Zu vielen ADAC-Reiseführern könnte man einen ähnlichen Kommentar schreiben. Das (wie ich finde) vorzügliche Kartenmaterial und das für diese Preisklasse exzellente Bildmaterial kontrastieren mit historisierenden Texten und kunstgeschichtlichen Erörterungen, welche teilweise einen Detailreichtum aufweisen, der beim Lesen schnell einen gewissen Sättigungseffekt hervorruft.
Trotzdem wirken die Reiseführer, was die Ausstrahlung auf den Leser (zumindest mich) angeht, recht unterschiedlich.
Das mag an den Landschaften liegen, die sie beschreiben.
Der vorliegende Band beschreibt Mailand, die lombardische Tiefebene, Poebene, Turin und Umgebung, Comer Seen und Lago Maggiore, Monferrato sowie das Valle d'Aosta.
Nach dem Lesen der Hälfte des Bandes beschleicht einen beim Betrachten der Fotografien doch der starke Drang, sofort abzureisen. Der Band vermittelt ungemindert Reiselust auf die Schönheiten Norditaliens, auch wenn er vom aktuellen Leben der einzelnen Regionen wie viele ADAC-Reiseführer der Reihe nicht allzu stark berührt wird. Der Text zu einer Stadt bspw. beginnt mit 2 allgemeinen Sätzen z. B. zu Lage und Einwohnerzahl und führt dann direkt zu Geschichte und ausführlicher Beschreibung der Sehenswürdigkeiten, woran sich praktische Hinweise hauptsächlich zu Hotels und Restaurants anschließen, die aber nicht ganz so aufdringlich sind wie z. T. bei der Konkurrenz. Je nach Standpunkt des Betrachters kann man das als steril oder zeitlos empfinden. Ich finde den vorliegenden Band jedenfalls sehr charmant und einladend.