Nach fast vierjähriger Studio-Pause, die nur mit dem Remix-Album Two Sides gefüllt wurde, meldeten sich Clawfinger 2001 mit ihrem vierten Album zurück. Auf A whole Lot of Nothing, welches übrigens auch wieder von Jacob Hellner produziert wurde (wie die ersten beiden Alben), klingen Clawfinger wieder deutlich zugänglicher als auf dem teilweise sehr experimentellen, aber auch sehr reifen Clawfinger (1997), allerdings wurde der Sound auch etwas weicher gespült (von „Radiotauglichkeit“ will ich mal nicht sprechen, denn solche Musik hab ich noch nie im Radio gehört). So erklärt sich aber zumindest der große kommerzielle Erfolg, den die Band mit diesem Album vor allem in Deutschland erzielte. Der Grundgedanke der Songs ist aber immernoch der selbe: Knackige Nackenbrecher-Riffs gepaart mit fetter Rhythmussektion und rauen, hauptsächlich sozialkritischen Raps, wobei Sänger Zak Tell öfter die melodischere Schiene verfolgt, mehr „singt“, also an Songs wie Chances vom Vorgänger anknüpft.
Trotz aller Kritik der Die Hard-Metaller finden sich mit Two Steps away, Out to get me, Nothing going on, Burn in Hell oder Don’t look at me mehr brutale Kracher auf dem Album als auf allen drei Vorgängern zusammen (übertrieben gesprochen...). Daneben gibt es natürlich auch wieder einige etwas zähere Songs, wie das rumpelige Are you Man enough, das ruhige Simon says oder das krachige Confrontation, die aber keinesfalls in die Negativ-Ecke fallen, sondern nach einer Weile ordentlich zünden. Alle Songs durchzugehen macht wenig Sinn (auch wenn ich das schon fast getan habe), erwähnenswert ist aber auf jeden Fall noch Revenge, das nur von Beat-Samples getragen und nur durch die brutale Wortwahl jedem Hörer der nur etwas mitfühlen kann einen Schauer über den Rücken zu jagen vermag.
Fazit: Sehr straightes, teilweise musikalisch fast schon etwas zu simples Album, das aber immernoch den Geist der Rap Metal-Ursuppe von Anfang der 90er in sich trägt und jedem Fan dieses Genres zusagen sollte.