Indica - wer ist denn das? So ging es mir, als ich die 5 Frauen erstmals als Nightwish-Vorband live sah. Die Band war dann jedoch richtig gut (und wesentlich besser als die zweite Vorband) und hatte klasse Songs dabei. Zum zweiten Mal live habe ich Indica dann bei Rock am Ring 2010 gesehen und da waren sie richtig klasse, obwohl sich die Zuschauermenge in Grenzen hielt. Dafür konnten wir dann allerdings auch in der ersten Reihe stehen und somit ganz vorne dabei sein. Nach diesen beiden gelungenen Live-Auftritten beschloss ich, zu 2 CDs von Indica zu greifen - eine finnische ("Valoissa") und die neue englische CD "A Way Away".
Das war definitiv die richtige Entscheidung! Indica, bestehend aus Jonsu (Gesang, Violine, Songwriterin), Jenny (Gitarre), Heini (Bass), Sirkku (Keyboard) und Laura (Drums), präsentiert mit "A Way Away" eine sehr abwechslungsreiche, vielschichtige CD, deren Lieder einem sofort ins Ohr gehen - und das Album wird bei jedem Hören besser. Oft wurde kritisiert, dass Indica bei Nuclear Blast unter Vertrag genommen wurden, weil sie von Nightwish-Master Tuomas Holopainen produziert werden und dass sie überhaupt nicht zu dem Label passen würden - was nicht ganz falsch ist.
Das ändert jedoch nichts daran, dass die Musik von Indica einfach toll ist. Am Besten zu beschreiben ist Indicas Stil durch den Begriff "Symphonic Pop Rock". Genau das macht die Band auch so einzigartig: Die gelungene Mischung aus klassischen Einsprengseln, Orchester-Bombast, Pop-Melodien, harten Riffs und melodiösen Gitarren- und Bassmelodien geht sofort ins Ohr. Dazu kommt die etwas rauhe, aber wunderschöne, charismatische, emotionale und gut ausgebildete Stimme von Frontfrau Jonsu, welche auch alle Songs selbst schreibt.
Hier ist nun die Bewertung der einzelnen Songs:
Islands Of Light: 10/10. Genialer Opener mit sattem Gitarren- und Orchestersound sowie einem eingängigen, epischen Refrain. Einer der besten Songs des Albums, erinnert ein wenig an Nightwish.
Precious Dark: 10/10. Etwas poppiger als der Opener, aber nicht weniger eingängig. Erneut sehr flott und gelungen.
Children Of Frost: 10/10. Das dritte Lied ist etwas ruhiger, aber nicht weniger gut als die beiden ersten. Die Gitarre spielt wieder eine richtige Rolle und der Song ist sehr melancholisch und hat eine Traurigkeit an sich, die nur finnische Bands (z.B. auch Nightwish und Apocalyptica, aber ohne sich an diese Bands anzulehnen) in ihrer Musik überzeugend darbieten können. Absolute Gänsehaut, auch dank Jonsus Stimme!
Lilja's Lament: 8/10. Die erste Ballade, mittelalterlich angehaucht, braucht etwas, um ihre volle Wirkung zu entfalten, dann ist sie jedoch wunderschön. Nicht perfekt, aber die beste Ballade auf "A Way Away".
In Passing: 10/10. Mid-Tempo-Pop-Rock-Nummer, einem tiefgründigen Text und tollen Melodien. Dazu Gänsehaut-Backgroundgesang, klasse!
Scissor Paper Rock: 10/10. Ein fetziger Girlie-Kracher mit tollen Gitarre-Spielereien. Frech, unbekümmert, witzig.
A Way Away: 6/10. Der Titelsong und eine sehr ruhige Ballade. Für mich der schwächste Song des Albums, da relativ langsam und bis auf das Ende sehr spärlich instrumentiert.
As If: 10/10. Der härteste Song des Albums mit Symphonic Metal Einflüssen und verzerrtem Gesang. Wirkt auf den ersten Moment sicher etwas deplatziert, wird aber bei jedem Hören besser und zeigt einmal mehr die Wandlungsfähigkeit der Band und besonders von Jonsu, die es hier richtig krachen lässt. Gemeinsam mit dem Opener meine Favoriten.
Straight And Arrow: 10/10. Dieses Lied wurde von einem anderen Rezensenten mit einer anderen Band verglichen, die hier aus Respekt vor Indica nicht genannt werden soll. Der Song ist einfach super rockig und hat nichts mit Mainstream-Pop zu tun. Live war dieser Song bisher immer Abschluss und Höhepunkt bei Indica!
Eerie Eden: 7/10. Die dritte Ballade - sehr ruhig und sehr lang. Wäre der Song nicht ganz so lang, wäre er noch etwas besser, aber das Outro wirkt künstlich in die Länge gezogen. Die erste Hälfte dieses Liedes ist aber sehr gelungen.
Outside In: 9/10. Ein Bonustrack der Limited Edition. Dieser Song hat einige orientalische Einflüsse, ist im Grund aber ein fetziger Pop-Rocksong und bildet den perfekten Abschluss des Albums.
Ich besitze diese Limited Edition im Digipak, welche noch eine Bonus-DVD erhält, die die Band sehr sympathisch, natürlich und bodenständig wirken lässt. Außerdem ist das Digipak sehr gelungen (den hässlichen USK-Flatschen kann übrigens problemlos abziehen und er hinterlässt keinerlei Rückstände). Das Digipak lässt sich sehr häufig ausklappen und enthält neben einem schönen Booklet und Aufnahmen der Gesamtband auch Einzelbilder der Bandmitglieder, welche ich als sehr gelungen empfinde. Die Veröffentlichungspolitik von Nuclear Blast (6 Versionen), die auch schon kritisiert wurde, kann ich nur loben. So kann sich jeder die Version heraussuchen, die er möchte. Bei der Limited Edition bekommt man sehr viel fürs Geld und das ist auch gut so. Jede CD sollte so erscheinen, dann würde auch weniger Musik downgeloaded werden!
Fazit: KAUFEN!!! Unterstützt diese tolle finnische Band mit ihren sensationellen, abwechslungsreichen Songs und macht die 5 hübschen und charismatischen jungen Frauen zur nächsten Sensation aus Finnland, denn das hätten sich Jonsu, Jenny, Heini, Sirkku und Laura wirklich verdient.