Nicht nur Freude schöner Götterfunken, sondern auch die tragischen, gewalttätigen Explosionen und Katastrophen prägen die Licht- und Schattenseiten Europas.
Damit es nicht zu einseitig glorifiziert oder verdammt wird, hat das Spiel von Urs Hostettler einen differenzierten Blick auf das Leben und die Geschichte Europas gelenkt.
Hierbei werden aber nicht nur politische Ereignisse zum Thema gemacht, sondern auch viele wissenschaftliche, historische, sportliche, geographische und andere alltagsbezogene Aspekte.
Neben diesem Themenspektrum selbst, gewinnt auch der spielerische Raum für Europa bei diesem Spiel. Gott sei Dank bleibt das Soiel nicht nur rein auf die Bereiche der Europäischen Union begrenzt, sondern bezieht alle Länder des europäischen Kontinents mit ein.So braucht es gar nicht viel für so ein gelungenes Spiel. Ein kleiner Karton und 336 Karten und schon kann es losgehen...
Selbst derjenige, der ein breites Wissen hat, wird sich immer wieder mal fragen, wann denn genau welches große oder kleine europäische Ereignis stattgefunden hat.
Die manchmal spitzfindig dargestellten Ereignisse bergen so manche Überraschung...und reichen bis in dieses Jahrhundert hinein.
Diese Aktualität ist sehr zu begrüßen.
Für alle, die in gemütlicher Runde zwar nachdenken, sich aber nicht den Kopf zerbrechen wollen.
Und so manche geblöffte Äußerung kann den Verlauf des Spieles spontan wesentlich verändern...
Der Nebeneffekt des Spiels sind die Gedanken, wann war das? und dann die Äußerungen: Ach ja, da war ich dort und dort, habe das auch gesehen, da kann ich mich noch gut dran erinnern, usw.
Ein kompaktes Spiel, das in jeden "Trolli" gehört und vielleicht auch in so manche Schultasche...
Zumal hier zwei bis zehn Personen unterschiedlichen Alters mitspielen können, wird das Spiel sowohl Kindern ab dem Lesealter als auch schon berufstätigen oder pensionierten Erwachsenen eine wahre Freude machen.
Ob man das Spiel nun seperat oder gemischt mit anderen "Anno domini"-Klassikern nutzen mag: das Bild von Europa wird sich auf jeden Fall stärker differenzieren und so auch die ein oder andere Toleranznote in die europaskeptische Stimmung hineinbringen...