Man kann über Billy Cobham sagen was man will, ein paar Dinge sind unumstösslich: er ist einer der überragendsten Drummer aller Zeiten, er ist einer der musikalischsten Drummer aller Zeiten, was seine Kompositionen zeigen, er hat den Jazz in den Siebzigern zusammen mit Miles Davis, Al DiMeola, Chick Corea, Lenny White, Stanley Clarke, Herbie Hancock etc., etc., in Verbindung mit Rock einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Logisch haben damals viele Jazzpuristen die Nase gerümpft, doch wen interessierte das damals und heute? Es war im Nachhinein betrachtet die einzige Überlebenschance für den Jazz, ansonsten würden heute noch die Ewiggestrigen "ihren" Jazz hören und ihm huldigen, doch er wäre, ähnlich wie die Klassik, Geschichte.
Billy Cobham hatte seinen ersten Soloauftritt mit seinem Album "Spectrum" im Jahr 1973 und dieses Teil schlug ein wie der berühmte Hammer, unglaublich! Ich selbst war zu der Zeit DJ in einer Rock-Discothek und spielte "Spectrum" rauf und runter und alles tanzte! Dann kam mit "Crosswinds" wieder ein mehr jazzorientiertes Album, das aber mit "Pleasant Pheasant" ein Stück beinhaltete, das nahtlos auf dieses Album gepasst hätte, um mit "Funky Thide Of Things" wieder mehr in den funkigen und rhythmischen Bereich aufzuschlagen, und wie! Schon das erste Stück"Panhandler" fetzt dermaßen mit der Bläsersection, dass einem fast die Luft wegbleibt. Mit "Sorcery" folgt der nächste Burner gleich auf den (Tanz) Fuss um dann mit dem wohl bis heute bekanntesten Stück der Brecker Brothers, den Höhepunkt des Albums erreicht: "Some Skunk Funk", der Titel ist Programm und jeder der dieses Stück kennt, weiß was ich meine, wenn ich sage, dass die Tanzfläche lichterloh gebrannt hat und die Leute damals in der Disco fast durchgedreht sind!! Es geht einem ja heute noch so beim Hören dieses Klassikers. Alle beteiligten Musiker schienen auf Speed zu sein, unglaublich.
Mit "Light At The End Of The Tunnel" gehts gleich im selben Tempo, allerdings etwas rockiger weiter im Takt, mit John Scofield an der Gitarre in Höchstform und einer Bläsersection die die berühmten Tore von Jericho wegblasen wollte!
Mit dem Titelstück "Funky Thide Of Things" demonstriert Billy Cobham sein Können in einem rund neunminütigen Drumsolo ( für Fans).
PS: Hier noch die Musiker auf diesem epochalen Album.
Der letzte Titel "Moody Modes" ist ein 12minütiges Jazzstück auf dem noch einmal jeder Musiker sein Können demonstrieren kann und dem in hervorragender und virtuoser Art und Weise nachkommt, überragend, besser könnte der Abschluss nicht sein für ein Album das den Untertitel "Burner" mehr als verdient hat. Aber Achtung: wer sich auf diese Album einlässt, braucht Nehmerqualitäten und muss unbedingt ein offenes Ohr für verschiedenartige Musikstile haben, dieses Werk ist atemberaubend und deshalb nichts für Puristen oder lahme Enten!!!
Ein Klassiker, der sich bis heute kein bißchen abgenutzt hat.
Billy Cobham drums,perc,piano - John Scofield guit - Michael Brecker sax - Randy Brecker trumpet - Glen Ferris trombone - Walt Fowler trumpet - Tom Malone trombone - Larry Schneider sax - Alex Blake bass - Milcho Leviev keyboards