Die Anekdoten sind eine der wenigen Bands, die ihren eigenen Stil kreiert haben und dadurch auf recht hohem Niveau unverkennbar sind. Eingestiegen bin ich mit ihrem Werk Gravity, wo der eigenwillige Gesang und die schönen Mellotron-Sounds dominieren. Man hört, daß ihre Vorbilder aus dem Progressivrockuniversum der 70ér stammen, an vorderster Front am ehesten King Crimson. Die Liveumsetzung durfte ich im Sommer 2005 auf dem Burg Herzberg Festival erleben, wo sich diese emotionale Musik wunderbar entfaltet hat. Der neue Longplayer hat die beeindruckende Eigenschaft, erst nach wiederholtem Hören so richtig zu zünden, was bei den guten Scheiben ein nachhaltiges Qualitätsmerkmal ist. Abwechslungsreich geht es im Retrosound in die Zukunft, nichts wirkt altbacken. Schön immer wieder das lange Luftholen, das Schwelgen in Melancholie, bevor es mit Einsatz aller Instrumente und mit Dominieren des Mellotrons in weite Landschaften geht. Ein Album für retrofreundliche Nichtewiggestrige mit Interesse an neuem, modernen IndependentROCK.