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ADAC RM Bretagne: Wilde Küste (reisemagazin)
 
 
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ADAC RM Bretagne: Wilde Küste (reisemagazin) [Taschenbuch]

k.A.
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Rau, aber herzlich Ausruhen: Top-Strände, die schönsten Hotels und Restaurants Erleben: Moderne Kunst, Unterwasserwelt, Strandsegeln Geniessen: Menhire, Mystik und Keltenmusik, Schlösser der Loire

Der Verlag über das Buch

Reisen mit Lust und Laune. Das ADAC reisemagazin erscheint alle zwei Monate. In jeder Ausgabe wird ein Land oder auch eine Region mit aufregenden und ungewöhnlichen Reisezielen vorgestellt. Für das ADAC reisemagazin arbeiten die besten Reporter und Fotografen der Welt. Oft sind mehr als 20 Reporter und Fotografen für ein Heft unterwegs - allesamt Spezialisten und Kenner der Region.

Jede Geschichte, jede der etwa 300 Adressen wird exklusiv vor Ort recherchiert. Mit 12 bis 14 Reportagen, vielen kurzen Geschichten und ausführlichen Infoteilen sind die ADAC reisemagazine nicht nur spannende Lektüre für alle, die vom Reisen träumen möchten, sondern auch Ratgeber und Anleitung für einen gelungenen Urlaub. In jeder Ausgabe finden Sie auch zahlreiche Karten und viele nützliche Hinweise zu Restaurants, Hotels, Sport- und Freizeitvergnügen.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Ein bisschen Mittelmeer, ein bisschen Karibik spielt die Belle-Île in jedem Sommer, alles voller Leichtigkeit, voller Charme - und das etwa 15 Kilometer vor der bretonischen Südküste. Das Wetter hilft dabei und bewahrt sich seine Stürme für die Nebensaison auf.
Jean Guillaume käme sehr gut ohne diesen Wetterfrieden aus, denn im Sommer ist der bekannteste Künstler der Belle-Île-en-Mer arbeitslos - weil er am liebsten bei Sturm draußen an der Cote Sauvage sitzt und das wilde Klima malt. Gut verzichten kann Jean Guillaume auch auf Vindilis und Acadie, die beiden Fähren nach Quiberon drüben auf dem Festland. Er bleibt lieber, als dass er fährt. In den letzten 30 Jahren war er nie länger als sechs Tage am Stück fort von seiner Insel. Einen Lieblingsort hat der Künstler auch: "Überall. Hauptsache hier. Hauptsache irgendwo an der Küste der Belle-Île."
Für ein paar Wochen von Anfang Juli bis Anfang September ist die Insel vor Quiberon Mittelpunkt der Welt und vor allem von jungen Leuten bevölkert: Sie kommen in Scharen, und mit jedem neuen Sonnenaufgang werden es mehr. Die Insel ist jugendlich, studentisch, fröhlich, entspannt, herzlich, voller Fahrräder, Picknickdecken, Strandtücher und Musik.
Es gibt Jongleure auf dem Zeltplatz am Rande der Zitadelle von Le Palais, Gitarrenspieler an den Stränden, Akkordeonklänge spätabends am Hafen, dazu mehr als 1000 Saisonkräfte in Bars, Restaurants, Hotels und Eisdielen, von denen kaum jemand älter als 25 ist. Und keiner der Musiker spielt für das Geld der anderen, sondern jeder zaubert die Töne einfach so herbei - für sich und für alle, die Lust darauf haben. Die Belle-Île hat einen eigenen Swing, ein Sommer-Lebensgefühl, das mitreißt und für ein paar Wochen keine Stürme, keine tosenden Gewalten kennt. Jean Guillaume lässt die Staffelei in dieser Zeit im Atelier in Borlagadec stehen, geht mit Freunden segeln oder spaziert zum Plaudern ins nächste Cafe.

Auszug aus ADAC Reisemagazin : Bretagne von . Copyright © 2005. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Ein Auszug aus der Reportage "Sommer am Nabel der Welt" über Belle-Île-en-Mer von Helge Sobik aus dem ADAC reisemagazin Bretagne:

Ein bisschen Mittelmeer, ein bisschen Karibik spielt die Belle-Île in jedem Sommer, alles voller Leichtigkeit, voller Charme - und das etwa 15 Kilometer vor der bretonischen Südküste. Das Wetter hilft dabei und bewahrt sich seine Stürme für die Nebensaison auf.
Jean Guillaume käme sehr gut ohne diesen Wetterfrieden aus, denn im Sommer ist der bekannteste Künstler der Belle-Île-en-Mer arbeitslos - weil er am liebsten bei Sturm draußen an der Côte Sauvage sitzt und das wilde Klima malt. Gut verzichten kann Jean Guillaume auch auf Vindilis und Acadie, die beiden Fähren nach Quiberon drüben auf dem Festland. Er bleibt lieber, als dass er fährt. In den letzten 30 Jahren war er nie länger als sechs Tage am Stück fort von seiner Insel. Einen Lieblingsort hat der Künstler auch: "Überall. Hauptsache hier. Hauptsache irgendwo an der Küste der Belle-Île."
Für ein paar Wochen von Anfang Juli bis Anfang September ist die Insel vor Quiberon Mittelpunkt der Welt und vor allem von jungen Leuten bevölkert: Sie kommen in Scharen, und mit jedem neuen Sonnenaufgang werden es mehr. Die Insel ist jugendlich, studentisch, fröhlich, entspannt, herzlich, voller Fahrräder, Picknickdecken, Strandtücher und Musik.
Es gibt Jongleure auf dem Zeltplatz am Rande der Zitadelle von Le Palais, Gitarrenspieler an den Stränden, Akkordeonklänge spätabends am Hafen, dazu mehr als 1000 Saisonkräfte in Bars, Restaurants, Hotels und Eisdielen, von denen kaum jemand älter als 25 ist. Und keiner der Musiker spielt für das Geld der anderen, sondern jeder zaubert die Töne einfach so herbei - für sich und für alle, die Lust darauf haben. Die Belle-Île hat einen eigenen Swing, ein Sommer-Lebensgefühl, das mitreißt und für ein paar Wochen keine Stürme, keine tosenden Gewalten kennt. Jean Guillaume lässt die Staffelei in dieser Zeit im Atelier in Borlagadec stehen, geht mit Freunden segeln oder spaziert zum Plaudern ins nächste Café.

Von den rauen Wintern seiner Bilder, den Frühlings- und den Herbststürmen ist im Juli nichts zu ahnen. Nur ein paar Beweisfotos für diese andere Seite der Insel stecken noch in den zahllosen Postkartenständern, 50 Cent kostet jedes davon. Ein paar Indizien hängen auch in den Galerien: die Unwettergemälde von Jean Guillaume, seine mit dem Aquarellpinsel geschossenen Momentaufnahmen der Nebensaison.
Selbst an "seiner" wilden Westküste tuckern jetzt Ausflugsboote friedlich auf sanfter See entlang, ankern Yachten über Nacht zwischen den Klippen, räkeln sich die Passagiere an den manchmal nur vom Meer aus zugänglichen Stränden kleiner Badebuchten. Und niemand mag glauben, dass der Ozean im Winter tonnenschwere Brocken aus dieser Steilküstenkulisse bricht und mit ihnen Wasserball spielt.
Jacques Jean aus Vannes verzerrt den Altersschnitt der Saisonkräfte und passt trotzdem exakt ins Bild. Seit kurzem ist er pensioniert, und selbst als er noch als Sportlehrer an der Polizeischule drüben auf dem Festland aktiv war, hat er seinen Jahresurlaub regelmäßig auf der Belle-Île verbracht: hinter Frankreichs wahrscheinlich coolster Sonnenbrille, unter einer Baseball-Kappe, in einem zu engen, weißen T-Shirt, auf einem Klappstuhl im Dünensand der Plage des Grands Sables. Vier Wochen lang ist Jacques Jean jedes Jahr gemeinsam mit ein paar Kollegen als Rettungsschwimmer am beliebtesten Strand der Insel ehrenamtlich aktiv. Ein paar Dutzend Einsätze sind es jeden Sommer, 120 Patrouillenfahrten mit dem motorbetriebenen Dienst-Schlauchboot: vermisste Kinder wieder finden, in unterschiedliche Richtungen davongeschwommene Paare zusammenführen, hilflose Surf-Anfänger aus den Fängen einzelner Böen befreien - und manchmal eine Mund-zu-Mund-Beatmung im Sand vornehmen.
Im Wohnwagen neben dem Klappstuhl-Ausguck liegt das Ringbuch mit den Aufzeichnungen der Vorjahre: niemand ertrunken, lange Zeit alles gut gegangen. Jacques Jean ist der gute Engel des Strandes. Ihm ertrinkt so schnell keiner. Alles andere wäre nicht nur schrecklich, sondern ginge auch gegen die Berufsehre - und passte obendrein nicht ins Bild der unbeschwerten Ferienleichtigkeit, der bunten Segel im Sand vor der Surfschule, der in fröhlichen Farben lackierten Katamarane.
Dumm nur, wenn sich jemand vormittags verschwimmen sollte: Die Wache ist nur von ein Uhr mittags bis sieben Uhr abends besetzt. Warum? Weil die Belle-Île jeden Sommer Südfrankreich spielt, eine Mischung aus Riviera und Antillen inszeniert, die milden Nächte lang sind, manchmal noch um zwei Uhr morgens auf den Terrassen der Bars getanzt wird und deswegen vormittags wenig an den Stränden los ist. Mittwochs und donnerstags ist Jacques Jean trotzdem drei Stunden eher da: Dann ist Sportkurs hinterm Wohnwagen. Ein paar selbst gemachte Plakate hat er geklebt, keine große Werbung gemacht. Eine Hand voll Fans ist jedes Mal dabei. Und allen, die regelmäßig mitmachen, dürfte es bald zu eng im eigenen T-Shirt werden.

Stimmt es, dass die Rettungsschwimmer ganz nebenbei die Flirt-Könige des Strandes sind? Jacques Jean grinst, spricht das längste "Ouuuuuuuuiiiiiii", das man sich denken kann, und nimmt dafür sogar die Sonnenbrille ab: "Die jungen haben ziemlich viel Erfolg damit." Er macht eine Kunstpause. "Aber die alten auch!" Jetzt lacht sein vielleicht 22-jähriger Kollege und klopft ihm anerkennend auf die Schulter.
Knapp 4500 Einwohner hat die Belle-Île rund ums Jahr, die meisten in der Inselhauptstadt Le Palais. In der Saison kommen bis zu 35 000 Feriengäste und Tagesbesucher hinzu, die ab viertel vor neun morgens von den Decks der stets ausgebuchten Fähren strömen, die Straßencafés am Hafen und an der Place de la République bevölkern - und sich alsbald so gleichmäßig über die Insel verteilen, dass von dem Riesenandrang außerhalb von Le Palais kaum etwas zu spüren ist....

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