Auf dieser CD passiert etwas! Sie ist voll von interessanten Details, die man so bald nicht alle erfassen kann. Bei jedem Hören blitzt ein neues kleines Sternchen aus diesem Mikro-Universum hervor - und erfreut das Ohr. :-)
MMW, sonst eher für gewagte musikalische Grenzgänge bekannt, hält sich auf A Go Go respektvoll zurück, ohne jedoch ihr immenses Potenzial zu verstecken. Auch John Scofield verkünstelt sich auf dieser Scheibe niemals. Die Stücke sind allesamt gut "hörbar" und werden sogar von Nicht-Jazzfans nur selten als störend empfunden.
A Go Go zelebriert ihre eigene Genialität ohne Geltungsdrang und ohne Selbstverherrlichung. Doch hinter dem Understatement dieser oberflächlichen Leichtigkeit geht absolut der Punk ab! Die spontane Kommunikation zwischen den Instrumenten, die genialen Grooves, die gekonnten Phrasierungen, die geschmackvollen Arrangements, die greifbaren Stimmungen, nicht zuletzt die perfekte Abmischung - hier waren durch und durch Profis am Werk! Man kann sich beim Hören auf jeden einzelnen Musiker konzentrieren- und alle machen auf ihre Art unglaublich viel Spaß! Meines Erachtens ist es keineswegs so, dass MMW hier nur einen Teppich für Scofields Improvisationen auslegt - hier spielen vier grandiose Musiker wirklich ZUSAMMEN!
Liebevoll werden unvergessliche Stücke zitiert, die eine ganze Musik-Bewegung als ihre Wurzeln betrachtet. "Das klingt ein bisschen wie Water Melon Man!" - "Hey, Mercy, Mercy!" - "Nanu! Das kenn' ich doch noch vom Cannonball Adderley Quintet... genau: Shake A Lady!" - die Eindrücke sind vielfältig. Und es kommen immer neue dazu!
Meine liebste Scofield-Platte!