Zugegeben, keine leichte Kost servieren uns Draconian anno 2011.
Nach dem ersten Durchlauf machte sich Ernüchterung breit. Ich höre mir ein neues Album immer an während ich parallel die Texte lese. Ich glaube, das war dann auf ein Mal zu viel. Denn man muss schon sehr aufmerksam hinhören bei diesem Album. So viele Details, so viele Feinheiten, so viel Gefühl.
A Rose For The Apocalypse ist wirklich wie eine Blume, die langsam erblüht. Und hat man das Album in all seiner Pracht erfasst, mausert es sich an die Spitze der Draconischen Werke zusammen mit Arcane Rain Fell.
Der Sound von Draconian hat sich wahrlich gewandelt. Oder auch nicht? Jedes Ihrer Alben klang bisher einzigartig, anders und nicht wie einer der Vorgänger. Von daher steht auch dieses für sich und muss sich nicht mit vorangegange Werken verglichen werden.
Wieder schaffen es Draconian eine unglaublich einmalige Atmosphäre zu kreieren. Und soundtechnisch erinnert der eine oder andere Klang mich an Silent Hill. Gänsehautgarantie.
Recht hart und schnell geht es mit The Drowning Age los. Ein Song der allerdings zur Mitte hin ruhiger und richtig romantisch wird. Draconian-Typische Elemente also. Dass hier wieder zwei Meister am Mikro sind muss man nicht erwähnen. Die Stimme von Anders geht unter die Haut, die Texte tun ihr übriges dazu. Und Lisas Stimme treibt einem vor Schönheit die Tränen in die Augen.
Die erste Hälfte des Albums gestaltet sich schneller, die andere doomiger.
Die Singel The Last Hour Of Ancient Sunlight ist eine gewagte Auskopplung. Schließlich ist sie alles andere als massentauglich.
In End Of The Rope trifft man auf eine Art Refrain, den Lisa in unglaublicher Art zum Besten gibt. Ich kenne keine Sängerin die es schafft, so viel Verzweiflung, Romantik und Gefühl in ihre Stimme zu legen. Draconian klingen absolut ehrlich. Jede Note und jedes Wort kommt vom Herzen. Das spürt man über die gesamte Länge des Albums. Lisa und Anders glaubt man einfach, was sie singen.
Elysian Night, Deadlight und Dead World Assembly sind wie aus einem Guss. Es sind drei völlig unterschiedliche Songs aber man merkt, dass dahinter ein tiefes Konzept steht und sie einzigartig miteinander verbunden sind.
Danach folgt A Phantom Dissonance und The Quiet Storm. Die Songs gehören einfach zusammen, gehen nahtlos in einander über und der eine Song funktioniert meiner Meinung nach nicht ohne den Anderen. Auch hier trifft man wieder auf einen Refrain im Wechselspiel zwischen Lisa und Anders. Und diese Lyrik gehört für mich zu den besten, ehrlichsten und einfach genialsten, was Menschen jemals zu Papier gebracht haben. Danke Draconian!!!
The Death Of Hours macht den Abschluss des Albums und hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack. Ein Gefühl bleibt zurück, als würde es noch weiter gehen. Und dann tut es wohl auch. Denn die Apokalypse in der wir uns längst befinden ist noch lange nicht vorbei.
Draconian möchten gezielt keinen Platz für Hoffnung lassen. Zwar schimmert das Licht immer wieder bezaubernd und schillernd in traumhaften Melodien und einzigartigen Moment auf, wird jedoch steht's vernichtet von der Brutalität der Dunkelheit in jedem einzelnen Song.
Draconian sagen es ja schon selbst: Some became kings and some became gods and the rest just followed...
Draconian sind eindeutig mindestens bei den Königen dabei. Zusammen mit ihrer Königin, die sich leider entschieden hat, die draconische Horde zu verlassen. Eine so unglaubliche Frau zu ersetzen wird mehr als nur schwierig.
Viel Glück!!!