Zunächst: die von den Vorrezensenten erwähnten Fehler mussten wir in einigen Fällen auch feststellen, was uns auch ein paar Stunden gekostet hat. Allerdings sind es nicht diese, die an diesem Reiseführer am meisten stören.
Für über 180 Sehenswürdigkeiten muss man der Autorin zunächst Referenz erweisen, für den gegebenen Preis bietet dieser Führer bei der üblichen Qualität der Abbildungen und kunsthistorischen Texte ein nicht zu überbietendes Preis-/Leistungsverhältnis.
Der Haken ist insbesondere bei diesem Führer: das aktuelle, lebendige Wien kommt auch hier so gut wie nicht vor. Für den Normalreisenden sind Hotel- und Restaurantempfehlungen keinesfalls zu empfehlen, da man ein paar Häuser oder Straßen weiter in der Regel zu einem Bruchteil des Preises sehr gute Leistungen bekommen kann.
Die Grundfrage bei diesem Reiseführer, die sich jeder Käufer vorab stellen sollte: muss ich wirklich wissen, welcher Architekt vor 200 Jahren die x-te Änderung am Schloss Schönbrunn vorgenommen hat und welcher Adelige wann welches Bauwerk in Auftrag gegeben?
Das sind nämlich genau die Informationen, die uns Liliane Schacherl bis zum absoluten Überdruss serviert.
Zur Vorbereitung auf die Wien-Reise ist dieser Band denkbar ungeeignet. So öde und trocken sind die Texte stellenweise, dass man sie nur häppchenweise erträgt. Diesen Band hätte ich mir bei Vorkenntnis des zzu Erwartenden sicher erspart, auch wenn ich ansonsten eher ein Anhänger der Reihe bin.