Dresden... Es gibt nicht viele Städte, deren Namen einen derartigen Glanz verbreiten: weltberühmte Kunstsammlungen, grandiose Architektur, dazu ein Stadtpanorama, das seinesgleichen sucht.
Die Begeisterungsstürme derer, die die Stadt vor ihrer nahezu vollständigen Zerstörung im Februar 1945 kannten, sind Legion -- das Spektrum reicht von Canalettos Stadtansichten (im Zwinger zu bestaunen) bis zu Erich Kästners Kindheitserinnerungen... Frauenkirche, Semperoper, Hofkirche, Hofkirche, Zwinger und Residenz mit ihren weltberühmten Kunstsammlungen, ganze Straßenzüge von barocken Bürgerhäusern gesäumt, und was sonst noch alles zu bewundern gab.
Auch wenn schon während der DDR-Zeit vieles rekonstruiert wurde -- der neue Ruhm der Stadt verbreitete sich erst so richtig während der letzten 10, 15 Jahre, vor allem im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau der Frauenkirche.
Die Stadt und ihr Umland lohnen also unbedingt den Besuch -- die Köder für Unentschlossene umfassen neben einmaligen Kunst- und Architekturschätzen noch z.B. die Räuberpistolen rund um August den Starken und die Gräfin Cosel, die hervorragende Küche, die harmonische Landschaft ringsherum und kleinere interessante Museen wie z.B. Kügelgenhaus oder Schillerhäuschen, oder "unkünstlerische", nichtsdestoweniger absolut lohnende Museen wie z.B. das Hygienemuseum, in dem es nicht um die Geschichte von Domestos & Co. geht, sondern um einmalig und spannend aufbereitete Erkenntnisse über den Menschen im allgemeinen und besonderen...
Der ADAC-Reiseführer "Dresden" empfiehlt sich unbedingt als Reiseführer, um diese einzigartige Stadt zu erkunden. Im Gegensatz zu den allermeisten Reiseführern seiner Preisklasse belässt er's nämlich nicht mit der marginalen Aufzählung der Sehenswürdigkeiten und rätselhaften "Geheimtipps", die keiner braucht, sondern er wartet auf 142 Seiten mit geballter Information auf. Er ist übersichtlich gegliedert in markante Stadtteile und lohnende Ziele im Umland, und innerhalb der einzelnen Kapitel werden bekannte und weniger bekannte Sehenswürdigkeiten ausführlich dargestellt und historische Hintergründe beleuchtet. Hinzu kommen noch zuverlässige Angaben zu Öffnungszeiten, öffentlichen Verkehrsmitteln u.ä. -- angesichts der intensiven ständigen Rekonstruktionsarbeiten keine geringe Leistung.
Man kann sich tatsächlich Kapitel für Kapitel auf den Weg machen mit diesem Reiseführer in der Hand, ohne sich verschaukelt vorzukommen. Aber aufgrund der geschickten Einteilung kann man ebenso gut eigene Routen zusammenstellen, oder einfach mal lospesen und bei Bedarf nachgucken.
Hilfreich sind auf jeden Fall die Vorschläge auf der letzten Seite für ein- und dreitägige Dresden-Aufenthalte. Es handelt sich um Vorschläge; trotz der Informationsfülle wird man nicht am Gängelband gehalten.
Und bei aller Akribie wird die Stadt nicht als riesengroßes Freilichtmuseum aufgefasst -- das beweist nicht nur der historische Abriss am Anfang, sondern vor allem auch die Informationen zur Geschichte einzelner Bauwerke ebenso wie über den Charakter einzelner Stadtviertel oder die ausführlichen Hinweise auf ungewöhnliche Museen wie z.B. Hygienemuseum oder "Gläserne Fabrik".
Einige wenige kleine Mängel beeinträchtigen den hervorragenden Gesamteindruck dieses Reiseführers nicht: Etwa, dass man die Hofkirche im Register unter dem Namen "Trinitatiskirche" suchen muss, dass man den Übersichtsplan über den öffentlichen Nahverkehr nur mit Lupe benutzen kann (eine gut lesbare gibt's übrigens kostenlos vor Ort), oder dass am Anfang der Kapitel ein Übersichtsplan hilfreich wäre (in den Umschlagsklappen findet man dann doch das Beschriebene).
Wer allerdings noch einen größeren Stadtplan braucht und/oder das Umland erkunden möchte, für den empfiehlt sich der "ADAC Reiseführer plus" -- inhaltsgleich, aber mit viel hilfreichem zusätzlichem Kartenmaterial (auch mit Übersichtsplan fürs Umland), komplettem Straßenregister etc.