Seien wir ehrlich, Empfehlung ist nicht gleich Empfehlung: Wenn einem die kleine Schwester etwas von der neuen CD der süssen Jungs von XY vorschwärmt, wer rennt da schon spornstreichs in den CD-Laden? Und wenn der Klassenlehrer einem den neuen Roman von YZ an Herz legt, weil dort "die soziale Kälte einer ganzen Generation eingefangen ist ", bestellt man das gute Stück bestimmt nicht am selben Tag. Und auch nicht am folgenden. Warum solltet ihr also auf mich hören, wenn ich euch sage: Die neue CD von Lisa Bassenge und ihren Begleitern Andreas Schmidt am Piano und dem Bassisten Paul Kleber (ergänzt um von Track zu Track wechselnden Gastmusikern) macht einfach nur Spass. Dabei war ich zunächst skeptisch: Ein Album voll angejazzter Coverversionen bekannter Popsongs, da blinken sonst alle Warnlichter im 4/4-Takt. Aber, sie haben, wie Paul Kleber in einem Interview sagte, die Songs tatsächlich "regelrecht zerlegt und neu zusammengesetzt". Ob Kylie Minogues "Can t get you out of my head", "Blue suede shoes" von Carl Perkins oder gar Rio Reisers "Junimond", alles klingt neu und doch seltsam vertraut. Ich muss sagen: Respekt! Und Danke für eine musikalische Überraschung der angenehmen Sorte.
Also, warum solltet ihr ausgerechnet auf mich hören? Nun, ganz einfach: Weil ihr sonst vielleicht DIE Entdeckung dieses Herbstes verpassen würdet...
Anspieltipps: Blue suede shoes, My guy, Junimond
Nachsatz: Wer sich in die Stimme von Lisa verliebt hat, aber es musikalischer etwas schneller mag, dem sei das Album von Micatone "ninesongs" aus dem Jahre 2001 an s Herz gelegt. Drum n bass und... diese Stimme