hatte ich Sonnenschutz-Versionen anderer Völker dabei: Der Cowboyhut spendet zwar mehr Schatten, ist aber viel zu warm, fliegt außerdem im Wind weg und hat nicht oben genannte Zusatzfunktionen, Ähnliches gilt für Baseballkappe, Pudelmütze, Panamahut. Der Agelmus ist in der Sahara das Nonplusultra, auch wenn wir darunter mit Nickelbrillen, Sommersprossen und blasser Haut ziemlich nach Karneval aussehen.
Wir, das ist eine bunt gemischte Truppe aus Schweizern und Deutschen, die die Sehnsucht nach Wüste, Abenteuer und Kamel zusammenführte. Erstaunlicher Trend dabei: mehr Damen als Herren, bei uns 9:2. Was ist bloß mit den Männern los? Ist ihnen Kamelreiten und Wandern zu mühsam, zu langweilig, zu still? Ist zu wenig Technik dabei, zu wenig Brummbrumm? Ist das Verlassen der von ihnen gestalteten technischen Zivilisation zu konterrevolutionär? Oder haben sie Angst vor unbequemen Einsichten?
Wegen der auftretenden Härten billige ich jedoch mildernde Umstände zu: neun Tage reinste Sahara ohne jeden Komfort, ohne Schutz, ohne Zelt, zusammen mit seltsam gekleideten Berbern und großen, merkwürdigen Tieren, umgeben von kleinen, gefährlichen Tieren, und jede Menge Klima, das heißt Hitze tags bis 35 Grad (im April), Kälte nachts bis 5 Grad, manchmal Sandsturm, außerdem wenig zu trinken und dann nur Wasser oder Tee und nichts Konstruktives zu tun, oft sogar doof dastehen, weil unsereins hier von nichts eine Ahnung hat. Wo ist der Startknopf am Kamel? Wo die Heckklappe fürs Gepäck? Wo die nächste Tankstelle? Doch ich kann/ muss es wärmstens empfehlen. Unbedingt machen! Es tut gut!
Diese Reise führt zu inneren Verwandlungen. Ich kam hektisch, gestresst und mit schmalen Lippen in Marrakech an, ich reiste gelassen, entspannt und sanft lächelnd wieder ab. Dazwischen lagen Durst, schmerzende Oberschenkel, Blasen an den Füßen, Sand in allen Körperöffnungen, dazu Schwitzen, Frieren, Stolpern, Wasser pumpen. Jedoch nicht: an die Computerkonfiguration denken, an diesen Investmentfonds meiner Kreditkartenbank, an dem ich mich vielleicht beteiligen sollte, oder an Telefontarife zu Haupt-, Neben- und Nachtzeiten.
Stattdessen beobachte ich unsere Kameltreiber, den Hussein und die vier Mohammeds, und sie sind so gelassen, so sanft, so ruhig, so freundlich, ihre Mundwinkel sind weich und elastisch, auch ihr Gang. Und wie sie mit den Kamelen umgehen! Buddhistisch würde ich es nennen. Achtsam, liebevoll, konzentriert. Ihre Bewegungen sind meditativ. Die Kamele sind ihre Freunde, und Hussein kann viel von ihnen erzählen.
Das tut er abends am Lagerfeuer. "Das Kamel", so doziert er, "ist ein Wundertier. Jetzt, bei 35 Grad, braucht es zehn Tage nichts zu trinken und einen Monat nichts zu essen. Im Winter kommt es drei Monate ohne Wasser aus, manchmal, wenn es gut isst, sogar fünf Monate, weil ja Feuchtigkeit in der Nahrung steckt. Aber so einzigartig ist das Kamel gar nicht, die Wüstenspringmaus", so erklärt er, "trinkt nie." Ich lausche gespannt.
Aber woher weiß er so viel über die Kamele, wieso kann er so gut mit ihnen umgehen? "Meine Eltern waren Beduinen, ich bin in der Wüste aufgewachsen, mit all den Tieren." Wie alt er ist? "Ich weiß nicht genau, ich schätze 26, können aber auch 27 Jahre sein. Bei uns wurde über Geburten kein Buch geführt."
Husseins Vater ist nach einer großen Dürre, bei der viele Tiere verendet sind, in Zagora sesshaft geworden, der Stadt am Ende der "Straße der Kasbahs", dem Tor zur Sahara. Jetzt nutzen sie ihr Kamel-Know-how, um ihre eigene Sehnsucht nach Wüste zu befriedigen. Hussein und seine Brüder führen Touristen hinaus in diese für uns fremde Welt der Sandkörner und Steine und versuchen sie ihnen so authentisch nahe zu bringen, wie es Europäer verkraften können.
Bio Sahara heißt ihre Familienfirma. Das heißt, der Tourist trinkt Wasser aus Brunnen, schläft im Freien, die Kamele werden noch wie vor 1000 Jahren mit Jutesäcken beladen, der Müll wird verbrannt, und man bekommt viele Erklärungen, denn Hussein und die Mohammeds wissen alles über Flora und Fauna.
Hussein spricht neben Berberisch, Arabisch und Französisch auch ziemlich gut Englisch, und er hat ein paar Worte Deutsch auf Lager. Als ein kleiner Vogel mit silbernem Schwanz von einem Stein auffliegt, ruft der Wüstensohn "Sahara-Steinschmätzer". Da müssen alle lachen.
Während wir beim Wandern am ersten Tag nur auf Steine gucken, sehen unsere Berber viel mehr, zum Beispiel Streifenhörnchen oder Heuschrecken. Deren lautmalerischer Berber-Name ist "Frrrr-Tapp". Da sie uns die Fauna zeigen wollen, fangen die Männer sie einfach, weiß der Kuckuck, wie sie das anstellen. Aber sie sind äußerst geschickt und flink. So begrüßen wir staunend die Wüstenspringmaus (lange Hinterbeine, hüpft wie ein Känguru), den Skorpion, diverse Warane, Eidechsen, Spinnen, giftige und ungiftige und eine Seitenwinder-Viper. ...

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