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A Serious Man (inkl. Wendecover)

Michael Stuhlbarg , Richard Kind , Ethan Coen , Joel Coen    Freigegeben ab 12 Jahren   DVD
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 9,57 Kostenlose Lieferung ab EUR 20 (Bücher und Blu-ray-Filme immer versandkostenfrei), auch bei allen Verkäufern, die "Versand durch Amazon" nutzen. Details
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Produktinformation

  • Darsteller: Michael Stuhlbarg, Richard Kind, Fred Melamed
  • Regisseur(e): Ethan Coen, Joel Coen
  • Komponist: Carter Burwell
  • Format: Dolby, PAL
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: Universum Film GmbH
  • Erscheinungstermin: 13. August 2010
  • Produktionsjahr: 2009
  • Spieldauer: 102 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B003D36SN4
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 5.015 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Produktbeschreibungen

Eigentlich lebt Larry Gopnik ein beschauliches Leben in einer kleinen jüdischen Gemeinde im Mittleren Westen der USA. Er ist ein liebender Ehemann, fürsorglicher Vater und erfolgreicher Professor. Aber irgendwie läuft plötzlich nichts mehr so wie gewohnt. Larrys Gattin verlangt plötzlich die Scheidung, um mit ihrem selbstgefälligen neuen Liebhaber zusammenleben zu können. Sein Sohn schwänzt die Schule, die Tochter bestiehlt ihn, um sich eine Nasekorrektur finanzieren zu können. Sein psychisch labiler Bruder hockt ständig auf seiner Couch. Und als ob die Familie nicht schon genügend Probleme bereiten würde, gerät auch noch Larrys Karriere ins Trudeln: Anonyme Briefschreiber verbreiten falsche Anschuldigungen über ihn, und außerdem versucht ein Student, ihn zu bestechen. Larry sucht Hilfe, und hofft diese bei einem Rabbi zu finden. Doch auch das ist leichter gesagt, als bekommen…


A Serious Man
A Serious Man
A Serious Man

Produktbeschreibungen

Eigentlich lebt Larry Gropnik ein beschauliches Leben in einer kleinen jüdischen Gemeinde im Mittleren Westen der USA. Er ist ein liebender Ehemann, fürsorglicher Vater und erfolgreicher Professor. Aber irgendwie läuft plötzlich nichts mehr so wie gewohnt. Larrys Gattin verlangt plötzlich die Scheidung, um mit ihrem selbstgefälligen neuen Liebhaber zusammenleben zu können. Sein Sohn schwänzt die Schule, die Tochter bestiehlt ihn, um sich eine Nasenkorrektur finanzieren zu können. Sein psychisch labiler Bruder hockt nur noch auf der Couch rum. Und als ob die Familie nicht schon genügend Probleme bereiten würde, gerät auch noch Larrys Karriere ins Trudeln: Anonyme Briefschreiber verbreiten falsche Anschuldigungen über ihn, und außerdem versucht ein Student, ihn zu bestechen. Larry sucht Hilfe, und hofft diese bei einem Rabbi zu finden. Doch auch das ist leichter gesagt,

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44 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Tristram Shandy TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:DVD
(Vorsicht, leichte Spoiler!)

So sagt es sich Gott in "The Simpsons", als er als Lichtstrahl Homer Simpson wegen persönlicher Differenzen verfolgt, dann jedoch, gehindert durch einen Zug, die Jagd aufgibt, während Homer auf einem Motorrad davonbraust. An einen solchen Gott scheint auch Larry Gopnik mit seinen Fragen, was in seinem Leben denn eigentlich schiefgelaufen sei und warum, geraten zu sein, denn wie ein moderner Hiob - in dessen Geschichte Gott nach dem Urteil Virginia Woolfs auch nicht eben gut wegkommt - weiß er, der sich eben noch gemütlich im Alltag eingerichtet hat, bald schon nicht mehr, wie ihm geschieht, und kann keinen Sinn in seinem Leiden entdecken.

Den Coens ist mit ihrem Film "A Serious Man" (2009) wieder ein Meisterwerk gelungen, das mit seinem verhaltenen Humor sehr stark an ihren Film "The Man Who Wasn't There" erinnert. In "A Serious Man" (2001) setzen die beiden genialen Regisseure auf relativ unbekannte Schauspieler und einen eher unspektakulären Plot, und herausgekommen ist ein ziemlich stiller, ruhiger Film bar jeden Slapsticks und Getöses, der sich dem Zuschauer nach einmaligem Schauen in seinem ausdifferenzierten Wahnsinn kaum erschließen dürfte.

Michael Stuhlbarg spielt den jüdischen Mathematikprofessor Larry Gopnik, dessen Leben aus den Fugen gerät, als ihn ein koreanischer Student zu bestechen und gleichzeitig zu erpressen versucht, seine Frau (Sari Lennick) ihn für seinen Freund Sy Ableman (Fred Melamed) verlassen will und sein waffennärrischer Nachbar einen Grenzstreit vom Zaun - pardon the pun - bricht. Dann gibt es da noch seine undankbaren und egoistischen Kinder - eine Tochter, die ihn bestiehlt, um sich eine Nasenoperation zu leisten, sowie einen Sohn, der wie ein Irrer kifft und der nur mit seinem Vater redet, wenn er Probleme mit dem Fernsehempfang hat -, eine sexsüchtige, irgendwie unheilvolle Nachbarin und seinen Bruder (Richard Kind), ein verkanntes Mathematikgenie, das sich in Glücksspiel und sexuelle Perversionen flüchtet und sich bei ihm eingenistet hat. Es mag sein, daß der ein oder andere von uns mit einer der oben angeführten Widrigkeiten zu kämpfen hat, aber daß alle zugleich über einen Menschen hereinbrechen, ist doch so ungewöhnlich, daß es die Sinnfrage einigermaßen rechtfertigt. So wendet sich Gopnik denn auch im Verlauf des Films an drei verschiedene Rabbis, die ihm allerdings keine zufriedenstellende Antwort auf seine Existenzfrage zu geben vermögen.

Der Film lebt zu einem guten Teil von präzise geschliffenen Dialogen - "The rabbi is busy." ; "He didn't look busy." ; "He's thinking." ist noch eines der einfachsten Beispiele. Zudem erschaffen die Coens ein Pandämonium skurriler Charaktere, die - jeder auf seine eigene Weise - die Hölle für Gopnik heraufbeschwören. Am besten gefällt mir hier Sy Ableman, der Larry zwar die Frau ausspannt, dann aber noch die Chuzpe besitzt, ihn als bester Freund trösten zu wollen. Seine zwanghaften melodramatischen Umarmungen und die verständnis- und salbungsvollen Worte, die er dabei auf Larry herabprasseln läßt, symbolisieren auf treffliche Art und Weise die Unbarmherzigkeit, mit der er Gopnik manipuliert und beherrscht. Dann gibt es Larrys Vorgesetzten an der Universität, ein Mitglied des Ausschusses, der über Larrys Festanstellung zu befinden hat, der sich stets wie ein verlegener Schuljunge vor der Bürotür des Mathematikprofessors herumdrückt und dessen stammelnde Beteuerungen, alles sei in Ordnung, Larry möge sich doch bitte keine Sorgen machen, alles andere als beruhigend wirken. Vortrefflich sind auch der koreanische Student und sein Vater gelungen, die Larry mit einer Mischung aus Überredungen und Drohungen arg zusetzen, er möge die entscheidende Abschlußnote doch nochmals überdenken, und deren paradoxe Argumentation zum Gegenstand eines Logikseminars erhoben werden könnten.

Des weiteren wirkt der Film durch Dinge, die er gerade nicht zeigt, wie etwa Larrys Sturz vom Dach bei dem Versuch, die sexy Nachbarin zu bespannen - wie in biblischen Zeiten David es wohl bei Bathseba tat -, oder die widerliche Nackenzyste von Larrys Bruder Arthur, die den Patienten zwingt, lange Zeit im Bad zu verbringen, die wir aber nie zu Gesicht bekommen. Tja, und all das, was wir nicht sehen, befeuert natürlich unsere schlimmsten Phantasien.

Seine größte Attraktivität erhält der Film meiner Meinung nach indes durch den feinen jüdischen Humor, der auch zu Selbstironie und Augenzwinkern fähig ist und der meisterhaft von den Coens umgesetzt wurde - etwa in der gänzlich in Jiddisch gehaltenen Vignette um den Dibbuk (oder ist er doch keiner?) am Anfang des Filmes oder in der geschliffenen Parabel von den "Zähnen des Goi". Bemerkenswerterweise scheint gerade in dieser scheinbar völlig willkürlich von dem wortgewandten Rabbi Nachtner (George Wyner) aufgegriffenen Geschichte - für deren kreative Abstrusität allein man schon vor den Coens den Hut ziehen möchte - die Hauptbotschaft des Filmes zu liegen, denn bei all ihrer mystischen Spektakularität, die ein gefundenes Fressen für sinngierige Obskurantisten zu sein scheint, heißt es am Ende schlicht: "For a while he checked every patient's teeth for new messages. He didn't find any. In time, he found he'd stopped checking. He returned to life. These questions that are bothering you, Larry - maybe they are like a toothache. We feel them for a while, then they go away." Das klingt natürlich ungeheuer grausam: Ein Mensch, schlimmstenfalls wir selbst, leidet, doch es gibt einfach keine Erklärung dafür, warum das so ist. Wenn unser Glaube stark genug ist, dann kann er uns natürlich die Hoffnung einflößen, unser Leid sei nicht sinnlos, sondern diene einem höheren Zweck - insofern befriedigt Religiosität, allen Demutsbekundungen zum Trotze, menschliche Eitelkeit -, aber er kann uns auch noch zusätzlich quälen, wenn wir uns mit allgemeinen Antworten nicht zufrieden geben. Viele Filme der Coens zeigen uns übrigens Menschen, die es nach einer sinnvollen Erklärung für das sie bedrückende Ungemach verlangt - Osborne Cox aus "Burn After Reading" (2008) treibt die Suche schließlich in den Amoklauf, und auch Walter Sobchak redet sich gern ein, mit den Greueln, die er als junger Mann in Vietnam gesehen hat, wenigstens die Werte der amerikanischen Verfassung gesichert zu haben, die er doch überall mit Füßen getreten sieht. Die meisten dieser Menschen sind kreuzunglücklich, und nur wenige - die, wie der Dude, nicht so genau nachdenken - kommen schließlich zu einer befriedigenden Antwort wie: "Ich könnte hier genausogut sitzen und hätte nur einen Pinkelfleck auf meinem Teppich." Von gesundem Zynismus getragene Gelassenheit und Bescheidenheit könnte hier den richtigen Weg weisen, denn die wahre Weisheit scheint auch nicht mehr zu sein als die Ermahnung "Be a good boy" und zudem nur dem zuteil zu werden, der sie gar nicht gesucht - und damit auch nicht verdient (?) - hat.

Was den Film neben dieser Botschaft für mich zu etwas Besonderem macht, ist die Tatsache, daß er zeigt, wie groß die Bereitschaft zu gelassener Selbstironie im Judentum ist. Immerhin durchläuft Gopniks Sohn seine Bar Mitzwa im Zustande völliger Bekifftheit, und viele der Darsteller in der betreffenden Szene waren jüdische Synagogengänger und religiöse Würdenträger, die das Skript kannten. Es fällt mir sehr schwer mir vorzustellen, daß die beiden anderen großen monotheistischen Religionen Ähnliches für ihre Kulte mitgetragen hätten. Somit gerät dieses Meisterwerk auch zu einer charmanten Liebeserklärung an das Judentum.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:DVD
Larry Gopnik, ein Universitätsdozent im Mitleren Westen der USA, circa 1965, ist ein ernsthafter Mann. Er hat eine Frau und Kinder, geht regelmäßig in die Synagoge, und ist generell aufrichtig und pflichtbewusst. Dennoch bröckelt ihm eines Tages der Boden unter den Füßen weg: Seine Frau will urplötzlich die Scheidung und eröffnet ihm, dass sie sich mit dem onkelhaften Schmierlappen Sy Ableman eingelassen hat. Die Einstellungskommission an seiner Universität, die seine Festanstellung erwägt, erhält anonyme Briefe, die ihm moralisches Fehlverhalten vorwerfen. Seine Kinder sind ebenso entfremdet wie seine Frau.

Larry Gopnik ist ein ernsthafter Mann: er lässt all das über sich ergehen, widersetzt sich nicht, als er aus seinem Haus aus- und in ein Motel einziehen soll. Aber trotzdem versteht er eins nicht: Warum das Ganze? Warum bricht all das, was er bislang für selbstverständlich und sicher gehalten hatte, plötzlich weg? Er beschließt, bei den Rabbis seiner Gemeinde Beistand zu suchen.

Rabbi Nachtner erzählt ihm eine interessante Geschichte: ein Zahnarzt aus seiner Gemeinde, Dr. Sussman, fand einst zu seinem Erstaunen auf einem Gipsabdruck eines seiner Patienten, eines "Goi" (Nichtjuden), hebräische Zeichen eingeritzt: "Hilf mir". Er ruft den Patienten noch einmal her, um sich Gewissheit zu verschaffen. Er beginnt, all die anderen Gebisse nach Zeichen zu untersuchen: nichts. Auch sein eigenes und das seiner Frau untersucht er. Er wird besessen von diesen Zeichen. Eines Tages erscheint er bei Nachtner, um ihn über die Zeichen zu befragen.

Hier endet die Geschichte. Gopnik ist fassungslos. Was wollte Gott denn damit sagen? "Wissen wir nicht", sagt der lächelnde Rabbi. "Aber das hört sich an, als würden Sie gar nichts wissen! Warum haben Sie mir dann die Geschichte überhaupt erzählt?"

Ja, warum? Das ist die Frage, die sich durch den ganzen Film zieht. Dinge passieren, aber ohne erkennbaren Grund. Sie passieren sogar scheinbar, ohne dass jemand überhaupt aktiv handelt. Während Larry an der Uni die Unschärferelation lehrt, will er sich mit dem Chaos als regierendes Prinzip im eigenen Leben nicht zufrieden geben. Das ist das zentrale Thema des Films: die sinnlose Suche nach einem Sinn, verkörpert durch den Glauben an Gott.

Und weil es keinen Sinn gibt, ist die Dramaturgie des Films höchst unüblich. Es gibt keinen klassischen Spannungsbogen mit Aufbau, Klimax und sauberem Denouement. Die Bösen bleiben ungestraft, die Guten nicht ungescholten. Die Dinge passieren einfach, einfach so. Frustrierend? Ja. Deshalb erscheint der Film beim ersten Sehen sehr langatmig. Aber spätestens nach dem unverfrorenen Ende, das einem als Zuschauer die Zornesröte ins Gesicht treibt, geht einem der Film nicht mehr aus dem Kopf. Man möchte ihn *wieder und wieder* sehen, um doch endlich einen Ansatz, ein gemeinsames Thema zu finden, das den Film erklären möge.

Der Rabbi sagt: "Gott ist uns keine Rechenschaft schuldig. Die Dinge passieren einfach." Sy sagt: "Ich habe deine Frau gefckt. Ich habe sie *ernsthaft* gefckt. Das ist es, was geschieht, Larry." Larry selbst sagt, zu einem seiner Studenten: "Handlungen haben Konsequenzen, immer. Nicht nur physikalische, auch moralische." Und dass die ausbleiben, ist es ja, was ihn so verwirrt. Es gibt hier keine actio und reactio. Alle Handlungen geschehen im völligen Vakuum. Kein Dominostein steht nah genug am anderen, um ihn umzuwerfen -- und doch werden sie alle umfallen.

Dieser Film ist ein Film über das Interpretieren selbst. Kein Wunder, dass er einen nicht mehr loslässt. Dabei ertappt man sich selber: Man sucht so hartnäckig nach einem Sinn, dass man selbst zum Teil des Films wird. Das ist Metanarration pur. Und eins sei gesagt: verlockende, wenn auch erwartungsgemäß widersprüchliche Interpretationsansätze bietet der Film mehr als genug in jeder beliebigen Szene.

"A serious man" ist sicherlich der mit Abstand reifeste Film der Coen-Brüder, die ihr Handwerk wie gewohnt perfekt beherrschen. Es ist ein unbedingt sehenswerter moderner Klassiker.
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18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:DVD
Mit diesem Rashi-Zitat beginnt das neueste Coen-Brothers Projekt -A serious man-. Für die Hauptfigur Larry Gopnik(Michael Stuhlbarg) ist das genau so treffend, wie für meine Rezension zum Film, denn: Man muss nicht alles gut finden, was die Brüder Ethan und Joel aufs Zelluloid zaubern; manche Dinge muss man einfach hinnehmen. Die Coens haben ihre "filmischen Fahnen" nie in den Wind gehangen und so kann es durchaus passieren, dass einer ihrer "Fans", da oute ich mich gern, ein wenig enttäuscht ist. -A serious man- ist einerseits ein typischer Coen: Vom Drehbuch über die Regie und die Produktion lief alles in einer Hand. Andererseits ist mir persönlich der feinsinnige, tiefschwarze, intelligente Humor dieser Geschichte ein wenig zu sehr versteckt untergebracht.

Larry Gopnik ist Anfang der Siebziger Jahre Professor für Mathematik und Physik an einer Highschool. Momentan läuft es nicht gut für ihn. Seine Frau Judith(Sari Lennick) will die Scheidung, um mit Larrys Freund Sy Ableman(Fred Melamed) durchzubrennen. Die Tochter Sarah(Jessica McManus) interessiert sich mehr für eine Nasen-OP als für ihre Familie. Der Sohn Danny(Aaron Wolff) steht kurz vor seiner Bar Mitzwa. Allerdings wird sein Leben mehr vom Kiffen und Fernsehen bestimmt, als vom jüdischen Glauben. Als dann noch ein koreanischer Student Larry bestechen will, um eine bessere Note zu bekommen und, als Larry den Versuch abblockt, plötzlich anonyme Briefe auftauchen, die ihn beschuldigen und seine Festanstellung gefährden, wird es für Larry ernst. Da hilft es ihm auch nicht, dass sein Nachbar zur Rechten ein rechtsgestrickter Waffennarr zu sein scheint und seine Nachbarin zur Linken ein laszive, von ihrem Mann allein gelassene Schönheit, die nach einem Seitensprung lechzt. Larry ist am Ende. So tritt er den Weg zu den Rabbis an, um sich helfen zu lassen. Aber egal, ob er zum ersten oder zweiten Rabbi geht, mit ihren Ratschlägen kann er nicht viel anfangen. Das nebenbei Onkel Arthur(Richard Kind) bei Larry wohnt und ihn mit seinem "Mentakulus" und diversen Polizeibesuchen den Nerv raubt, lässt Larry in die Knie gehen. Doch dann scheint sich alles zum Guten zu wenden...

Wenn man es aufschreibt, hört es sich irgendwie besser an. Ja, die Story um Larry Gopnik hat jede Menge Potential. Allerdings bin ich der Meinung, dass die Coen Brothers sich in ihrem Film sehr speziell mit Glaubensfragen beschäftigt haben und, jedenfalls mir persönlich, der ein oder andere Witz verschlossen blieb, weil entsprechendes Hintergrundwissen fehlt. Für mich die mit Abstand besten Szenen der Produktion sind Larrys Träume. Da erkenne ich alle Qualitäten, für die ich die Coen-Brothers liebe. Ansonsten nimmt -A serious man- einen ziemlich langen Anlauf, um in die Erzählspur zu kommen. Als der Streifen dann sein Fahrwasser gefunden hat, beenden ihn die Coens auf eine Art und Weise, die ich mir ebenfalls anders gewünscht hätte.

Überzeugt hat mich die Besetzungsliste des Films. Mit neuen, unbekannten, unverbrauchten Gesichtern ist -A serious man- klasse besetzt worden. Die Coens können sich mittlerweile fast jeden Star für ihre Filme leisten, dass sie genau das nicht tun, ist erfrischend und spannend. Auch die Anfangssequenz, die kleine, jüdische Geschichte um den Dibbuk, dürfen und können sich nur die Coens leisten, um einen Film zu beginnen. Das hat mir gut gefallen.

Ich weiß, so richtig weiterhelfen kann ich ihnen mit dieser Rezension nicht. Ist der Film nun gut? Oder doch eher nicht? Da liegt das Ergebnis mal wieder im Auge des Betrachters. Für Coen-Fans ist -A serious man- ganz sicher ein Muss. Mit den Vorgängern aus dem Hause Coen kann er, das ist meine persönliche Meinung, nicht mithalten. Filme wie -Fargo, The Big Lebowski- oder -No country for old men- sind da aus ganz anderem Humor-Holz geschnitzt. Ich hätte -A serious man- mit 3,5 Sternen bewertet. Da das nicht geht, gibt es vier Sterne zu Gunsten des Angeklagten. Sie dürfen mal wieder selbst entscheiden, was sie vom Ausflug der beiden mehrfach oscarausgezeichneten Regisseure aus Minnesota, in die Siebziger Jahre und Larry Gopniks Leben halten.
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