"Orphen" ist vielleicht nicht jedermanns Sache, trotzdem muss man ihm seine zahlreichen Qualitäten zugestehen. 1.DER SPIELABLAUF: Klar, der Spielablauf ist absolut linear und vorgegeben, was in diesem Fall dem Spiel aber durchaus so beabsichtigt ist. Das Konzept des Spiels ist nämlich nicht, rollenspieltypisch sich durch ellenlange Dungeons mit etlichen Zufallskämpfen zu quälen. Vielmehr geht es darum, sich von einem Raum zum nächsten zu bewegen, wobei jeder Raum mit einer bestimmten Aufgabe aufwartet; dies kann ein Kampf, ein Rätsel oder auch eine Geschicklichkeitssequenz sein. So arbeitet man sich fast „levelartig" zum Inneren der Burg vor, wobei das Ganze durch die gegebene Abwechslung nie langweilig wird. Im Klartext: Erwartet bitte kein klassisches Rollenspiel; Orphen ist eher ein Adventure mit verschiedenen Genreeinflüssen. 2.DIE GRAFIK: Grundsätzlich ist die Grafik einwandfrei und sehr hübsch. Besonders die Kämpfe begeistern mit tollen Effekten und Spielereien. Ganz zu schweigen von den dynamischen und filmreifen Kamerafahrten bei Boss-Kämpfen...Die Umgebungen sind abwechslungsreich designt...was will man hier eigentlich mehr?! 3.ALLES ANDERE: Die Zwischensequenzen sind zugegebenermaßen sehr lang und dialoglastig, aber keinesfalls langweilig. Die (englischen) Sprecher sind durchweg sehr ordentlich, was man auch nicht bei vielen Spielen findet. Dazu kommen die absolut professionellen Anime-Filme zwischen den Spielabschnitten, die das Spiel sehr atmosphärisch lassen werden. Das Spiel bietet drei unterschiedliche Geschichten, die nacheinander durchgespielt werden, wobei die Gesamtspielzeit locker die 35-Stundengrenze knackt. 4.FAZIT: „Orphen" ist der perfekte Kauf für Spieler, die auch sonst an japanischen Mangas und Games gefallen finden. Der „Mainstream"-Spieler sollte eher vorsichtig sein und vielleicht mal probespielen. Für mich jedenfalls ist „Orphen" ein absoluter Geheimtip.