Star Trek Armada ist ein in die Jahre gekommenes Echtzeitstrategiespiel, das das Flair der filmischen Vorlage seinerzeit großartig auf den heimischen Rechner zu portieren wusste. Inhaltlich orientiert sich die Story an den Geschehnissen um TNG und DS9.
Auf der Suche nach dem mysteriösen Omega-Partikel verschlägt es den Spieler auf vier verschiedene Seiten des Konflikts. Während die Föderation eine besorgniserregende Nachricht aus der Zukunft erhält, fallen die Klingonen tiefer in cardassianisches Terretorium ein. Derweil versuchen die Romulaner aus dem Verborgenen heraus die Strippen zu ziehen und selbst die Borg greifen nach dem Strohhalm, um den Anschluss nicht zu verpassen. Und der ist rund und leuchtet ...
Als Strategiespiel allein wird Star Trek Armada wenig Ruhm ernten. Die einzelnen Parteien unterscheiden sich taktisch kaum von einander und in den meisten Missionen heißt es, obgleich diese überaus abwechslungsreich inszeniert sind, massenhaft Kriegsmaschinerie zusammenzuraffen und dem Feind geballt entgegenzuwerfen. Natürlich profitieren die grünblütigen Heimlichtuer dabei vom Wissen um die Tarnung ihrer Warbirds, und Borgs eben davon, gegnerische Ziele mit Leichtigkeit assimilieren zu können. Das Ende einer jeweiligen Aufgabe bleibt dennoch fast immer das gleiche ... Dumm nur, wenn die wieder einmal darin besteht, alle gegnerischen Einheiten zu zerstören und eine dieser sich in einem tödlichen Nebel versteckt hat, so dass man sie kaum finden kann. Dann braucht es nicht nur taktische Raffinesse, sondern auch unendlich viel Geduld.
Die Stärke des Spiels liegt stattdessen in seinem Ursprung und den gekonnt erzählten Parallelen zu diesem. Das hier ist Star Trek, wie es im Buche steht, und es erinnern nicht nur die Namen der Schiffe sowie die orinalen Synchronstimmen an das, was man aus dem Fernsehen kennt. Auch wichtige Figuren, wie Locutus von Borg, Commander Sela und Duras' Sohn Toral, sind in die Handlung eingeflochten. Das macht für Fans der Serien natürlich einiges her.
Ein echtes Problem ist die Stabilität und Kompatibilität mit modernen Systemen. Schon damals meldeten Spieler enorme Performanceschwächen, wenn nicht Windows 98 das zugrunde gelegte Betriebssystem war. Es folgten Zicken mit nVidia-Grafikkarten und AMD-Modellen und schließlich 64 Bit- und Mehrkern-Prozessoren. Als ich es vor wenigen Tagen noch einmal installierte, bedurfte es erst einmal einer Auflösungsanpassung, um überhaupt etwas erkennen zu können. Danach musste ich erzwingen, dass das Spiel auf beide Kerne zurückgreift, damit der Maus-Lag, der das Ganze unsteuerbar machte, verschwand. Und dennoch stürzt es hier und da ohne Vorwarung ab.
Die fehlenden taktischen Alternativen und die Kompatibilitätsprobleme verdienen schlicht Abzüge, wenngleich ich das Spielen nichtsdestoweniger sehr genossen habe. Zum Kauf würde ich jedoch ausschließlich echten Trekkies raten. Wer nicht auf dem Franchise besteht, ist mit anderen Vertretern des Genres wahrlich besser bedient.