Anlässlich des 70. Geburtstages gratulierte jüngst nicht nur der "Rolling Stone" mit einer seinem Heft beigelegten Dylan-Cover-CD. Zahlreiche Kollegen und Nachahmer taten sich überdies eifrig für weitere CD-Projekte zusammen, um dem Mann aus Duluth/Minnesota ihre Reverenz zu erweisen. Nicht immer gelingt so etwas erwähnenswert, zu vieles aus der kaum noch übersehbaren Flut von Dylan-Coverversionen ist bisweilen eher gut gemeint, manches zu ehrfurchtsvoll, anderes gar beliebig. Bei der jetzt vorliegenden Fortsetzung von "A Nod To Bob" (der erste Teil erschien bereits vor einigen Jahren) wurden jedoch erneut echte Könner gebeten, jeweils einen Dylan-Song zu interpretieren. Und so überrascht es nicht, dass versierte Musiker wie John Gorka, Eliza Gilkyson, Guy Davis oder Cliff Eberhardt, welche die ergiebige "Dylan-Schule" durchliefen und längst ihre individuellen Stile fanden, respektable Einspielungen ablieferten. Überragend geradezu Pieta Browns Deutung vom "Dirt Road Blues", bei dem Bo Ramsey, der auch auf manchen Alben von Pietas Vater Greg Brown dominant mitwirkt, abermals als Saiten-As brilliert. Ebenso spannend geriet Ray Bonnevilles Neufassung von "It Takes A Lot To Laugh...", weil hier nicht nur ein Plagiat zu hören ist, sondern eigene Kreativität diesem Klassiker so songdienlich einverleibt wurde, dass dessen eigene Substanz erkennbar erhalten blieb. Dass überdies die handwerklichen Fähigkeiten bei solchen Musiker außer Frage stehen, versteht sich in dieser Liga von selbst. Hut ab also nicht nur vor dem großen Meister, sondern auch vor diesen (gar nicht so viel jüngeren) Profis!