Die immer wieder auftauchende Haupt-Kritik, die gegen diesen Film vorgebracht wird, sind die schwachen Spezialeffekte. Räumen wir also gleich damit auf. Es stimmt, hier ist kein Oscar zu holen; mit "Jurassic Park" lässt sich die Optik nicht vergleichen, dennoch sind die Tricks durchaus akzeptabel, also keinesfalls so verwerflich schlecht, wie viele Leute sie machen wollen. Am schwächsten geraten sind die Szenen in der ersten Hälfte des Films, die die futuristische Stadt und die Straßen als Hintergrund verwenden. Aber diese Momente sind kurz und somit meines Erachtens verzeihlich. Die Geschichte sollte allemal wichtiger sein als die Trickeffekte.
Zum Wesentlichen: Der frühere Kameramann Peter Hyams ist ein sehr versierter und handwerklich geschickter Regisseur, der spannende Unterhaltung abzuliefern weiß, und das tut er auch hier. Die Geschichte ist zu keinem Zeitpunkt langweilig, sondern der ganze Film ist durchgängig flott erzählt und solide inszeniert. Rein logisch betrachtet ist die Darstellung der Zeitparadoxa zwar nicht haltbar, allerdings schaffen es die wenigsten Zeitreise-Filme, wirklich logisch zu sein (wobei der zugegebenermaßen sehr spannende "Terminator" wohl einer der aller-unlogischten sein dürfte). Dass hier die Paradoxa als sogenannte Zeitwellen auftreten und somit in Schüben die Umwelt verändern, ist aber auf alle Fälle eine neue Idee und somit eine interessante Abwandlung. Dafür sollte es also schon mal einen Originalitäts-Pluspunkt geben.
Das Zeitparadoxon, dass hier von den Zeit-Touristen ausgelöst wird, ist übrigens das beste Beispiel für den aus der Chaos-Theorie stammenden Begriff "Schmetterlings-Effekt", der hier sogar wörtlich genommen wird, da das Unglück seinen Lauf nimmt, als einer der Zeitreisenden einen prähistorischen Schmetterling zertritt. Nette Idee (noch eine)!
In diesem Film gibt es einen äußerst interessanten Insider-Gag, der allerdings wohl eher schwer zu entdecken sein dürfte: Wenn die Zeitreise-Touristen von ihrer Safari zurückkehren, hat Ben Kingsley immer einige einstudierte Worte parat, wo es unter anderem ungefähr heißt: "Sie stehen jetzt auf gleicher Höhe mit Columbus, der Amerika entdeckt hat, mit Armstrong, der auf dem Mond war, und mit Brubaker, der auf dem Mars war." Brubaker?... Mars?... Da klingelte was... Und zwar gab es in den Siebzigern den Film "Unternehmen Capricorn", in welchem es um einen fingierten Marsflug ging. Die Astronauten werden kurz vor Start der ersten Marsrakete aus dem Cockpit geholt und sollen sich in ein Filmstudio begeben, weil man dort die vermeintliche Marslandung drehen will. Die Astronauten sträuben sich und flüchten. Nur der Captain überlebt letztendlich, aber er kann die Sache an die Öffentlicheit bringen. Dieser eine Mann, dargestellt übrigens von James Brolin, hieß Brubaker! Und wieso wird jetzt ein Bogen von "A Sound of Thunder" zu "Unternehmen Capricorn" geschlagen? ... In beiden Fällen heißt der Regisseur Peter Hyams!
Viel Spaß mit diesem spannenden Zeitreise-Film!