Steven Spielberg nahm sich des unverfilmten Projektes "A.I." an, nachdem der legendäre Stanley Kubrick im März 1999 gestorben war. Der wollte das von ihm geschriebene Skript zum Film schon seit längerem realisieren, schob dies aber immer wieder auf, da er die für die Spezialeffekte erforderlichen technischen Möglichkeiten als noch nicht ausgereift genug erachtete.
Die zu Grunde liegende Story ist in der Zukunft angesiedelt und erzählt von der Odyssee des kleinen Androidenjungen David (Haley Joel Osment), der aufgrund einer neuartigen Computertechnologie emotionale Zustände und Liebe empfinden kann. Allerdings erkennt David schnell, dass er nur als ein Mensch geliebt und als gleichwertig respektiert wird, was zu immer größeren Konflikten mit seinem menschlichen Bruder Martin führt, der aus Eifersucht alles versucht, um David in den Augen seiner Mutter zu diskreditieren. Infolgedessen wird David letzten Endes von seinen Eltern aus seinem neuen Zuhause verbannt und von seiner Mutter in einem abgelegenen Waldstück ausgesetzt. Von nun an auf sich allein gestellt, macht er sich mit seinem neuen Freund Joe (Jude Law), einem Androiden, der zum 'Gigolo' programmiert wurde, auf die Suche nach der am Ende der Welt zu findenden "Blue Fairy", die David zu einem richtigen Menschen machen soll.
Was die darstellerischen Leistungen anbetrifft, so muss man besonders Protagonist und Nachwuchstalent Haley Joel Osment hervorheben, der den Betrachter in diesem Film mit seiner beeindruckenden Ausdrucks- und Wandlungsfähigkeit überzeugen kann. Auch atmosphärisch vermittelt "A.I." die Grundstimmung einer veränderten, zukünftigen Welt, die mit vielen erstklassigen Spezialeffekten über die gesamte Laufzeit des Films aufrechterhalten wird. Vom visuellen Standpunkt aus betrachtet bietet der Film alles, was man sich wünschen kann.
Einzig auffallender Makel des Films ist die teilweise ins Sentimentale abgleitende Erzählung der Geschichte, die Spielberg besser nach den Vorstellungen Kubricks hätte verwirklichen sollen. Die Suche nach dem Menschsein, nach dem, was den Menschen eigentlich zum Menschen macht, kommt insgesamt zu kurz. Spielbergs Version lehnt sich mehr an das Märchen von Pinocchio an. Eine tiefgründigere Auseinandersetzung mit dieser Thematik musste seiner Vorliebe für das Erzählen moderner Märchen weichen.
Doch dessen ungeachtet bleibt der Film bis zum Schluss anziehend. Ein absolut sehenswertes Science-Fiction-Drama, das ich hiermit weiterempfehle.