In meiner Familie sind mehrere von dieser "Störung" betroffen. Daher interessiere ich mich schon seit langem für diese Thematik.
Das Buch erhebt für sich einen Riesen- Anspruch: "Was wirklich hilft!".
Damit wird darauf hingedeutet, dass vorher eine Menge an Literatur wohl "nicht wirklich geholfen" hat? Wenn ja, dann kann ich dem nur zustimmen!
Zumindest kann man den Titel des Buches schon mal als nicht gerade wenig absatzfördernd betrachten, um nicht zu sagen "reißerisch"! (kommt mir so vor, wie ein Quacksalber, der lauthals auf dem Markt sein Produkt anpreist: "Nur das Beste bei mir!", "hier das ultimative Heilmittel!", usw.).
Und wem, der mit dieser Problematik direkt oder indirekt betroffen ist, würde nciht sich endlich effektiv helfen lassen? Ist das Buch endlich die "Revolution"? - Immerhin hat die Autorin ja schon seit vielen Jahren als Kinderpsychiaterin entsprechende Erfahrung mit dem Thema!
Nun ist es ja tatsächlich hanebüchen, was schon vorher z.T. auf dem Markt über das Thema geschrieben wurde. Mit vorliegendem Buch soll daher wohl ein modernerer, aktuellerer Ansatz gewagt werden. Aber viel Neues, mir vorher noch nciht Bekanntes, habe ich da nciht erfahren.
Die wichtigste Information scheint mir hier der Verweis zu sein, dass mit dem Wunschdenken aufgehört werden soll, dass man allein mit Medikamenten eine erfolgreiche Therapie bewerkstelligen könnte (bzw. die Störung wenigstens besser kontrollieren könnte). Stattdessen ist nämlich auch das Umfeld für die Kinder wichtig, vor allem aber die Kooperation mit dem Elternhaus, sowie die Ernährung.
Aber auch das war schon länger bekannt.
Der diätplan, bzw. die Rezepte am Ende des Buches mögen ganz gut sein. Aber so ein richtiges ADHS- Kind wird dadurch bestimmt nciht ruhiger. Nichtsdestoweniger ist vitaminreiche, kohlenhydratarme Kost (vor allem der Verzicht auf weißen Zucker!) natürlich wichtig.
Aber auch das war ja bekannt.
SEHR GUT finde ich aber die Fotos, die ADHS- Kinder in typischen Posen abbilden. Genau so kenne ich sie auch. Wer seine Kinder so kennt, der kann schon ziemlich sicher sein, dass sie an ADHS leiden.
Mich würde weiternhin interessieren, wie die perfekte Therapie gegen ADHS aussehen würde.
Auch die Frage: "Ist ADHS überhaupt therapierbar?" hat das Buch für mich nicht beantwortet.
Auf jeden Fall sollte man das PROBLEM NICHT UNTERSCHÄTZEN!
Auch gibt es viele Erwachsene, die weiter daran leiden! "Auswachsen" tut sich dieses Problem nicht, jedenfalls nicht ohne große Bemühungen.
FAZIT: Für Einsteiger in die Problematik mag das Buch ja ganz okay sein. Ansonsten hält das Buch nicht, was es (mit dem Titel) verspricht.